Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Erste Auswertung zum „Tag der Niebelungen“

Erste sehr gute Auswertung zum Nazikampftag „Tag der Niebelungen“. Wieder dabei als einer der Hauptakteure, der internationalvernetzte Hammerskin Malte Redeker (ehmals Elmshorn/Kreis Pinneberg)

Anwesend war auch Markus Walzuck der noch bis 2012 Inhaber der Nazimodemarke „Label23″ war.

Hätten Antifaschist*innen 2013 nicht interveniert, dann hätte es die Nazikleidung „Label23″ auch in einem Ladengeschäft in Pinneberg zu kaufen gegeben. Die Plakate hingen schon… (https://www.shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/neonazi-mode-bald-in-pinneberg) Im Jahre 2016 modelten russische Neonazis für „Label23″. Statt „Label23″ wurd die als rechts-offen bekannte Marke „Yakuza“ im Ladengeschäft verkauft.
Auf Fotos posiert auch immer wieder Klemens Otto u.a. auch unter der Überschrift Team „Bodyking“ Pinneberg – so hieß der Laden. (Yakuza antifainfoblatt.de/artikel/Yakuza)

Auf Klemens Otto’s Webseite „Learn To Fight“ wo er sein Training bewirbt, dass er im „Legacy“ gibt, ist eine Bildergalerie wo ein Teielnehmer in einem T-Shirt der Nazimodemarke „Label23″ zu sehen ist. Für jemanden der vorgibt nichts mehr mit Neonazis zutun zu haben, ist es etwas merkwürdig wenn er auf diese Art und Weise Werbung auf seiner Webseite für eine Marke von und für Neonazis macht. Es macht deutlich das die Aussagen von Klemens Otto unglaubwürdig sind. Hier nochmal mehr zu „Label23

Hier auch nochmal der Text zur „1.Pinneberger Box Gala“ am 27. Oktober 2018.

Hier nochmal Bilder aus dem Archiv des antifaschistischen Magazins >>Der Rechte Rand< < von einem Naziaufmarsch in Neumünster von 2000 u.a. auf den Bildern Peter Borchert (links im Bild), Klemens Otto (mit Lederjacke), Jan Steffen Holthussen (Hemd) und Alexander Schlichting (mit Kaputze unter der 88).

A. Schlichting aus Elmshorn zählt sich heute noch zu „Blood and Honour“ wie man auf diesem Bild von ihm bei Facebook sehen kann.

Am 02.11.2018 soll es auf dem „Schild & Schwert“ Festival in Ostritz zu einer Neuauflage der „Kampf der Nibelungen“ kommen.

runtervondermatte.noblogs.org

1. Pinneberger Box Gala – Legacy und Klemens Otto

Am 27. 10. findet in Pinneberg die 1. Pinneberger Box Gala statt, dazu haben uns Fragen zum „Legacy“ wo man diverse Kampfsportarten trainieren kann und Klemens Otto erreicht.

Die Fragen um Klemens Otto, vermutlich bleiben sie vorab Fragen. Eines ist aber sicher, Klemens Otto hat über Jahre Menschen drangsaliert, angegriffen und teilweise schwer verletzt, da sie nicht in sein faschistisches Weltbild passten.

Er war führender Kader bei Blood and Honour, der Kopf von Combat-18 Pinneberg und kontaktete International in die neonazistischen Szene hinein.

Vieles um ihn und um ihn herum ist bekannt. Auch wenn er heute auf Naziaufmärschen nicht mehr gesehen wird ist er für uns kein Aussteiger. Der Zeitungsartikel indem er behauptete nur zwei Jahre aktiv gewesen zu sein, trägt nicht zu seiner Glaubwürdigkeit bei. Otto war mindestens seit 1997 bis 2003 aktiver Nazi.

Klemens Otto ist einer der 90er/00er Nazis, welcher sich still und heimlich aus der Öffentlichkeit geschlichen hat, ohne jemals über seine Vergangenheit erzählt zu haben, geschweige denn öffentlich mit ihr gebrochen hat.
Solange er das nicht tut, bleibt er für uns zumindest ein riesiges Arschloch.

