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Nordadler: Razzien bei Neonazis in Norddeutschland

Am Dienstagmorgen (17.04.2018) hat es zeitgleich Hausdurchsuchungen bei vier Männern in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein gegeben, wie unter anderem der NDR (1,2) berichtete. Sie stehen im Verdacht, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben. Unter dem Namen „Nordadler“ sollen sie versucht haben, „dem Nationalsozialismus in Deutschland zum Wiedererstarken zu helfen“, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die Gruppe soll sich bemüht haben, Waffen, Munition und Baumaterial für Brand- und Sprengvorrichtungen zu beschaffen. Laut Bundesanwaltschaft sind bei der Razzia Listen von möglichen Anschlagsopfern wie Juden, Angehörige der Antifa-Szene und Politiker sichergestellt worden. Eine Durchsuchung fand in Appen im Kreis Pinneberg, bei Patrick Schallat statt, wie das antifaschistischen Recherchekollektiv «EXIF – Recherche & Analyse» berichtet.

< < Schallat war im Januar 2016 Redner einer Neonazi-Demonstration in Boostedt. Zudem war er Mitglied der Facebook-Gruppe «Pinneberg wehrt sich», die von der «Kameradschaft Jugend für Pinneberg» initiiert und für rassistische Mobilisierung in Schleswig-Holstein genutzt wurde. In der Facebook-Gruppe demonstrierte er seine ideologische Gesinnung mit folgendem Zitat: „Die Lösung aller Probleme ist nur möglich, wenn man als kompromißloser Nationalsozialist an sie herangeht. – Reinhard Heydrich, SS Gruppenführer“.

03.05.2016 – Facebook-Screenshot

Gemeinsam mit Lennart Schwarzbach (Streit um NPD Funktionär beim TuS Appen), Vorsitzender der NPD Hamburg, reiste Schallat im Mai 2016 zu einem der konspirativ geplanten Treffen dieser Gruppe. Bereits im November 2015 besuchte er eine der Neonazi-Demonstrationen von «Neumünster wehrt sich», die von Manfred Riemke organisiert wurden.

14.11.2015 – Patrick Schallat im Gespräch mit Lennart Schwarzbach in Neumünster

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 118 ist da

Ti­tel­the­ma der 118. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: Tickende Zeitbomben: Es gibt hunderte, vielleicht tausende Neonazis, die nicht mehr aktiv sind, aber virtuell und unter Freunden ihre Herrschafts- und Gewaltfantasien freien Lauf lassen. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem:
PEGIDA als Durchlauferhitzer für rechten Bombenleger in Dresden, Italien: Rechter Politiker schießt auf Geflüchtete, Im Schatten der nationalen Massenpsychose (Griechenland), Oury Jalloh oder die unendliche Geschichte eines Justizskandals und „Combat 18“-Reunion aufgedeckt.

Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, Schanzenbuchhandlung ) oder direkt beim AIB

Nicht vergessen am Wochenende vom 6.-8. April findet in der Flora der Antifa Kongress Hamburg und Umland statt. antifa-kongress-hamburg.org

Immer wieder Montags

Seit mehren Wochen treffen sich in Hamburg verschiedene Aktivist*innen von rechte Gruppen, darunter Leute aus NPD, aus Burschenschaften, AfD, Identitäre Bewegung» (IB) und Nazi-Hooligans zu einer sog. „Merkel mus weg“-Demo. Die bekannten Neonazis wie Torben Klebe, Lennart Schwarzbach, Andreas Knüppel, Sven Mazurek, Martin Fitsch und weitere rechte Hooligans bilden die größte Gruppe auf diesen Kundgebungen. Der Großteil der Teilnehmer kommt aus Hamburg und dem Hamburger Umland, so nehmen auch immer wieder rechte Aktivist*innen aus dem Kreis Pinneberg, sich jeden Montag wiederholeden Aufmarsch teil.

So war Daniel Buhl (AfD) aus dem Kreis Pinneberg schon bei mehreren Demos am Montag in Hamburg und macht viel Werbung für den rechten Aufmarsch über seine Facebook-Seite u.a. auch einen Livestream von einer Kundgebung. Im Kreis Pinneberg ist er bekannt für die rechte Hetze auf von ihm betreuten Facebook-Seiten.

Ein weiterer Teilnehmer ist der seit über 10 Jahren in der Neonazi-Szene in Norddeutschland aktive Mario Zitzlaff aus Uetersen.

