Archiv für Oktober 2016

Plakataktion in Quickborn und Pinneberg zum Gedenken an die Opfer des NSU-Komplex

Am 04.11.2016 jährt sich die Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zum fünften Mal. Nirgendwo lässt sich der gesellschaftliche Rassismus in Deutschland derart deutlich aufzeigen, wie an den Taten des NSU und deren Aufarbeitung. Zwischen dem 9. September 2000 und dem 6. April 2006 ermordete das NSU-Netzwerk – Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru und İsmail Yaşar in Nürnberg, – Süleyman Taşköprü in Hamburg, – Habil Kılıç und Theodoros Boulgarides in München, – Mehmet Turgut in Rostock, – Mehmet Kubaşık in Dortmund und – Halit Yozgat in Kassel . Am 25. April 2007 töte die Gruppe die Polizisten Michèle Kiesewetter in Heilbronn. Bei drei Sprengstoffanschlägen in Köln und Nürnberg wurden viele Menschen verletzt und nur durch Glück wurde niemand getötet.

Wir haben zum Gedenken an die aus rassistischen Motiven ermordeten – Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat – Plakate in Quickborn und Pinneberg geklebt.

In Quickborn haben wir die Plakate geklebt um auch noch mal auf die Verbindungen des NSU-Netzwerks in den Kreis Pinneberg hinzuweisen. Denn bereits Mitte der 90er Jahre lernte Uwe Mundlos bei der Bundeswehr eine Person aus Quickborn kennen und führte diese später in seiner 1998 in Jena beschlagnahmten Telefonliste auf. (1,2)

Für den 5. November rufen Antifaschist*innen unter dem Motto: „Kein Gras drüber wachsen lassen! Gegen Nazi-Terror und den rassistischen Normalzustand.“ zu einer Demo nach Zwickau , dem letzten Wohnort von dreien aus dem NSU-Netzwerk.

Norddeutschland, der NSU und rechter Terror

Ein Hearing zum NSU-Komplex, Rassismus und Justiz
Zum 5. Jahrestag der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) rückt das Hearing „Norddeutschland, der NSU und rechter Terror“ eine Region in den Mittelpunkt, die bei allen bisherigen Auflärungsbemühungen im NSU-Komplex das Schlusslicht bildet. Dabei gibt es in Norddeutschland – Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein – eine lange Kontinuitätslinie rechten und rassistisch motivierten Terrors.

Überlebende, Nebenklagevertreter_innen der Betroffenen und unabhängige Projekte, die Betroffene rechter und rassistischer Gewalt unterstützen, erinnern in den drei Panels des Hearings an die tödliche Dimension rassistischer Gewalt in Norddeutschland und diskutieren über Auflärungsblockaden im NSU-Komplex, die Praxis der Strafverfolgungsbehörden, die Forderungen der Betroffenen und die Konsequenzen des aktuellen Anstiegs rassistischer und rechter Gewalt.
Die vielen offenen Fragen zu den ungesühnten Morden an zehn Bewohner_innen des Flüchtlingsheims in der Lübecker Hafenstraßen 1996 und nach Unterstützer_innen des NSU-Kerntrios in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern stehen ebenso im Mittelpunkt des Hearings wie die gesellschaftlichen Diskurse, die vor Ort zu einer Entsolidarisierung mit den Betro enen alltäglicher rechter Gewalt beitragen. Denn man kann über den NSU-Komplex, und rechten Terror nicht reden, ohne die in Norddeutschland fest verankerten neonazistischen Netzwerke sowie institutionellen Rassismus und dessen Auswirkungen zu untersuchen.
Und nicht zuletzt wird die Frage zur Diskussion stehen, wieviel öffentlichen Druck und welche Anstrengungen und Initiativen es bedarf, um die Auflärungsblockade nicht alleine im NSU-Komplex zu überwinden.

