14. DEC. *SARA – Filmvorführung und Aufruf zur Prozessbeobachtung*

Zum 4. Todestag von Sara (Sakine Cansiz) Fidan Doğan und Leyla Saylemez am 9. Januar, findet am 7. Januar in Paris eine Demonstration statt. Die drei Frauen waren 2013 in Paris, im Kurdistan Informationszentrum ermordet worden.

Im Februar 2017, vier Jahre nach den Morden wird der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder, Ömer Günay beginnen, es gibt zahlreiche Beweise, dass er ein Agent des türkischen Geheimdienstes ist.

Kurdische Frauenorganisationen und auch Tatort Kurdistan rufen dazu auf, den Prozess am 8. oder 15. Februar zu beobachten und auch zur Demonstration zu fahren. Von Hamburg aus fahren Busse.

Sakine Cansız (Sara) war nicht nur für AnhängerInnen der PKK ein Symbol des Widerstandes. Nach dem Militärputsch 1980 wurde sie verhaftet und im berüchtigten Gefängnis von Amed (Diyarbakır) eingekerkert. Dort erlebte sie unbeschreibliche Gräueltaten. Sie wurde misshandelt, erniedrigt, gefoltert. Dennoch hielt Sakine an ihrer revolutionären Haltung fest, sie erweiterte ihr Wissen, organisierte sich im Gefängnis und schloss sich nach ihrer Haft der Guerilla an. 1998 erhielt sie in Frankreich politisches Asyl. Unermüdlich stellte sie in Europa Kontakte zu PolitikerInnen und UnterstützerInnen der Bewegung her, um eine Lösung der kurdischen Frage voranzutreiben. 2002 wurde auf Betreiben des türkischen Staates ein internationaler Haftbefehl gegen sie erlassen,

auf dessen Basis sie im März 2007 in Hamburg verhaftet wurde. Doch nach massiven Protesten ließ man sie wieder frei.

Aus Anlass des beginnenden Prozesses und des Jahrestages der Morde an den drei Freundinnen zeigen wir den Film *„SARA – Jiyana min her şer bû“* über das Leben von Sara (Sakine Cansiz). Der Film erzählt ihre Geschichte: Kindheit, Jugend, Gründung der PKK 1978, 10 Jahre Gefängnisaufenthalt, die Berge, Europa.

„Geschichte ist niemals ein mit Staub gefülltes Regal. Geschichte ist im Grunde genommen jede Sekunde, die wir leben. Sie war eine

Revolutionärin, die Geschichte als etwas Lebendiges empfand… es ist unsere bedeutsame Verantwortung, ihre Lebensgeschichte neuen Generationen zu vermitteln. Sakine wird von sich selbst, ihren Eltern und Geschwistern, und vor allem von ihren GenossInnen beschrieben…“

Der Filmd dauert 1 Std. 35 Min.; mit deutschen Untertiteln.

Bei der Veranstaltung gibt es auch Essen.

TATORT Kurdistan Cafe im Centro Sociale, Sternstraße 2