Ein weiterer Teilnehmer war der Nazi-Schläger und Messermann Christoph Otto aus Pinneberg, er gehörte um 2000 zur Struktur des militanen Arms vom «Blood & Honour» Netzwerk.

Auch der IB-Aktivist Christoph Steinhaus aus Schenefeld, beteiligte sich mit einer Gruppe weiterer Mitglieder der „Identitären Bewegung“ an den Demos.

Es ist mehr als deutlich, dass bei den montäglichen Versammlungen organisierte Rechte die Strippen ziehen und das Geschehen bestimmen und dieses Demonstrations-Angebot auch danken von verschiedenen Rechten-Gruppen angenommen wird. Verhindern wir den Versuch verschiedene rechte und faschistische Gruppen auf der Straße zu vereinen, ähnlich wie es PEGIDA in Dresden geschafft hat. Es ist wichtig sich zusammenzuschließen und Montag für Montag auf der Straße zu zeigen, dass wir es nicht zulassen werden, das Faschist*innen sich organisieren und in Hamburg und im Umland auf die Straße gehen!

Die Bilder sind vom antifaschistischen Recherchekollektiv «EXIF – Recherche & Analyse», die zu jedem Montag auch einen Bericht haben.

Gedenken an Gustav Schneeclaus in Buxtehude 2017

Es ist der 18. März 1992. Gustav Schneeclaus wird von den beiden Neonazis Stefan Silar und Stephan Kronbügel schwer zusammengeschlagen. Einige Tage später, in der Nacht vom 21. März auf den 22. März erliegt Schneeclaus den schweren Verletzungen. Die beiden Täter wurden wegen Totschlags zu sechs beziehungsweise achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Bei dem „Totschlag“ handelte es sich aber keinesfalls um einen unglücklichen Einzelfall. Vielmehr reiht er sich ein in eine große Anzahl rassistisch und neonazistisch motivierter Anschläge und Morde im gesamten Bundesgebiet.

Silar zählt zu den Köpfen der extrem rechten und gewalttätigen Szene in Tostedt, hat den rechten Szeneladen „Streetwear Tostedt“ betrieben, war bzw. ist Teil von „Combat 18“, „Blood and Honour“ und dem „Saalschutz Nordmark“. Zudem ist er nach wie vor gut mit (nord-) deutschen Kameradschaften vernetzt.

Stephan Kronbügel wird nachgesagt, er habe nichts mehr mit der Szene zu tun. Allerdings bleibt offen, ob sein Mitte Dezember 2017 detonierter Sprengkörper am S-Bahnhof Veddel nicht doch rassistisch und fremdenfeindlich motiviert war.

Das Gedenken an Gustav Schneeclaus findet am 22. März um 18 Uhr am ZOB Buxtehude statt. Nach der Kundgebung folgt dann die Buchvorstellung des aktuellen „Jahrbuchs Rechter Gewalt“ im Buxtehuder Kulturforum.

Kein Vergeben! – Kein Vergessen!

Uetersen/Kreis Pinneberg: Klandestin organisiertes Neonazi-Konzert

Recherche vom antifaschistischen Recherchekollektiv «EXIF – Recherche & Analyse»

Am vergangenen Samstag den 10. März 2018 fand in der Gaststätte «New Toddy’s» in Uetersen ein konspirativ organisierter Balladen-Abend mit dem Liedermacher «Fremd im eigenen Land» (F.i.e.L.) statt.


Marcel Martens am Mikrofon mit Supportern der Aktionsgruppe F.i.e.L.

Über den Abend versammelten sich etwa 50 Neonazis überwiegend aus dem Raum Schleswig-Holstein. Marcel Martens, der Sänger der Band F.i.e.L. aus Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern, spielte am Samstag zahlreiche Klassiker der verbotenen Band «Landser», wie „Arisches Kind“, „Ian Stuart“ und den „Klan Song“. Als Zugabe coverte er zudem „Ein Kompliment“ von «Sportfreunde Stiller». Martens der auch Mitglied bei der Band «Timebomb» ist, kooperiert geschäftlich unter anderem mit den Labels von Thorsten Heise («WB Versand»), Jens Hessler («Das Zeughaus») und Yves Rahmel («PC Records»). Für einen Auftritt nimmt er Freigetränke, Spritkosten und 150 Euro Gage. Martens ist neben seiner musikalischen Aktivität auch auf der Straße politisch involviert. Er organisierte beispielsweise am 8. Juni 2015 eine rassistische Kundgebung gegen Geflüchtete mit einem Live Konzert von Patrick Killat und seinem Bandprojekt «A3stus» in Grevesmühlen.