4. November – Besenbinderhof 57a – Hamburg ab 13 Uhr Infos

Antifa Enternasyonal Cafe

Heute ist wieder das Antifa Enternasyonal Cafe in der Flora. Diesmal mit einem Infovortrag:

DITIB- Die Marionetten Erdogans?
Immer mehr rückt die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.) in den Fokus der öffentlichen Kritik. Der Dachverband entpuppt sich von einem angeblich interreligiösen, toleranten und demokratischen Verein zu einer mehr und mehr rechten, konservativen Organisation, die die ideologische Arbeit der AKP macht und ihr undemokratisches Programm unterstützt. Wir sehen uns mit einer Organisation konfrontiert, welche das friedliche Zusammenleben und den Dialog zwischen den Religionen, Kulturen und Völkern nicht fördert, sondern gefährdet. Dies haben wir insbesondere nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei gesehen, wo Mobs durch die Straßen gezogen sind und unter „Allah û ekber“ -Rufen Einrichtungen von vermeintlichen Putschisten angegriffen haben. Inzwischen zeigte sich, dass der Hass der Anhänger sich gegen sämtliche Minderheiten richtet: linke, oppositionelle und kurdische Organisationen und Aktivist*innen werden seit jeher bedroht und verfolgt.

Auch in Europa und Deutschland muss das Thema des türkischer Nationalismus als ein Problem anerkannt und seine fördernden Strukturen, wozu DITIB zählt, entlarvt werden. Es ist von Nöten sich nicht davor zu scheuen, den islamischen Dachverband kritisch zu hinterfragen und die engen Vernetzungen zu realisieren.

Dazu referieren Cansu Özdemir sowie YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.

Morgen alle nach Neumünster – Nazis stoppen!

Die Nazis von „Gemeinsam für Deutschland“ wollen am 22.10. in Neumünster ihren rassistischen und nationalistischen Positionen Gehör verschaffen. Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft dazu auf, ihnen wie schon in Bad Oldesloe und Stade einen Strich durch die Rechnung zu machen. Mehr Infos : antifa-kiel.org

Die Nazis haben von 12.30 bis 18.30 Uhr eine Demonstration durch die Neumünsteraner Innenstadt angemeldet. Als Startpunkt wird der Konrad-Adenauer-Platz direkt am Bahnhof ausgegeben, von da soll es über den Kuhberg, Großflecken, Altonaer Straße, Holsatenring, Schleusberg, Kleinflecken, Am Teich, Kuhberg und zurück zum Konrad-Adenauer-Platz gehen. Kundgebungen der Nazis sind auf dem Großflecken, Kleinflecken und Konrad-Adenauer-Platz geplant.

Gemeinsamen Zuganreisen aus Kiel, Lübeck, Rendsburg, Flensburg und Hamburg:

KIEL: Treffen am Hbf 9.40 Uhr, Abfahrt 9.55 Uhr
HAMBURG: Treffen Reisezentrum Hbf 9.00 Uhr, Abfahrt 9.21 Uhr
FLENSBURG: Treffen am Hbf 8.45 Uhr, Abfahrt 9.09 Uhr
LÜBECK: Treffen am Hbf 8.45 Uhr, Abfahrt 9.08 Uhr
RENDSBURG: Treffen am Hbf 08.30 Uhr, Abfahrt 08.58 Uhr

„Combat 18″ reloaded? – Treffen von C18-AktivistInnen in Dortmund

Am 4. Juni 2016 zogen Hunderte Nazis durch Dortmund zum sog. „Tag der deutschen
Zukunft/TddZ“*1, auch einige wichtige AktivistInnen des internationalen „Combat 18″-Netzwerkes*2 waren vor Ort. Auch bei einer weiteren Demonstration der Nazi-Szene am 08.10.2016, organisiert vom Zusammenschluß „Gemeinsam Stark Deutschland“, trafen sich wieder Mitglieder des rechtsterroristischen Netzwerkes von „Combat 18″ (C18) und des in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes in Dortmund.*3 Unter ihnen auch ein Gründer von „Combat 18“ (C18) in England, der 46-jährige William Browning, genannt „The Beast“.