Ob es Sinn ergibt, einen alten Schlägernazi präventive Kurse mit Kindern in seiner „Legacy“ Bude in Pinneberg durchführen zu lassen, fangen wir gar nicht erst an zu diskutieren, da kann es nur eine Antwort geben: Ergibt keinen Sinn!

Wie auch er sich versucht still zu verdrücken und wann wir vom Ausstieg sprechen, könnt ihr hier als Beispiel nachlesen:

Antifa-Infoblatt (AIB) 74, 2007 Aussteiger, Rückzieher, Aufhörer, Austreter

Antifa-Infoblatt (AIB) 41, 1997 Einige Eckpunkte zum Umgang mit Neonazi-Aussteigern. (nicht online)

Wir vergessen nie!

Abschließend:
An alle die mit Klemens Otto boxen, rangeln, raufen. Nein es reicht nicht, das er nicht mehr faschistisch auftritt. Es liegt an euch, bohrt nach, holt euch Antworten. Nur lasst euch nicht auf „abwinken“ und/oder Verharmlosungen ein.

Nazis und Freund*innen runter von der Matte!

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 120 ist da

Ti­tel­the­ma der 120. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: Chemnitz der Mob und seine Akteure. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem: Ein Schwerpunkt zum Ende des NSU-Prozesses, Heidenau im Rückblick, Der Machtkampf in der NPD ist wieder eröffnet, Akademiker für Deutschland, Interview mit Mark Bray über Antifa in den USA, Seebrücken bauen für mehr Menschlichkeit, Linke Tech-Kollektive im Visier der Behörden, Der russische Geheimdienst foltert Antifaschist_innen und Anarchist_innen

Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, Schanzenbuchhandlung ) oder direkt beim AIB

Kreis Pinneberg / Elmshorn: 6. Oktober – Elmshorn geht auf die Straße! Für Seenotrettung und gegen Rassismus!

Elmshorn geht auf die Straße! Wir treffen uns um 11:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz und gehen nach einer musikalischen Einleitung gemeinsam zum Fest der Demokratie am Alten Markt! Lasst uns gemeinsam ein Zeichen für eine offene Gesellschaft ohne Rassismus setzen, die sich für mehr Pressefreiheit und sich klar zur Seenotrettung bekennt!

Die Aktionen auf dem Alten Markt werden vielfältig sein. Vereine, Organisationen, Gruppen, Religionsgemeinschaften präsentieren sich, kochen, spielen und freuen sich darauf, einen fröhlichen Nachmittag zu erleben. Unterschiedliche Bands werden uns musikalisch unterstützen, Frau Dr.Brigitte Fronzek wird das Fest mit einem Wortbeitrag eröffnen, der Flagge zeigt.

Wie wichtig die Aktion morgen ist hat nochmal der Angriff heute auf das Büro von SOS Méditerranée in Marseille gezeigt. SOS Méditerrané ist eine Organisation die sich für die Rettung von Schiffbrüchiger im Mittelmeer einsetzen. Am Freitag stürmten eine Gruppe der faschistischen „Identitären Bewegung“ das Büro der Hilfsorganisation. Im Hafen von Marseille befindet sich auch gerade das Rettungsschiff „Aquarius 2″, weil Panama das Schiff der Organisation auf druck von Italien aus dem Schifffahrtsregister streicht, um jetzt einen neuen Flaggenstaat zu suchen. SOS Méditerrané ruft für morgen zu einer Welle in Orange auf, in ganz Frankreich wird es Aktionen in Solidarität mit der Organisation und für die Rettung Schiffbrüchiger geben – dem schließen wir uns an!

Kommt morgen im Kreis Pinneberg um 11 Uhr zum Bahnhof Elmshorn! Für Seenotrettung und gegen Rassismus

Kampagne: Titanic versenken!