Marcel Martens uriniert auf jüdische Gedenkstätte in Wien

Am Samstagabend begrüßte und verabschiedete der ehemalige Rocker der Gruppen «Bandidos MC» und «MC Dirty Pack 78» Heiko Bloch alle Neonazis. Bloch ist seit etwa 2001 bekannter Neonazischläger in der Region Pinneberg und verschaffte sich über zahlreiche Angriffe auf Antifaschist_innen einen Ruf innerhalb der Neonaziszene. Die am Samstagabend versammelten Neonazis kennen sich viele Jahre und sind eine eingeschworene Gemeinschaft. So nahmen die anwesenden Mario Kollhorst, Marcus Gay, Simon und Sönke Bork beispielsweise bereits 2003 an einem Konzert in Neumünster teil. Das Konzert fand im Anschluss an eine Demonstration von Neonazis gegen die Wehrmachtsausstellung statt. Seit fast zwei Jahrzehnten ist Simon Bork führender Kopf und Strippenzieher in der Region. Um 2000 baute er zunächst die «Kameradschaft Elbmarsch» mit auf, mit der er 2003 auch in Wunsiedel am geschichtsrevisionistischen «Heß-Gedenkmarsch» teilnahm. Die 40-60 köpfige Gruppe war in der Region für zahlreiche Angriffe auf Linke bekannt. Anfang 2002 verging kaum ein Wochenende ohne rassistische oder faschistische Attacken der Kameradschaft.


24.07.2012 – Marcus Gay, Jan Wachsmuth, Nico Schäfer, Simon Bork (v.l.n.r.)

Später entwickelte sich aus der Gruppe die Kameradschaft «Jugend für Pinneberg», in der sich die Neonazis heute organisieren. Seit vielen Jahren werden gemeinsame Aktivitäten wie Wanderungen, „Sonnenwendfeiern“ und gemeinsame Reisen durchgeführt. Durch Exkursionen in andere Länder, beispielsweise nach Finnland, bauen sie internationale Kontakte zu Kameradschaften auf. Viele Mitglieder lassen sich heute eher selten in der Öffentlichkeit blicken und beteiligen sich häufiger an den internen Veranstaltungen zur Stärkung der Gemeinschaft. Marcus Gay, die Bork Brüder und Jannick Schildt nahmen am 1. März 2015 an der «Norddeutschen Bücherbörse» im «Thinghaus» in Grevesmühlen teil. Auch am Stammtisch der «Identitären Bewegung» am 27. Januar 2017 nahmen die Bork Brüder und Yannick Schildt teil.


05.04.2003 – Simon Bork (Bildmitte), Neonazi Demonstration in Neumünster

Bereits Ende des Jahres 2015 versuchten die Mitglieder der Kameradschaft «Jugend für Pinneberg» unter dem Label «Pinneberg wehrt sich (Forum und Bürgerbewegung)» vom gesellschaftlichen Rechtsruck zu profitieren und organisierten als bürgerlich getarnte Gruppe Treffen für Rechte aus dem Landkreis Pinneberg. Nach wenigen Treffen jedoch war die Luft raus, da sich nicht die erhoffte Beteiligung einstellte. Teilnehmer auf den damaligen Treffen von «Pinneberg wehrt sich» und auch jetzt am Samstagabend in Uetersen war der NPD Landesvorsitzende Hamburgs Lennart Schwarzbach. Schwarzbach stand jüngst im Fokus regionalmedialer Aufmerksamkeit, da er Mitglied im Fussballverein «TuS Appen» ist, dessen Spieler sich weigern, mit einem Neonazi aufs Feld zu laufen.


01.03.2015 – Sönke und Simon Bork Norddeutsche Bücherbörse im Thinghaus – Quelle: Recherche Nord