(Foto von .lotta-magazin.de – Will Browning (vorne links/blau) und Marko Gottschalk (rechts/rot) am 4. Juli beim TddZ in Dortmund)

In Deutschland geriet „Combat 18″ erstmals in den Blickwinkel der Öffentlichkeit nachdem 2003 in Norddeutschland über 50 Objekte durchsucht wurden.*4 Die Razzia richtete sich gegen eine „Combat 18″ Zelle in Pinneberg (Schleswig-Holstein), bei der Waffen und Propagandamaterial sichergestellt wurden.*5/6/7

Auch aus Schleswig-Holstein waren Nazis in Dortmund die zu den „Blood & Honour“-Strukturen gehören. So war Lars Bergeest aus Cismar (Kreis Ostholstein) in Dortmund, Bergeest verfügt über sehr gute Kontakte zu den skandinavischen Nazis des dortigen „Blood & Honour“ -Netzwerk.* 8

(Lars Bergeest beim Naziaufmarsch in Lübeck (März 2010) mit grünem Halstuch, ganz links S.Bork aus dem Kreis Pinneberg Foto vom antifainfoblatt.de)

(links: Robin Schmiemann, mitte: William Browning und rechts: Lars Beergest Foto: Dortmund 2016 von recherche-nord.com)
Marco Eckert u.a. an den Nazi-Rock-Projekten „Words of Anger“, „Sturmwehr“, „Oidoxie“ und „Rassenhass“ beteiligt, wurde in Dortmund neben William Browning, Marko Gottschalk und Lars Bergeest gesehen.

(Mitte: Marko Gottschalk in Rot, links dahinter in grau Marco Eckert)
Marko Gottschalk ist ein langjähriger Naziaktivist und Sänger der Nazirockband „Oidoxie“. „Oidoxie“ gehört zu den dienstältesten noch aktiven Rechtsrock-Bands, deren Konstante der Sänger Marko Gottschalk ist. Kaum eine andere deutsche Nazirockband bezieht sich so stark auf „Combat 18″ wie „Oidoxie“ ausser die befreundeten Bands „Weisse Wölfe“, „Straftat“ und „Strafmass“.*

(Foto vom www.lotta-magazin.de „Oidoxie“ im Juli 2012 in Gera, mit Marko Gottschalk und Marco Eckert) Mitte 2012 ist Marko Gottschalk nach Schweden ausgewandert. Dort beteiligte er sich mehrmals am Sommerfesten der „Blood & Honour“/“Combat 18″ -Division Scandinavia, beim diesjährigen Sommerfest am 27. August 2016 in Schweden spielte mit Division Voran wieder eine deutsche Band und als Redner trat Thorsten Heise auf.

(Foto: recherche-nord.com ThorstenHeise mit Megafon beim TddZ in Dortmund 2016)
Der NPD-Politiker Thorsten Heise aus dem thüringischen Fretterode, besitzt gute Kontakte zu „Blood and Honour“ und „Combat 18″. Auch zum NSU-Netzwerk gibt es Verbindungen, bei der Hochzeit von Heise im Jahr 1999 befanden sich unter den Gästen auch Nazis aus dem Umfeld des „Nationalsozialistischem Untergrund“ (NSU).
Wie wichtig die „Blood and Honour“-Strukuren für das NSU-Netzwerk sind, wurde in einem Text von NSU Watch herausgearbeitet. (Der NSU im Netz von Blood & Honour und Combat 18)

Wozu die „Blood and Hounour“ -Strukturen in der Lage sind, wurde gerade erst in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 2016 wieder deutlich, als in der Schweiz über 5000 Nazis aus ganz Europa ein Konzert von sechs Rechtsrock-Bands besuchten.*10/11/12/13
Das solche Konzerte nicht nur zur Untehaltung, sondern auch zur Vernetzung, Austausch und Planung da sind, sollte bekannt sein.
So geht man davon aus das beim Nazifestival „Fest der Völker“ in Jena auch Geld für den NSU gesammelt wurde.