Seit der Schließung des „Club 88“ in Neumünster und der Zusammenlegung der NPD Kreisverbände zum KV Mittelholstein entwickelt sich die Nazikneipe „Titanic“ in der Stadt an der Schwale mehr und mehr zum zentralen Treffpunkt der Naziszene in Schleswig-Holstein.

Schon vor mehr als zehn Jahren gingen von hier Jagden auf Menschen aus, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, es gab damals sowie in den Folgejahren immer wieder Übergriffe auf die Moschee oder die Aktion Jugendzentrum. Vor allem auch die Nazirocker der Bandidos frequentierten die Kneipe häufig, ihr Unterstützerverein Contras, dem auch der Sohn von Horst Micheel angehörte, feierte hier sein einjähriges Bestehen, regelmäßig kam es in oder vor der Titanic zu Schlägereien oder Messerstechereien zwischen verfeindeten Rockergruppen. Parallel bot die Partei schon damals der extrem rechten NPD ein Zuhause, neben Landesvorstandstreffen gab es hier aber auch regelmäßig Rechtsrockkonzerte mit menschenverachtenden Texten. Im Kommunalwahlkampf 2018 spielte die Kneipe in der Wippendorfstraße dann endgültig die zentrale Rolle: Hier fanden sowohl das Vortreffen der KandidatInnen als auch der Wahlkampfauftakt, zu dem der mehrfach vorbestrafte NSU-Unterstützer Thorsten Heise als Redner eingeladen wurde, und die Wahlparty statt. Hier laufen die Stränge von Reichsbürgern, extrem rechter Parteipolitik, Kameradschaftszene und rechtsterroristischem Umfeld zusammen, die Kneipe schafft es aber dennoch immer wieder, einen unpolitischen Charakter vorzugaukeln. Mit Dartturnieren, WM-Übertragungen oder Discoabenden, für die jeweils mit bunten Plakaten geworben wird, will aber Horst Micheel, der inzwischen für die NPD in der Ratsversammlung sitzt, nicht nur von seinen Naziumtrieben ablenken, sondern auch Menschen am Stammtisch agitieren und an die Partei und die Naziszene heranzuführen.

Am 20. Oktober 2018 beginnt die antifaschistische Kampagne „Für mehr Eisberge – Titanic versenken“ in Neumünster! – Infos: eisberge.blogsport.eu

Wedel/Kreis Pinneberg: Informationsabend über Beratungsangebote gegen Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein

HEUTE, MITTWOCH; 26. SEPTEMBER 2018, 19:30 UHR IM RATHAUS WEDEL

Der Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit wurde im Frühjahr 1990 ins Leben gerufen, um ein Gegengewicht gegen wachsenden Fremdenhass und Rassismus zu bilden. Wir wollen in Wedel das Klima der Toleranz und Aufgeschlossenheit erhalten. Deshalb treffen wir uns regelmäßig am letzten Mittwoch im Monat im Rathaus. Deshalb beteiligen wir uns anDemonstrationen und Aktionen, die sich für Solidarität und Toleranz einsetzen.

Angesichts der derzeitigen Situation und öffentliche Diskussion, angesichts von Hass und Hetze, halten wir es für außerordentlich wichtig, einen Informationsabend durchzuführen.
Wir lassen uns informieren, welches Hilsangebot es für Opfer rechter Gewalt in Schleswig-Holstein gibt. Und wir gehen wichtige Fragen über Neonazis nach. Was wir aktuell tun sollten, werden wir sicherlich am Ende der Veranstaltung zusammenfassen können.
Für den Abend haben wir kompetente Menschen eingeladen, die uns informieren werden und die wir befragen wollen. Bei einem kleinen Imbiss wollen wir uns während der Veranstaltung stärkenund ins Gespräch kommen.

Ablauf: Begrüßung, Einführung durch Vertreter vom Zentrum für Betroffene rechter Angriffe e.V. (ZEBRA) mit Fragen und Diskussion, Pause mit Imbiss Einführung vom Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus (RBT Itzehoe) mit Fragen und Dikussion, Zusammenfassung: Was tun?