Ebenfalls beim Liederabend anwesend war der Neonazikader Christopher Delfs aus Schleswig-Holstein. Delfs war ab dem Jahr 2009 Mitglied der «Aktionsgruppe Neumünster» (AG NMS) und nahm an diversen Veranstaltungen der extrem Rechten in Norddeutschland teil. Zusammen mit ehemaligen Mitgliedern der AG NMS fungierte er als Schutztruppe für den mittlerweile geschlossenden «Club 88» in Neumünster. Delfs beteiligte sich immer wieder an körperlichen Angriffen auf Linke und gab u.a. in Sozialen Netzwerken an Mitglied einer selbsternannten «Sturmabteilung Ortsgruppe Faldera» zu sein. In dieser „Sturmabteilung“ war auch «Contras»-Mitglied Andreas Krüger aus Neumünster organisiert, der ebenfalls Besucher des Konzertes war. Zudem fungierte Delfs jahrelang als JN-Stützpunktleiter für dem Raum Hamburg und baute diverse Strukturen in Norddeutschland auf. Seine Aktivitäten innerhalb der Szene sind vielschichtig, neben seinen Recherchen als «Anti-Antifa»-Aktivist, organisierte er Treffen, unterstütze bei Demonstrationen die Ordnerstrukturen und zog Jugendliche Rechte in die Kameradschaften. Delfs und Bloch sind enge Freunde, so wies Bloch Delfs am Abend darauf hin, dass sie vorsichtig sein müssen, da er „Maulwürfe“ in ihren Strukturen vermute und verdächtigte im nächsten Satz den langjährigen Neonazi Mario Liebert.


Heiko Bloch (links), Lennart Schwarzbach (Mitte der Personengruppe), Marcus Gay (2.v.r.), 10.03.2018, Uetersen – Quelle: Bilder-Stream

Weiterer Gast an dem Abend war Joachim Saecker, ein bundesweit gut vernetzter Neonazi, der zum Beispiel zu dem «Vandalen» Allan „Griffin“ Surette eine freundschaftliche Beziehung pflegt. Als die Kameradschaft «Jugend für Pinneberg» im November 2014 nach Finnland reiste, war auch Saecker teil der Reisegruppe. Gegen 1.00 Uhr reiste der Großteil der Neonazis ab. Zur Verabschiedung bedankte sich Heiko Bloch bei einer Reisegruppe mit den Worten: „Danke Jungs, dass ihr da wart“, woraufhin ihm „Heil Hitler!“ erwidert wurde.

Hier gibt es noch ein paar Bilder.

Schleswig-Holstein: Neonazi Sören Radtke gibt Selbstbehauptungstraining für Kinder und beteiligte sich an Zerstörung von Gedenkorten für die Todesopfer des NSU

Der Neonazi und ambitionierte Kampfsportler Sören Radtke aus Beidenfleth.

Radtke arbeitet im «Nordic-Sport-Club» in Wilster und gibt dort Kurse zur Selbstverteidigung u.a. Montags auch oft das Selbstbehauptungstraining für Kinder. Auch am Team des «Nordic-Sport-Club» welches mit dem Namen «Nordic Fight Team» an Turnieren teilnimmt, beteiligt sich Radtke. So kämpfte er im September 2017 in Hamburg im Budocentrum der Sportvereinigung Polizei Hamburg von 1920 beim «Hamburg-Cup im Allkampf 2017» mit. Auf Bildern ist Radtke in Wilster beim Training zusehen wo er ein T-Shirt der Neonazi-Marke Greifvogel Wear trägt. In seiner Freizeit trainiert er jüngere Neonazis, um sie für den Straßenkampf auszubilden. Dies verhalf ihm unter anderem zu einer Führungsrolle innerhalb der extremen Rechten im Raum Itzehoe. Neben seiner Tätigkeit als Trainer reist er innerhalb Deutschlands zu diversen Demonstrationen, wie zuletzt im August 2017 zum geschichtsrevisionistischen «Rudolf-Heß-Gedenkmarsch» nach Berlin oder im Juli zu dem Neonazi-Konzert «Rock gegen Überfremdung» ins thüringische Themar. Dass dies eher die Regel als die Ausnahme darstellt belegen zahlreiche weitere Bilder der letzten Jahre, die Radtke auf neonazistischen Veranstaltungen zeigen. Ebenso beteiligte er sich an der organisierten Busanreise aus Hamburg zum «Tag der deutschen Zukunft» nach Dortmund und begleitete unter anderem Thomas Wulff zum Hooligan-Aufmarsch von «Gemeinsam stark Deutschland» nach Magdeburg. Wie die Recherche vom antifaschistischen Recherchekollektiv «EXIF – Recherche & Analyse» ergeben, beteiligte sich Sören Radtke auch bei der Zerstörung von NSU-Gedenkorten in Hamburg. Am 4. November 2015 führte die «Antifa 309» im Hamburger Stadtteil Steilshoop ein Gedenken für die vom «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) ermordeten Menschen durch. An verschiedenen Orten wurde dabei neben Bildern der Todesopfer Blumen niedergelegt und so mehrere kleine Gedenkorte im öffentlichen Raum geschaffen. Bereits in der darauffolgenden Nacht wurden diese u.a. von Sören Radtke zerstört. Die Aktion der Neonazis kann nur als Sympathiebekundung für die Taten des NSU gedeutet werden.