(Rald Wohlleben auf der Bühne, Mitte, Jena 2007 – Foto: recherche-nord.com)

(Andre Eminger als Ordner beim Nazifestival in Jena, derzeit in München vor dem OG als mutmaßlicher Unterstützer des NSU – Foto: recherche-nord.com)

* 1 : Bilder vom ersten „TddZ“ 2009 in Pinneberg: http://www.recherche-nord.com/gallery/2009.06.06.html & Kundgebung nach dem Aufmarsch in Itzehoe: http://www.recherche-nord.com/gallery/2009.06.06.2.html

* 2 : https://www.antifainfoblatt.de/artikel/das-label-%E2%80%9Ecombat-18%E2%80%9C

* 3 : https://www.lotta-magazin.de/ausgabe/online/combat-18-reloaded

* 4 : http://www.zeit.de/2003/44/c18

* 5 : https://www.antifainfoblatt.de/artikel/combat-18-pinneberg

* 6 : https://www.antifainfoblatt.de/artikel/ermittlungen-gegen-combat-18-pinneberg

* 7 : https://www.akweb.de/ak_s/ak478/26.htm

* 8 : https://www.antifainfoblatt.de/artikel/bandidos-schleswig-holstein-ein-88-club

* 9 : https://www.nsu-watch.info/2015/06/der-nsu-im-netz-von-blood-honour-und-combat-18-gesamtversion/

* 10 : http://info.antifa.ch/grosstes-rechtsrock-konzert-der-schweiz-neonazis-feiern-im-beschaulichen-toggenburg/

* 11 : http://www.woz.ch/1642/neonazikonzert-im-toggenburg/unterwasser-liegt-in-thueringen

* 12 : https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com/2016/10/17/150-000-e-bei-rechtsrock-konzert-in-der-schweiz-geld-landet-auf-konto-der-thueringer-neonazi-szene/

* 13 : http://info.antifa.ch/das-rocktoberfest-in-unterwasser-sg-5000-neonazis-feiern-ungestort/

Abtrimo – Über das rechte Netzwerk einer Hamburger Band

via. https://linksunten.indymedia.org

Eine kurzer Blick auf die rechte Skinheadszene Norddeutschlands – von Blood & Honour über das NSU-Umfeld bis heute

Die Band „Abtrimo“ und das folgend aufgeführte Umfeld stehen hier nur exemplarisch für eine Teilstruktur in einem über Jahre gewachsenen, internationalen Netzwerk bestehend aus vielen Bands, Gruppen und Einzelpersonen der extremen Rechten. Dennoch soll anhand der Bandvorstellung ein Teil des militanten Rechtsrock-Netzwerks Norddeutschlands skizziert werden.

(Marcel Schindler, Marcel Koschnick, Carsten Soltmann, USA 2015)

Die Hamburger Band „Abtrimo“ wurde im Dezember 2010 gegründet. Die erste Demo-CD erschien 2012 mit Hilfe des Neonazis Jan Greve über dessen Label und Onlineversand „Skinhead Service“. Ein Jahr zuvor spielten sie bereits das erste Konzert. Es folgten vier weitere Veröffentlichungen und über 20 Konzerte bis heute.
Gemeinsam mit der Hamburger Neonaziband „Likedeelers“ veröffentlichte „Abtrimo“ 2012 ein Album unter dem Titel: „Norddeutscher Untergrund… Der erste Streich!“. Die Anlehnung an die Symbolik und Namensgebung des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), die ihre Morde in einem Video mit der Comic Figur Paulchen Panther als „Streiche“ verharmlosten, könnte daher auch als eine Art Sympathiebekundung der Band zu der rechten Terrorgruppe NSU verstanden werden.
Weiter zeigt auch der aktuellste Sampler „4 gewinnt“ der Bands „Abtrimo“, „Ungebetene Gäste“, „Überzeugungstäter Vogtland“ sowie „Alte Schule“ die gemeinsamen, ideologischen Gewaltfantasien. Auf dem Sampler wird dies beispielhaft im Song „F.D.G.K“ der Band „Alte Schule“ deutlich, wobei der szeneintern verwendete Code für „Für Deutschland, gegen Kanaken“ steht. Die von der Band selbst zensierten Text-Stellen werden in der Aufnahme durch Schussgeräusche ersetzt. Auch in der 2014 bei „Oldschool Records“ veröffentlichten, bereits indizierten, EP „Hammonia“ propagiert „Abtrimo“ rassistische Gewaltphantasien.