Heute! Vernetzungs- und Planungstreffen der Seebrücke – Kreis Pinneberg

Heute am 11.09. um 19 Uhr ist es endlich soweit! Das erste Vernetzungs- und Planungstreffen der Seebrücke findet im Gemeindehaus der Katholischen Kirche (St. Katharina, Fahltskamp 14, 25421 Pinneberg) statt. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen die Ziele und konkrete Umsetzung in Form von Aktionen der Seebrücke Pinneberg festlegen. Es ist jede*r aus dem Kreis Pinneberg willkommen. Wir freuen uns!

Hier der Link zur Facebook-Veranstaltung: Seebrücke – Kreis Pinneberg

Hamburg: Am 5.09 & 12.09. gegen Nazis auf die Straße!

Ab Mittwoch den 05.09. 2018 möchten Nazis jeden 1. Mittwoch in Hamburg ihre rechte Hetze auf dem Gänsemarkt verbreiten.

Für den 12.09.2018 rufen Dortmunder Neonazis in Hamburg zu einer Solidaritäts-Kundgebung mit Ursula Haverbeck auf. Haverbeck hat morgens eine Verhandlung vorm Gericht am Sievekingsplatz.

Rechter Hetze entgegentreten! Kein Platz für Nazis und Rassist*innen! NS-Verherrlichung stoppen!

Infos für beide Termine: Antifainfo & Hamburger Bündnis gegen Rechts

Niemand wird vergessen! Hiç unutmadık! Gedenken an Mehmet Kaymakcı

In der Nacht vom 24. Juli zum 25. Juli 1985 wurde Mehmet Kaymakcı von Nazis in Hamburg-Langenhorn ermordet.

Zusammen mit der Antifa 309 haben wir am Tatort Mehmet Kaymakci gedacht und von uns wurden Blumen und Kerzen aufgestellt, sowie ein Schild was an Mehmet Kaymakci erinnert.

Wir gedenken

Mehmet Kaymakci

in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1985 von Nazis ermordet.

Hier im Kiwittsmoorpark an der Straße Hohe Liedt erschlugen drei Neonazis den Arbeiter Mehmet Kaymakci. Das Tatmotiv war Rassismus, wie die Täter selbst später zugaben. Bis heute morden Faschisten in Deutschland, und sie werden es auch weiter tun, wenn wir uns ihnen nicht in den Weg stellen.

Erinnern heißt kämpfen!
Kein Vergeben – Kein Vergessen

Mehr Hintergrund gibt es hier

Kundgebung in Elmshorn zur Urteilsverkündung im NSU-Prozess

Am Mittwoch, dem 11. Juli 2018, ist nach fünf Jahren das Urteil im ersten NSU-Verfahren vor dem Oberlandesgericht München gesprochen worden.
Wir sind entsetzt und wütend über das Urteil! Das Gericht stellt den NSU weiter als isoliertes Trio dar, spricht die Ermittlungsbehörden frei, die Verstrickungen des Verfassungsschutz und die strukturellen rassistischen Ermittlungen zu Lasten der Angehörigen der Opfer erwähnt es erst gar nicht.
Dieses Urteil ist ein weiterer Schlag ins Gesicht für die Angehörigen und Überlebenden des NSU-Terrors!
Auch weil die Angeklagten Eminger und Wohlleben deutlich niedrigere Strafen erhalten, als von der Bundesanwaltschaft gefordert wurden. Es ist ein fatales Signal an die militante Nazi-Szene, es macht deutlich das ihnen nichts geschehen wird. Unterstützer-Netzwerke von Nazi-Terror wird es weiter beleben.