Update 25.4.: Wie wir auf unserem Twitter-Account dokumentiert haben äußerte sich der Nordi-Sport Club kurz unter einem Kommentar zu Sören Radtke und hofft durch weitere zusammen Arbeit, Radtke von seinem Weg in der extremen Rechten abzubringen, nach dem Konzept der „Akzeptierender Jugendarbeit“ was bei Nazis nachweislich gescheitert ist. Wie das antifaschistische Recherchekollektiv «EXIF – Recherche & Analyse» jetzt berichtete war Sören Radtke auch Teilnehmer des Neonazi-Festivals „Schild und Schwert“ (20.-21. April 2018) in Ostritz (Sachsen) und nahm dort an einem Kampf teil.

„Schild und Schwert“-Festival

Dortmund

Themar

Magdeburg

Neue Organisatorin der Hamburger „Merkel muss weg“-Demonstrationen – Pegida in Hamburg? – Läuft nicht!

Am letzten Montag (12.02.) versammelten sich ca. 120 Rechte zu einer Kundgebung mit dem Motto „Merkel muss weg“ am Hamburger Jungfernstieg. Auch die Hamburger „AfD“ mobilisierte zu der Kundgebung die sich zum Großteil aus Einzelpersonen zusammensetzte. Viele Menschen die in sozialen Netzwerken ihre Teilnahme ankündigten, beschränkten sich allerdings darauf als rechte Troll-Armee Twitter und Facebook mit Hetztze und Rassismus zu flutten.
Wie erwartet wurde kamen auch organisierte Neonazis der Kameradschaft «Sektion Nordland», NPD Anhänger und altgediente rechte Hooligans der HSV Fangruppe «Hamburger Löwen», die bereits in den 80ern aktiv waren. Unter den Teilnehmenden befanden sich auch Mitglieder der faschistischen Gruppierung «Identitäre Bewegung» (IB).

Die Anmelderin der „Merkel muss weg“ Demo Uta Ogilvie hat am 14.02 ihren Rückzug bekannt gegeben. Am Freitag wurde als Nachfolgerin für Uta Ogilvie die Modelagenturchefin Jennifer Nathalie Gehse als Organisatorin der Hamburger „Merkel muss weg“-Demonstrationen benannt.

Mehr hintergrund zum 5. Februar und 12. Februar 2018 gibt es beim Recherche & Analyse-Portal Exif.

Für den nächsten Montag gibt es eine Anmeldung am Gänsemakt, sorgen wir das sich Pegida in Hamburg nicht etabliert! Achtet auf weitere Informationen zu Gegenaktivitäten! Checkt antifainfopool.blogsport.eu

Neonazis entschlossen entgegentreten! – Pegida in Hamburg? – Läuft nicht!

Todesschütze in Florida soll Mitglied in rassistischer Gruppe sein

Am Valentinstag (14.2.) sind an der Stoneman Douglas High School von Parkland im County Broward im US-Bundesstaat Florida 17 Menschen erschossen worden.
Nikolas Cruz, der 19-jährige Todesschütze an der High School, soll Mittlied der „Republic of Florida“ (ROF) einer rassistischen und nationalistischen Miliz gewesen sein. Nach Angaben des Anführers der „Republic of Florida“ (ROF) hat Nikolas Cruz am Training und an paramilitärischen Übungen (Wehrsportübungen) der Gruppe in Tallahassee teilgenommen.

„Ich versuche es nicht zu verherrlichen, aber es war ziemlich effizient, was er tat. Er hat wahrscheinlich das Training benutzt, um zu tun, was er gestern getan hat. Niemand, den ich kenne, sagte ihm, er soll das tun, er ist einfach ausgeflippt. „

So äußerte sich Jordan Jereb, der Anführer der „Republic of Florida“ gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press. Aus Justizkreisen hört man, diese Verbindung soll nicht bekannt sein. Die Mitgliedschaft der Gruppe soll überwacht worden sein, mindestens seit 2014 wurde Jordan Jereb vier Mal verhaftet.