Gemeinsam mit dem Potsdamer RechtsRock-Musiker Uwe „Uwocaust“ Menzel veröffentlichte die Band das Lied „Gewalt regiert uns alle“ und spielte im Mai 2016 mit ihm, „Faustrecht“ und der japanischen RAC-Band „Aggroknuckle“ ein Konzert in Staupitz in Sachsen.

Band & Crew
Die Band Abtrimo besteht aus den Neonazis Carsten Soltmann, Christian „Oesinger“ Oest, Alexander Peter Tesch (Gitarre), Marcel „Marci“ Koschnick und Fabian Witt „Prof. Das Tier“ (Schlagzeug). Auch Marcel Schindler, der Gitarrist der Band „Alte Schule“, unterstützt zeitweise musikalisch, so bei einem Auftritt in den USA im August 2015. Der Gitarrist Christian Oest ist treibende Kraft der Gruppe, organisiert die Konzerte und pflegt diverse Kontakte zu anderen Neonazibands. Infrastrukturell ist er vor allem bedeutend, da auf seinem Bauernhof die Proberäume für die Band sind. Auch Konzerte finden dort statt, so organisierte er mit dem „Feindkontakt“-Fanzine Ende April 2014 einen Abend mit „Abtrimo“ und der eng befreundeten Band „Bronco Army“ aus Brasilien. Ein weiteres internationales Gastspiel durch die Band „Brassic“ (USA) fand im Juni 2014 auf dem Hof in Hamburg-Bergedorf statt.

Der Sänger Marcel Koschnick, hat seine politischen Wurzeln bei den „Skinheads Uelzen“. Eine Gruppe die seit Jahren konspirative Konzerte organisiert und enge Kontakte zu den „Hammerskins“ als auch zu „Honour & Pride“ pflegt. Regelmäßig reisen Teile der „Skinheads Uelzen“ mit der Band zu Konzerten.

Der Bassist Carsten Soltmann begann seine musikalische Karriere bei der Oi-Band „Wilde Jungs“, die zumindest damals schon so weit rechts standen, dass sie dem Neonazi-Fanzine „Bramfelder Sturm“ im März 1995 ein Interview gaben. Carsten Soltmann schien dem Herausgeber des Fanzines, Thorsten Bärthel, sogar so vertraut, dass er mit seinem Folgeprojekt „Schall & Rauch“ dem verstorbenen Kopf des „Bramfelder Sturm“ die gesamte erste, 2009 veröffentlichte, CD widmet.

Angelehnt an die dienstälteste Skinheadband Deutschlands „Endstufe“, die ihr Umfeld in der „Endstufe Crew“ organisiert, hat auch die Band „Abtrimo“ eine Crew. Diese besteht in etwa aus 20 Personen, die regelmäßig mit der Band zu Konzerten reisen, sich sowohl um Wohlbefinden der Band als auch um den sogenannten „Saalschutz“ kümmern. Eine enge Verbindung zwischen den beiden Bands besteht zudem auch über Marcel Schindler, der seit Jahren auch als „Endstufe Crew“ Mitglied für Niedersachsen unterwegs ist.

Freunde & Netzwerk – Damals & Heute
Das neonazistische Netzwerk, in das auch „Abtrimo“ eingebettet ist, besteht seit nahezu zwei Jahrzehnten. Die Szene basierte auf engen Verbindungen in erster Linie zwischen den Neonazis aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Viele Kontakte, die die Bandmitglieder in ihrer Jugendzeit Mitte/Ende der 1990er Jahre knüpften, haben bis heute Bestand.

Durch die brutalen Tötungen von Mehmet Kaymakcı und Ramazan Avci im Jahre 1985 wurde die rassistische und rechte Skinheadszene in Hamburg früh bekannt. Avci wurde u.a. von Mitgliedern der Neonazigang „Lohbrügge Army“ ermordet. Einer der damaligen Täter, der rechte Skinhead Volker Kummrow, hat nach wie vor gute Kontakte in die heutige Neonaziszene und wird von dieser für seine Tat immer noch gefeiert. Volker Kummrow folgte im Juni 2016 der Einladung von Christian Oest und Patrick Thun zu deren gemeinsamer Geburtstagsparty. Patrick Thun gehört zum Kreis der Hamburger RechtsRocker. So sind auf dem Cover des Abtrimo Samplers „4 gewinnt“ neben den Händen von Tobias Koßmann und Marcel Schindler (beide „Alte Schule“) auch die von Christian Oest und Patrick Thun abgebildet. Er ist dem früheren „Blood & Honour“ Netzwerk zuzurechnen und international bestens vernetzt.