Wir haben uns der bundesweiten Kampange >> 5 Jahre NSU-Prozess Kein Schlussstrich< < angeschlossen und haben in Elmshorn eine Kundgebung gemacht. Zum Gedenken an die Ermordeten und in Solidarität mit den Betroffenen, mit der forderung den NSU-Komplex endlich aufzuklären. Über 30 Teilnehmer beteiligten sich an der Kundgebung auf dem Holstenplatz von 18 bis 19 Uhr. Provokationen am Rande von Nazis durch Hiltlergruß und Pöbeleien gegen die Kundgebung konnte von Antifaschisten gestoppt werden. In drei verschiedenen Redebeiträgen wurde an die Opfern des NSU, an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter gedacht, es wurde nochmal auf die Verbindung von Staat und Nazis und auf die regionalen Verbindungen des NSU-Netzwerks hingewiesen. Weiter wurde die Kundgebung dazu genutzt zur Demo am Samstag in Hamburg aufzurufen.

Niemand wird vergessen! Hiç unutmadık!

Hier unser Redebeitrag:

NSU-Komplex – Wir fordern Aufklärung!

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Schultze.
Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verübte von 1999 bis 2010, soweit bisher bekannt, zehn Morde und drei Sprengstoffanschläge.
Heute am 11.07.2018 ist der Prozess nach 438 Verhandlungstagen zu Ende gegangen.
Unabhängig von den heute gesprochenen Urteilen: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten! 

Es ist beim Prozess klar geworden das auch nach dem Urteil kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex gezogen werden kann und auch nicht darf!
Gerade die antifaschistische Recherche von vielen Aktivist*innen aus unterschiedlichen Zusammenhängen, und die Nebenklage sind noch mitten in der Arbeit und noch lange nicht an ihrem Ende.

Wir fordern Antworten:

  • Wer ist für die Mordserie und die Anschläge verantwortlich?
  • Wer ist das Unterstützerkommando im NSU?
  • Wie und vom wem wurden die Mordopfer und Anschlagsziele ausgewählt?
  • Was wusste der Verfassungsschutz exakt?
  • 

Schon im Vorfeld des Prozesses in München wurde klar dass das Gericht nicht der gesellschaftlichen Bedeutung und der politischen Dimension solch eines Verfahrens gewachsen ist!
    Das Gericht und somit der Staat hätten zeigen können, das ein Rechtsstaat auch bei eigener Beteiligung in der Lage ist entschlossen und umfassend aufzuklären.

Der NSU beschränkt sich nicht nur auf das Trio Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe.
    Ignoriert von der Bundesanwaltschaft wird das Netzwerk des „Nationalsozialistischen Untergrund“.
    Der NSU war keine isolierte Zelle von nur drei Personen, der NSU war auch mehr als die fünf Angeklagten
vor dem Oberlandesgericht in München.
    Wer waren die lokalen Unterstützer_innen?

Ohne Hilfe aus der militanten Nazi-Struktur wäre der NSU nicht möglich gewesen.

Hilfe von Kameradschaften – wie dem Thüringer Heimatschutz – der vom Verfassungsschutz-Mann Tino Brandt aufgebaut wurde.
    Vom internationalen Nazi-Netzwerk „Blood and Honour“, welches bis zum Verbot und darüber hinaus durchsetzt von V-Leuten war.
    Beim Prozess stellte sich heraus das im NSU-Netzwerk über 30 V-Personen aktiv waren, die nicht willens waren offene Fragen vor Gericht und den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen
aufzuklären. Auch hier wurden Unterstützer*innen einer aktiv-mordenden Nazibande von Behörden vor Strafverfolgung geschützt!
    An Zynismus kaum zu überbieten, der Verfassungsschutz wurde gestärkt, anstatt den Haufen komplett auseinander zu nehmen und aufzuklären! Es ist V-Leuten explizit möglich Straftaten zu begehen!

Alle versprechen eine „rückhaltlose Aufklärung“ – diese wurde von niemanden
eingehalten!
    Es wird wohl weiter an antifaschistischen Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen liegen, den NSU-Komplex komplett aufzuklären. – Wir werden nicht lockerlassen!

    
Auch in den Kreis Pinneberg gibt es personelle und ideelle Verbindungen zum NSU-Netzwerk.