Vor fünf Tagen soll ein ROF-Mitglied mit einem Video dazu ermutigten haben einen Rassenkrieg zu beginnen. (Video)

Laut Schülern der High School soll Nikolas Cruz schon lange mit Waffen prahlen und ein Rassist sein. So machte er antimuslimische Witze, bezeichnete Muslime als „Terroristen und Bombenleger“ und wurde mit einem Donald Trump Fan-Mütze gesehen (MAGA = Make America Great Again). Auch sein Instagram-Account wrude ein Fotot als Avatar mit einer Trump-Supporter-Cap genutzt. Laut CNN, gibt es bei Youtube einen Nutzer namens Nikolas Cruz der unter Videos Kommentare wie z.B. „f * ck Antifa ich möchte töten so viele wie ich kann“ schreibt. (heavy.com)

Die „Republic of Florida“ ist eine Gruppe weißer Rassisten, die im Jahr 2014 begann mit paramilitärischen Trainings, Uniformen und einer militärischen Struktur, ähnlich wie bei Rockern, bekannt zu werden. Die Gruppe hat Mitglieder in ganz Florida. Die Gruppe hat zu weiteren rassistischen Gruppen gute Verbindungen und setzt sich für die Vorherrschaft der weißen Rasse ein und möchte aus Florida einen „weißen Ethnostaten“ machen. Auch am Naziaufmarsch in Charlottesville im August 2017 sollen Mitglieder der Gruppe teilgenommen haben.

Neben der offiziellen Struktur wirbt der Anfüher der Gruppe auch für eine Parallelstruktur für das rechte Terror-Konzepten mit der sog. „Lone Wolf“-Strategie.

Vor kurzem lobte Jordan Jereb den Massenmörder Anders Breivik als „Held“.

Kurz nach dem Angriff gab es eine nicht gezählte Welle an gefälschten Nachrichten bei Twitter, Facebook usw. durch rechte Trolle mit Fake-Accounts die falsche Infos zum Attentat verbreitet haben. Mehr Infos, es hatte ähnlichkeiten wie bei der rechten Troll-Attacke gegen den ARD-Film „Aufbruch ins Ungewisse“.

Mehr Infos zur extreme Rechte in den USA gibt es im Antifa-Magazin Der Rechte Rand auch im AIB gibt es Berichte zumThema USA u.a. >>Gewalttätige Allianz zwischen Neonazis, rechten Paramilitärs und Trumpanhängern, Die extreme Rechte der USA nach Trumps Wahlsieg und Schwerverletzte bei Neonazikundgebung in Sacramento (USA)

17-03-2018 Hamburg: United we stand! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung!

Im Sommer 2017 sind wir zu Tausenden international in Hamburg zusammengekommen und haben gegen den G20 Gipfel demonstriert. Nicht die offizielle Gipfelinszenierung, sondern die Proteste dagegen haben die Bilder bestimmt. Unsere Vielfältigkeit und Entschlossenheit haben es im Juli geschafft, die Propagandaveranstaltung nachhaltig zu behindern. Das ist auch gelungen, weil unterschiedlichste Gruppen und Zusammenhänge spektrenübergreifend ein gemeinsames Ziel verfolgt haben.

Wir wollen rund um den „Tag der politischen Gefangenen“ ein solidarisches Zeichen gegen Repression setzen. Mit der Demonstration werden wir zeigen, dass das staatliche Kalkül von Kriminalisierung, Einschüchterung und Spaltung scheitern wird.

Die Gipfeltage waren für uns nicht nur Momente des Kennenlernens und des erfolgreichen Widerstands, sondern auch eine konsequente Zuspitzung staatlicher Repression. Vor und während des Gipfel agierte die Polizei völlig losgelöst mit großflächigen Demonstrationsverbotszonen, Campverboten und gewalttätigen Angriffen. Doch die Repression wird weiterhin fortgesetzt: lange Untersuchungshaft, Hausdurchsuchungen und öffentliche Denunziationsaufrufe.
Autoritäre Formierung

Vor dem Hintergrund der derzeitigen weltweiten autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft findet auch in Deutschland ein Rechtsruck und eine weitere Militarisierung der Polizei statt. In diesem Kontext ist auch die im Mai 2017 vom Bundestag beschlossene Verschärfung des sogenannten Widerstands- und Landfriedensbruch-Paragrafen zu betrachten. Im Hinblick auf den wenige Monate später stattfindenden G20 Gipfel in Hamburg sollte das Signal ausgesendet werden: Wer den staatlich legitimierten Protestrahmen verlässt, hat mit drastischen Strafen zu rechnen.