Auch zu den heutigen norddeutschen NPD Kader Jan-Steffen Holthusen und Torben Klebe gibt es Verbindungen. Diese Nähe wurde 2013 bei einem „Skinhead-Klassentreffen“ deutlich, wo neben Torben Klebe und Jan-Steffen Holthusen auch Christian Oest von „Abtrimo“ anwesend war. Mitte der 1990er Jahre waren Klebe und Holthusen, neben Bärthel maßgeblich für die erstmals 1994 veröffentlichte Publikation „Bramfelder Sturm“ verantwortlich, die 1997 in „Hamburger Sturm“ umbenannt wurde. Das Zine war das Sprachrohr der gleichnamigen Kameradschaft und war damals von enormer Bedeutung für die rechte Szene über die Grenzen Hamburgs hinaus (1). Zu der Zeit etablierte sich in ganz Deutschland das rechte Musiknetzwerk „Blood & Honour“. Mit dem Ableger „Sektion Nordmark“ und den führenden Köpfen Sacha Bothe, Torben Klebe und Stefan Silar (jetzt Silar-Winkler), sowie dem Ableger „Sektion Niedersachsen“, angeführt von Hannes Franke, war im Norden eine funktions- und handlungsfähige Struktur aufgebaut worden, der es gelang zahlreiche konspirative Konzerte zu veranstalten. Bis in die 2000er hinein waren sie maßgeblich für die bedeutendsten neonazistischen Veranstaltungen und Treffen in Norddeutschland verantwortlich.

Die Verbindungen zu weiteren Neonazis und Bands sind offensichtlich, so etwa zu „Alte Schule“, „Schall & Rauch“ und den „Likedeelers“. Diese vier Bands stehen in einem engen freundschaftlichen Verhältnis zueinander auch durch personelle Überschneidungen. So war neben Carsten Soltmann (jetzt Abtrimo) auch Björn Linke bevor, er als Schlagzeuger bei den „Likedeelers“ einstieg bei „Schall & Rauch“ Mitglied. Der Sänger der „Likedeelers“, Diplom Bauingenieur Oliver Dammann spielte zuvor bei „Alte Schule“ Gitarre und singt auf dem Sampler „4 gewinnt“ für „Alte Schule“. Einzig Marcel Schindler und Sänger Tobias Koßmann sind seit Jahren fester Bestandteil der Band. „Alte Schule“ glorifizieren in ihren Liedern wie „Treue und Ehre“ die „Waffen-SS“ und bekennen sich in „Werwolf“ zu paramilitärischen Untergrundkampfeinheiten. Beide kommen aus der Kameradschaft „Snevern Jungs“, einer äußerst gewaltbereiten Gruppe aus Schneverdingen, die auch engste Verbindungen zur Tostedter Neonazi-Szene um den verurteilten Totschläger und ehemaligen „Blood & Honour Nordmark“-Kader Stefan Silar pflegte (2). Auf seiner konspirativ organisierten Geburtstagsfeier im November 2013 spielten neben „Abtrimo“ unter anderen auch „Uwocaust“ und „Path of Resistance“. In ihrem Booklet von „United against everyone“ senden „Abtrimo“ ganz besondere Grüße an „Silar“. Ebenso „Alte Schule“ spricht auf dem Sampler „4 gewinnt“ neben der „FDGK Elite Crew“ auch an „Stefan und die Tostedter Jungs“ ihren besonderen Dank aus.

