Archiv für April 2019

Rechter Überfall in Elmshorn!

Am 20. April wurden eine Frau und ein Mann in Elmshorn von hinten angegriffen und verletzt. Die 15 köpfige rechtsaffine Männergruppe aus dem HSV Umfeld bepöbelte die beiden Menschen mit den Worten, „Ihr scheiß Sankt Pauli Fotzen, verpisst euch, wir wollen kein AIDS.“ Daraufhin wurde die Frau von hinten umgetreten und der Mann bekam Faustschläge ab. Auf einem Video gröhlt die Gruppe: „Zecken, Zigeuner und Juden, scheiß Sankt Pauli.“ Nach gegenseitigem Geschubse, Mackertum, antisemitischen und antiziganistischen Gejohle und etlichen Flaschenbieren später, zog die Gruppe in eine Kneipe in Innenstadtnähe.

Als Angreifer auf die beiden Menschen konnte Torben G. aus Elmshorn identifiziert werden.

Jedes Jahr am 20. April „feiern“ neue und alte Nazis den Geburtstag Adolf Hitlers, auf ihre Art und Weise. Das geht von Feiern und Gedenken an den Führer des nationalsozialistischen Terrorsystems, bis hin zu Überfällen auf AntifaschistInnen, AusländerInnen usw. Dieses Jahr ist jedoch mit einer neuen Eskalation zu rechnen. Es ist der 100. Geburtstag und der wird seit Jahren vorbereitet.

so berichtete das Antifa Infoblatt 1989 über die Vorbereitungen der Nazi-Szene zum 100. Geburtstag von Hitler.
Auch 30 Jahre später werden die Tage rund um den Geburtstag von der Nazi-Szene für aktionen genutzt. So veranstalteten der Neonazi Torsten Heise (NPD/Blood and Honour) 2018 ein Festival und Kampfsportturnier rund um den Geburtstag in Ostritz (Sachsen). Aus Schleswig-Holstein war Sören Radtke als Kämpfer auf dem Turnier vertreten.
Der Überfall in Elmshorn ist kein Einzelfall, in Karlsruhe wurden die Räumlichkeiten des Kinder- und Jugendverbands SJD – Die Falken angegriffen, in Dresden-Neustadt feierten Nazis „Führergeburtstag in einer Bar und attackierten andere Menschen, in Wuppertal machte die Partei „Die Rechte“ eine Demo, die NPD zog durch Niedersachsen mit einer Kundgebungstour und in in Mecklenburg-Vorpommern wurden Hakenkreuzfahnen gehisst. (Aufzälung sicher unvollständig)

Keine Straße, keine Kneipe, kein Viertel den Ewiggestrigen und ihren Freunden!

Heraus zum 1.Mai in Elmshorn!

1.Mai –Sei Dabei! Hoch die internationale Solidarität – Für eine solidarische Gesellschaft!

Das Beispiel von >Fridays for Future< und den Protesten der >Seebrücke< haben uns gezeigt: Wir sind Viele - und können etwas erreichen!
Am 1.Mai, gehen weltweit Millionen Menschen für ein besseres Leben auf die Straße! Der 1.Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiter*innen. Zum ersten Mal wurde im Jahr 1886 in Chicago von Gewerkschaften demonstriert und erfolgreich gestreikt. Am Ende wurde als Verbesserung der 8-Stundentag durchgesetzt.

Wir wollen gemeinsam für eine bessere Zukunft für ALLE kämpfen – Für eine solidarische Gesellschaft!
Kommt zu unserem Jugendblock in Elmshorn!
Wann: 11Uhr; Wo: Bhf. Elmshorn (Holstenplatz)

Wir haben nicht nur eine große Aufgabe die wir zu bewältigen haben – sondern sind mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert:
Der Kapitalismus schafft miserable Lebensbedingungen für den Großteil der Weltbevölkerung!
Wir erleben weltweit einen Rechtsruck und das Erstarken autoritärer Strukturen in der Gesellschaft: Wie uns Trump in den USA, Erdogan in der Türkei und das Aufstreben der AfD hier zeigen.
Menschen werden auch heute noch ausgebeutet für die Gewinne Einzelner: Kurzarbeit, befristete Verträge, (gender-) ungerechte Bezahlung, unbezahlte Überstunden und 40-Stundenwochen sind dabei noch die vermeintlich ´´harmlosen“ Formen.
Der Kapitalismus beutet nicht nur Menschen weltweit aus, sondern auch die Erde selbst! Die Umwelt und die Lebensgrundlage vieler Menschen wird zerstört, um Profite zu machen. Viele werden so zur Flucht getrieben.
Das alles macht deutlich, dass die Zeit nach grundlegenden Veränderungen schreit!
Wir erleben starke Kämpfe wie die Proteste um den Erhalt des Hambacher Forst, die Seebrücken-Proteste und die internationalen Frauenstreiks am 8.März – sie müssen uns als Anstoß dienen, weiter zu kämpfen und uns der Vielzahl von Problemen anzunehmen, um für ein gutes Leben für ALLE zu kämpfen.

Hoch die internationale Solidarität – Für eine solidarische Gesellschaft!
Jugendbündnis 1.Mai Elmshorn

Das Bündnis ist auch auf Instagram und Facebook vertreten.