Doch die nach dem Gipfel verhängten hohen Haftstrafen lassen sich nicht allein auf die Verschärfung zurückführen. In einer Vielzahl der Urteile mit hohem Strafmaß zielt die Justiz vor allem auf die Abschreckung widerständigen Verhaltens anderer ab.

Die verschiedenen Repressionsmaßnahmen der vergangenen Monate haben offenbart, dass für Politik und Repressionsorgane das Feindbild „links“ steht. Es wird versucht, uns als antagonistische Bewegung in Angst zu versetzen. In eine Angst, die uns daran hindern soll, sich zu organisieren und widerständig gegen die herrschenden Verhältnisse zu agieren. Die Repression gegen linke Bewegungen hat in Deutschland Tradition. Zum Beispiel jährt sich dieses Jahr zum 25. Mal das PKK-Verbot, das auf Grundlage des §129b immer wieder Aktivist*innen hinter Gittern bringt.

Der Ausbau des modernen Sicherheitsstaates ist auch eine Reaktion auf die weltweite Zuspitzung sozialer Konflikte. Angefacht durch die erzwungene Öffnung von weniger entwickelten Märkten durch und für die führenden Industrienationen, treiben eskalierende Verteilungskonflikte und Kriege immer mehr Menschen in die, oft tödliche, Flucht.

Aber auch im Inneren spitzt sich die Ungleichheit zu. Der Kapitalismus ist nicht mehr gewillt, eine minimale Gewinnbeteiligung der Lohnabhängigen aufrecht zu erhalten. Menschen, die für das ökonomische System nicht zu gebrauchen sind, werden, wenn überhaupt, mit Almosen abgespeist. Die sozialen Komponenten des bürgerlichen Staates werden vielmehr gegen die Leitgedanken einer offensichtlichen autoritären Formierung ausgetauscht, deren Inhalte von großen Teilen der Gesellschaft weitreichend bereitwillig akzeptiert und verinnerlicht werden.
Lassen wir uns nicht einschüchtern

Wir kommen nicht um uns zu beschweren. Denn wo immer die herrschenden Verhältnisse in Frage gestellt werden, wird staatliche Repression die Antwort sein. Wir werden dennoch weiter auf vielfältige Weise dafür kämpfen, dass alle unsere Genoss*innen wieder mit uns auf der Straße sein werden.

Unser Ziel ist die einer solidarischen, selbstbestimmten, staats- und geschlechterbefreiten Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Lokal und global, solidarisch und kollektiv wollen wir den schrecklichen Verhältnissen unseren Widerstand entgegensetzen.

Das Streben nach einem anderen Leben, hat uns als Bewegung in all ihrer Breite gegen die G20 aktiv werden lassen. Wir haben uns dabei die Protestformen nicht vorschreiben lassen, sondern selbst gewählt. Lassen wir die in diesem Zusammenhang einsetzende Repression seitens des Staates ins Leere laufen, indem wir uns weder spalten noch isolieren lassen.

Lasst uns ein Zeichen für eine solidarische Perspektive setzen, organisieren wir uns und setzen der Repression gemeinsam etwas entgegen: ob im Gerichtssaal, im Kontakt mit den Gefangenen und Verurteilten, im Organisieren von (Soli-)Veranstaltungen oder auf der Straße.

Getroffen hat es einige, gemeint sind wir alle! Freiheit für alle G20-Gefangenen! Freiheit für alle Gefangenen!

Kommt nach Hamburg zur Antirepressionsdemo am 17.03.2018 um 14.00 Uhr, Gänsemarkt.

United we stand!

Call for the demonstration against NoG20 repression & the formation of Authoritarianism on March 17, 2018 in Hamburg

In the summer of 2017 we came together by the thousands in Hamburg and protested against the G20 summit. Not the official orchestration of the summit, but the protests against the summit dominated the images. Our diversity and determination managed to cumber the propaganda eventin July. That was also successful because differing groups and initiatives worked together on a common goal.

We want to set a solidary sign against repression around the “day for political prisoners”. With the demonstration we will show that the calculations of criminalization, intimidation and division by the state will fail.

For us the summit days were not just moments to learn to know each other and succesful resistance. but also a consequent aggravation of state repression. Before and during the summit the police acted completely detached with large-scale ban zones for demonstrations, bans for camps and violent attacks. Still the repression continues: long pre-trial imprisonment, raids and public calls for denunciation.