Schon seit den 70er Jahren gibt es eine uns bekannte Naziszene im Kreis Pinneberg.
    Von Wehrsportübungen über den Sitz der Bundesgeschäftsstelle der 1995 verbotenen FAP.
    Weiter mit Ende der 90er bis Mitte 2000 eine sehr aktive und militante Kameradschafts-Szene mit bundesweiter Vernetzung und internationalen Kontakten.
    Bis zur NPD und ihren heutigen geistigen Erben von Identitärer Bewegung und AfD.

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Am 27. Juni 2001 wurde nicht weit von hier, in Hamburg-Bahrenfeld
Süleyman Taşköprü vom NSU ermordet.

Zu dieser Zeit war der Kreis Pinneberg ein Schwerpunkt der militanten Naziszene mit starken personellen Überschneidungen nach Hamburg zum „Aktionsbüro Norddeutschland“ um Torben Klebe, Tobias Thiessen, Thomas Wulff, Christian Worch und Thorsten de Vries und guten Kontakten darüber hinaus.
    Wie gut die Szene vernetzt war zeigt auch ein Leserbrief von 2001 an die „Hilfsorganisation Nationaler 
Gefangener“, wo sich „Nationale Sozialisten aus Pinneberg“ bei ihren Unterstützer*innen bedankten.
    So gingen Grüße und Dank u.a. an Nazis in Hannover, Lübeck, Kiel, Segeberg, Neumünster, Hamburg, „die 28er Jungs aus Niedersachsen und der Nordmark“, womit das „Blood and Honour“-Netzwerk gemeint ist. Der terroristische Arm der Nationalsozialistischen Bewegung.

Mehrere Naziaufmärsche wurden u.a. in Elmshorn von lokalen Nazis und von Nazikadern aus Hamburg angemeldet, u.a. von Benjamin Skourup und Christian Worch.
    Auch Konzerte von internationalen Nazibands fanden ihren Raum im Kreis Pinneberg. So z.B. 2001 als in Bönningstedt, eine US-amerikanische Nazi-Band aufgetreten ist.
    Aus der seit Ende der 90er Jahre immer aktiver auftretenden Naziszene mit gleich zwei Kameradschafts-Gruppen kam es zu zahlreichen Übergriffen und Anschlägen im Kreis. Gewerkschafter wurden mit dem Tod bedroht.
    Die bekennenden Antifaschistin und ehemaligen Bürgermeisterin von Elmshorn Brigitte Fronzek wurde von Nazis angegriffen.
    Rechte Jugendliche verübten einen Brandanschlag auf die Moschee in Uetersen.
    Es gab einen versuchten Messerangriff auf den damaligen Vorsitzenden der IG-Metall-Elmshorn, durch Christoph Otto.
    Otto wurde im Jahr 2018 nach jahrelanger Abstinenz von öffentlichen rechten Veranstaltungen am Hamburger Dammtor gesichtet. Dort beteiligte er sich an den Protesten des sogenannten Bündnis „Merkel muss weg“.
    Im Sommer 2001 steigerten sich die Bedrohungen und Übergriffe nochmals. Es gab
Farbanschläge auf das Verlagshaus A. Beig  in Pinneberg und die Elmshorner Nachrichten.
    Antifaschist*innen aus Elmshorn und Uetersen befanden sich vermehrt in körperlichen Auseinandersetzungen mit Nazis aus dem Kreis und Hamburg, da diese gezielt angegriffen wurden.
    
Parolen wie  „Trotz Verbot nicht Tot“ was sich auf das verbotene „Blood
and Honour“-Netzwerk bezog und „Befreite Zone C 18 PI“ ( der bewaffnete Arm von „Blood and Honour“ ) und „Jetzt gibt es Tote“ wurden vermehrt im Kreis Pinneberg gesprüht.