Verdächtiger der rechten Bombendrohungen und Droh-Mails ermittelt

Schon seit Wochen werden bundesweit Droh-E-Mails mit rechtem Inhalt und Bombendrohungen verschickt, jetzt wurde ein Verdächtiger aus Halstenbek (Kreis Pinneberg) als mutmaßlicher Urheber ermittelt. Für uns ist es kein Unbekannter: Der 30-jährige Neonazi André Maaß musste sich bereits 2008 gemeinsam mit Kevin W. wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags auf das Apfelfest 2007 in Rellingen vor dem Landgericht in Itzehoe verantworten. Im Sommer 2014 wurden von ihm zahlreiche Brandstiftungen in Rellingen begangen und wie jetzt auch mehrere Droh-Mails verschickt.

André Maaß mit T-Shirt der RechtsRock-Band «Weisse Wölfe»

Das Antifa-Recherche-Projekt exif-recherche.org hat den Fall André Maaß nochmal gut zusammengefasst:

>> Der am 4. April 2019 ermittelte Tatverdächtige ist kein Unbekannter: Der 30-jährige Neonazi André Maaß aus Halstenbek (Kreis Pinneberg) musste sich bereits 2008 gemeinsam mit Kevin W. wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags auf das Apfelfest in Rellingen 2007 vor dem Landgericht Itzehoe verantworten.

André Maaß (rechts) mit seinem Neonazi-Freund Kevin W.

Maaß verbrachte in den darauffolgenden Jahren wegen verschiedener Delikte bereits einige Zeit in Haft und in der Psychatrie. Zuletzt wurde er 2015 wegen einer Autobrandserie zu drei Jahren Haft verurteilt. Vorangegangen war eine Serie von Brandstiftungen in Rellingen im Sommer 2014. Ein dazu im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben wurde mit dem Pseudonym „Felix Steiner“ unterschrieben – eine Anlehnung an Felix Steiner, Obergruppenführer und General der Waffen SS. In seinem frühreren Bekennerschreiben zu der Brandserie hieß es: „…es ist eine Kriegserklärung gegen die Gemeinde und deren Bürger…“ und weiter „…erst dann werdet ihr erwachen, was passiert, wenn manches Ungeziefer in der Gemeinde zu lange provoziert.“. Auch in den aktuellen Erpressermails von „Wehrmacht“ finden sich semantische Ähnlichkeiten, wie z.B. die Verwendung des Wortes „Ungeziefer“.

In zahlreichen Kommentaren in sozialen Netzwerken wird die menschenverachtende Ideologie und die Affinität zu Schusswaffen von Maaß deutlich. Wie sehr er sich in ein neonazistisches Netzwerk eingebunden sieht, zeigen diverse Äußerungen im Internet: So kommentierte er letzte Woche einen Bild-Artikel zu dem Christchurch-Attentäter und dessen Verbindungen zur «Identitären Bewegung» folgend: „Ich hoffe die Vernetzung reicht noch weiter, von Neuseeland bis Österreich, sind ja schon ein gutes Stück, In der USA gibt es ja auch noch ein paar nette Organisationen, wie die Aryan Nation, Imperial Klans of America. Russland und Polen, Tschechien haben auch sehr militante Gruppen, die alle dem in Deutschland verbotenen B&H Netzwerk angehören ich schreibe das Netzwerk extra nicht aus, die es kennen wissen was ich meine, ja sogar in Serbien…………Und von allem mal abgesehen, nur weil der Attentäter gespendet hat heißt es garnichts.Man bekommt eine Spende, und ob man unbedingt weiß, was dieser Spender in Zukunft machen wird, ist eigentlich mehr als fraglich, und wenn man es wissen tut. Dann ist das Netzwerk ziemlich nah dran sich international zu etablieren.Und gegenseitig zu helfen.“

Auch einen Artikel in der Mopo, der über das antifaschistische Engagement von Schüler*innen der Ida-Ehre-Schule in Hamburg berichtete, kommentierte Maaß am 21. März 2019 wie folgt: „Die ANTIFA ist nichts weiter als eine terroristische Vereinigung, die sich strukturiert hat, und lediglich den Antifaschismus benutzen um ihre Ideologie zu verbreiten, die genau so Faschistisch ist wie der Nationalsozialismus. Zudem das Wort Faschismus kommt von dem lateinischen Fascio, was nicht anderes als Bund bedeutet.“

Nur kurze Zeit später, am 28. März 2019, erhielt die Schule eine Bombendrohung.

Schon im Prozess um den geplanten Anschlag auf das Apfelfest und die Brandserie wurden die Taten und der Täter entpolitisiert und André Maaß als psychisch labil verharmlost. Dabei umgab sich Maaß schon immer mit Neonazis und trug szenetypische Kleidung wie «Thor Steinar». Derzeit befindet sich der Beschuldigte Maaß unter Bewachung in einem Krankenhaus. <<

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 122 ist da

Ti­tel­the­ma der 122. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: Kameradschaft Blaulicht – Rechte Netzwerke in den Sicherheitsbehörden. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem: Rassistisches Attentat in Christchurch / Neuseland, Ein rechtes Herz für Syrien? Der Identitären-Verein AHA, Verfassungsschutzbeobachtung als Problem der AfD, How we win – wie linker Antifaschismus langfristig wieder in die Offensive kommen kann, Framing mit dem Kantholz – Vorverurteilung und Hetze gegen Links hat in Deutschland Tradition, Der Fall Sacramento, Verschärfte Repression gegen die kurdische Bewegung in Deutschland, Dänemark: Delegitimierung der Europäischen Menschenrechtskonvention.

Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, Schanzenbuchhandlung ) oder direkt beim AIB