Silars fortwährende, überregionale Bedeutung wird auch 2014 ersichtlich: die Rückseiten der Eintrittskarten des „Honour & Pride“-Events in Nienhagen waren mit Werbung für seinen Onlineshop „Streetwear Tostedt“ im Stil des alten „Blood & Honour“-Designs gestaltet. Bereits 1999 als B&H-Sektionsleiter nahm Silar eine relevante Position innerhalb des Rechtsrockbusiness‘ ein. Er bemühte sich szeneinterne Grabenkämpfe zu überwinden und lud die „Hammerskins Nordmark“ nach Tostedt ein wonach er in einem anschließenden Bericht konstatierte: „Schließlich kämpfen wir alle für ein Ziel-United we are strong!“

Kontakte zum NSU Umfeld
Die bereits genannte Kameradschaft „Snevern Jungs“ wurde zeitweise von dem heutigen NPD-Funktionär Matthias „Matten“ Behrens angeführt. Behrens kandidierte gemeinsam mit Marcel Schindler zur Kommunalwahl im September 2016 erfolglos für die NPD in Schneverdingen. Letzterer war ab 2006 auch für die Internetseite der „Snevern Jungs“ verantwortlich. Bei einer Abfrage wurde zuvor auch der NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben als Verantwortlicher für die Seite aufgeführt.

Der „Alte Schule“ Sänger Tobias Koßmann ist zudem ein Vertrauter von Hannes Franke, einem früheren „Blood & Honour“-Anführer aus Niedersachsen. Koßmann und Franke waren auch am im Juni 1999 als Gäste der Hochzeit von Thorsten Heise in Northeim, wo zahlreiche Größen aus dem Rechtsrock-Business zusammen kamen. Neben dem mutmaßlichen NSU-Helfer Holger Gerlach, waren auch die damaligen norddeutschen „Blood & Honour“ Mitglieder Massimo Santi und Jens Wolpers anwesend. Auf der Feier sollte Gerlach abklären ob Heise die Untergetauchten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt unterstützen könne. Dass die ansässige Neonaziszene bereits Mitte der 1990er Jahre überregional bedeutend war, zeigt der Rudolf Heß-Gedenkmarsch im August 1995 in Schneverdingen. An dem von dem Neonaziführer Thorsten Heise organisierten Aufmarsch nahmen etwa 150 Neonazis teil, darunter auch Uwe Mundlos. Es ist unwahrscheinlich, dass die spontane Verlegung in den kleinen Ort ohne enge Kontakte zu den regionalen Neonazis stattgefunden hat.

Alte & Neue Strukturen im Konzertbusiness
Bei den Konzerten von „Abtrimo“ tauchen immer wieder auch Personen aus den Kreisen von „Blood & Honour“ auf. Ein Konzert im Juli 2013 in Lachendorf bei Celle wurde von dem ehemaligen „Blood & Honour Sektion-Altmark“ Mitglied Andreas Nickel organisiert. Zu diesem reisten u.a. Jens Wolpers und Oliver Malina von der RechtsRock-Struktur „Honour & Pride“ an. Malina selbst organisierte bisher vier große „Honour & Pride“ Konzerte in Nienhagen, wo 2012 und 2014 auch „Abtrimo“ auftraten. Im Oktober 2013 organisierten Stefan Schmidt und die „Skinheads Uelzen“ ein Konzert in Wellendorf im Landkreis Uelzen. Dort sollten neben „Abtrimo“ auch die gut befreundeten Bands „Faustrecht“ (Allgäu/Schwaben), „Likedeelers“ (Hamburg) und „The Wrongdoers“ (Finnland) auftreten. Zu den Gästen des Konzertes gehörten neben Matthias „Matten“ Behrens auch Massimo Santi und Oliver Malina. Ein konspirativ organisiertes und von den Behörden unbemerktes Konzert spielte „Abtrimo“ Ende März 2015 in den Vereinsräumen des Rockerclubs „MC Dirty Pack“, einem Supporter Club des Hells Angels MC, in Eltze (Niedersachsen). Dieser Konzertort ist nicht wirklich verwunderlich, da Hannes Franke und andere ehemalige „Blood & Honour“ Mitglieder mittlerweile zu den Strukturen der Hells Angels gewechselt sind (3).