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    Als am 26. Januar 1998 in Jena Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt
untertauchten wurde u.a. eine Namens-Liste gefunden mit mehr als 35
Kontakten zu Neonazis und mehreren Fluchthelfern.
    Auf dieser Liste befindet sich ein Kontakt nach Quickborn im Kreis Pinneberg.
    Am 66. Verhandlungstag beim NSU- Prozess in München war die
NSU-Unterstützerin Janine Steinhoff aus Rellingen vorgeladen.
    Bei ihrer Aussage ging es um den Erwerb einer Prepaid-Telefonkarte, am 2.Juli 2003
in Zwickau für Beate Zschäpe. Hierfür soll sie 50 Euro erhalten haben.
    Mit dieser Karte mietete der NSU später Wohnmobile an.
    Von der Nebenklage befragt zu Verbindungen in die rechte Szene in der Vergangenheit oder
heute, wurden solche Verbindungen verneint.
    Direkte Fragen, ob sie die Neonazis Jan Steinhöffel, Alexander Schlichting, Markus Naujock oder Marko Hönke kenne, verneinte sie ebenfalls.
    Auch ihr Mann Sascha habe keinen Kontakt zur rechten Szene, sagte Janine.
    Bei erneuter Nachfrage räumte sie ein, dass sie Jan Steinhöffel kenne. Von Verbindungen zur rechten Szene wisse sie aber nichts.
    Die o.g. Personen zu denen sie befragt wurde waren alle beteiligt am Verfahren gegen die bewaffnete Gruppe „Combat 18 -Pinneberg“, um Klemens Otto.
    In der regionalen Presse konnte Klemens Otto sich 2016 als ehemaliger Neonazi darstellen, der nur zwischen 2001-2003 in der rechten Szene aktiv war.
    Wir wissen und die Presse kann, wenn sie es denn möchte, in ihren eigenen Archiven nachschlagen. Klemens Otto war schon 1997 bei einem rassistischen Angriff am Pinneberger Bahnhof beteiligt, wo es nur mit Glück keinen Toten gab!


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    Dass Nazis morden ist bekannt und dass Rassismus tödlich ist auch!
    Auch wir als Antifaschist_innen und als offene Gesellschaft haben versagt!
    Wir hätten schön viel früher wissen können welche Mörder-Bande im Land unterwegs ist. Hätten wir nur den Betroffen von rechten Terror zu gehört! Sie haben schon lange gesagt, dass es nur Nazis sein können!
    Der NSU muss in eine Politik des rechten Terrors eingeordnet werden, die keine Geschichte, sondern Gegenwart ist. Wie auf erschreckende Weise der Sprengstoffanschlag in Hamburg letztes Jahr auf dem Bahnhof Veddel gezeigt hat.
    Die Gesellschaft muss sich insgesamt mit dem vorhandenen Rassismus auseinandersetzen. Denn es war ein Klima rassistischer, menschenverachtender Hetze in dem der NSU entstehen konnte.
    Die Ermittlungen zum Bundeswehrsoldaten Franco A., zur „Terrorgruppe Freital“ oder die als Amoklauf verschleierten rassistischen Morde in München 2016, die rassistische Hetze der AfD und das menschenverachtende Handeln von Seehofer und anderen Beteiligten in der Regierung zeigen die erschreckenden Parallelen zur heutigen Zeit.

 

    Wir fordern:



  • Vollständige Aufklärung über das NSU-Netzwerk sowie seine staatliche Verstrickung und Beteiligung!
  • 

Institutionalisierten Rassismus entgegentreten und beseitigen!
  • Die AfD und ihr völkisches Umfeld als Nährboden für rechte Gewalt entschlossen bekämpfen!
  • Kommt am Samstag zur Demo nach Hamburg zum Hansaplatz um 14 Uhr



    Kein Schlussstrich – Das Problem ist Rassismus!

    Unsere absolute Solidarität mit den Opfern des NSU und deren Angehörigen – Entschädigung
und Entschuldigung – sofort!

    Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter

    Wir sind bei euch!

    Antifaschistische Initiative Kreis Pinneberg / Elmshorn 2018

    Pressemitteilung von NSU-Watch zum Urteil und die Presseerklärung der Nebenklagevertreter*innen zum Ende des NSU-Prozess. Infos und Forderungen von der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Taşköprü


    Dieses Bild wurde nach der Gedenkveranstaltung am 27. Juni 2018 an Süleyman Taşköprü in der Schützenstraße