Formation of Authoritarianism

In the setting of the current worldwide authoritarian formation by states and societies, a a shift to the right and a further militarization of the police also takes place in Germany. In this context we have to regard the decided aggravation of the so-called “resistance” and “breach of public peace” paragraph by German parliament in May 2017. With the G20 summit that took place a few months later, they wanted to send the message; Who leaves the protest framework which is authorized by the state, can count on drastic punishment.

But the convictions to high prison sentences are not only the result of the aggravation of these paragraphs. In many verdicts with a high penalty the goal of the judiciary is to deterrent refractory behaviour of others.

The various repressive measures in the past months showed that the enemy image of politicians and the institutions of repression is on the left side. They try to stagger us in fear as an antagonistic movement. In a fear that should prevent us to organize ourselves and to resist against the ruling conditions. Repression against leftwing movements has a tradition in Germany. For example the ban against the PKK has it’s 25th anniversary this year. Because of this ban activists are being imprisoned again and again on the basis of §129b.

The upgrade of the modern security state is also a reaction on the worldwide culmination of social conflicts. Fanned because of the forced opening of less developed markets by the leading industrial states more and more people are forced to flee, which often ends deadly, because of escalating distribution conflicts and wars.

But inside the industrial nations the inequality also is getting worse. Capitalism is no longer willing to hold up a minimal share in profits for people depending on wages. People who are not useful for the economical system are, when they get anything at all, getting fobbed with alms. The social components of the civil state are rather more replaced by the guiding idea of an obviously authoritarian formation. The content of this authoritarian formation are willingly accepted and internalized by large parts of society

Let us not be intimidated

We are not coming to complain. Because wherever the ruling conditons are questioned, the answer will be state repression. However we will continue to fight in many different ways until our comrades will be with us on the streets again.

Our goal is a solidary, self-determined, stateless and gender liberated society without exploitation and oppression. Locally and globally, solidary and collectivly we want to resist against the horrible conditions.

The aspiration for another life has activated us against the G20 as a movement in all its breadth. We didn’t let them to dictate us the forms of protests but chosen ourselves. In this context; Let us thwart state repression by neither letting them to divide us, nor let them isolate us.

Let us set a sign for a solidary perspective, let’s organize ourselves and set a mark against repression together; wether in the courtroom, in contact with the prisoners and convicted, by organizing (solidarity) events or on the streets.

It struck some of us, but they meant us all! Freedom for all G20 prisoners! Freedom for all prisoners!

Come to Hamburg to the anti-repression demo at March 17, 2018 at 02:00pm (14:00), Gänsemarkt (Gaensemarkt).

United we stand!

Pegida in Hamburg? – Läuft nicht!

Am Montag den 05.02. demonstierte eine Gruppe von etwa 40-50 Pegida-Sympathisanten*inn, AfD-Anhänger*innen Neonazis und Nazihools am Hamburger-Jungfernstieg.

Für den 12.02. ist die nächste Demo/Kundgebung aus diesem Umfeld angemeldet. Die Demo soll unter dem Motto „Merkel muß weg“ laufen, schon 21. 09. 2017 beim Merkel-Besuch am Fischmarkt sammelte sich eine Gruppe unter dem Motto „Merkel-muss-weg“ in Hamburg. Im September wurde zu Anfang die Aktion von einer Flyeraktion der Identitären begleitet.
Auf einschälgigen Interne-Seiten wird die Demo vom letzen Montag begrüßt und die neue Demo beworben, u.a. von PI-News, Pegida und Lutz Bachmann, die Zahl der Teilnehmenden könnte dadurch steigen.

Angemeldet wurden die rechten Aufmärsche von Uta Ogilivie, Autorin für den rechten Hetzblog „Tichys Einblick“, die nach außen harlos auftritt, um damit anschlussfähig zu erscheinen, aber keine Nähe zu Neo-Nazis scheut.

Auch wenn sie sich nach außen gemäßigt geben sind Teile dieser Demo durchaus gewaltbereit und eine direkte Gefahr für Menschen die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen. Erst am 5. Januar kam es am Jungfernstieg zu einem bisher unaufgeklärten Messerangriff aus einer Gruppe weißer Deutscher auf einen Geflüchteten.

Nach aktuellem Stand findet die nächste Demo am Montag, den 12.02.um 19 Uhr am Jungfernstieg statt. Treffpunkt ist Jungfernstieg höhe 36, es wird eien Stationäre Kundgebung sein.

Reist nicht alleine an und achtet auf weitere Informationen zu Gegenaktivitäten! Checkt antifainfopool.blogsport.eu

Neonazis entschlossen entgegentreten! – Pegida in Hamburg? – Läuft nicht!