Hammerskins & alte Bekannte
Neben Kontakten zu „Blood & Honour“ bzw. „Honour & Pride“ Mitgliedern, hat der Kreis um die Band „Abtrimo“ auch zu Vertretern der „Hammerskins“ Verbindungen. 2014 war anläßlich ein einer Geburtstagsfeier von Sven Krüger, Thorsten Wolff und Steven Hahs vom „Hammerskins“ Chapter in Mecklenburg-Vorpommern ein „Abtrimo“-Auftritt im „Thinghaus“ in Grevesmühlen geplant gewesen. Steven Hahs war um 2005 noch an die „Snevern Jungs“ angebunden. Mittlerweile begrüßt er als „Hammerskin“ die eingeladenen Bands bei Konzerten, wie Anfang Juni 2016 im „Thinghaus“ in Grevesmühlen.

Ein Vertrauter der Band ist Jörn Kaiser aus Iserlohn. Jörn Kaiser zeichnete für die Band „Abtrimo“ die Covermotive der Booklets. Im Booklet der EP „Hammonia“ schreibt die Band: „Besonderer Gruß geht auch an unseren guten, treuen, zuverlässigen Freund Jörn, der immer so schön malt für uns!“. Das Verhältnis scheint trotz der großen Entfernung eng. Der Sänger von „Abtrimo“ lud anlässlich seines Geburtstags Ende März 2014 zu einem konspirativ organisierten Konzert mit den Bands „Punkfront“ und „Alte Schule“ auf einem abgelegenen Hof in Todesfelde (Schleswig-Holstein). Unter den Gästen befand sich auch Jörn Kaiser Auch für die Geburtstagsfeier von Oest Ende Juni 2016 in der „Abtrimo“-Stammkneipe „Holsten-Eck“ fuhr Jörn Kaiser nach Hamburg Bergedorf. Jörn Kaiser ist angebunden an das Bremer Chapter der „Hammerskins“. So nahm er im Dezember 2014 an einem konspirativen Meeting der Gruppe in einer abgelegenen Wald-Hütte nahe Bremen teil. Einige Jahre zuvor soll sich Jörn Kaiser auch in dem Umfeld der Dortmunder Neonazis um „Combat 18“ bzw. der „Oidoxie Streefighting Crew“ bewegt haben. So sollen sich Jörn Kaiser, der Sänger der „Combat 18“-Band „Oidoxie“ Marko Gottschalk und Robin Schmiemann zur gleichen Zeit im Dortmunder Club „Leeds“ aufgehalten haben. Robin Schmiemann geriet Jahre später wegen eines bewaffneten Supermarkt-Überfalls und einer Brief-Freundschaft mit Beate Zschäpe in die Öffentlichkeit.

Alles & Nichts
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Abtrimo nicht um die zentrale, strukturgebende Institution der norddeutschen Rechtsrockszene, es gibt im norddeutschen Raum viele weitere Akteure, die auch Teil des hier aufgeführten Netzwerks sind oder weitere Verbindungen stellen im international angelegten Geschäft mit extrem rechter Musik. Trotzdem ist „Abtrimo“ ein gutes Beispiel dafür, wie umfassend und divers die Klientel ist, die sich im Umfeld solcher Gruppen finden lässt. Dieser Aspekt darf nicht unterschätzt werden, bedenkt man, dass der NSU sowie seine UnterstützerInnen aus eben solchen Strukturen entstanden sind. Maßnahmen wie etwa das Verbot des „Blood & Honour“-Netzwerks führen nur temporär zu einer Schwächung der Strukturen und werden zur Farce, wenn sich die ehemaligen Aktiven bei „Honour & Pride“ oder den „Hammerskins“ wieder betätigen können. Es zeigt sich auch, dass die unterschiedlichen Gruppierungen aus dem Rechtsrockbusiness mittlerweile vermehrt organisationsübergreifend zusammenarbeiten. Rechtsrock-Konzerte sind die Orte wo Strukturen wie „Honour & Pride“, „Hammerskins“, neonazistische Rocker und Funktionäre der extrem rechten Parteien zusammenkommen, Geld für die Szene aquirieren und in einem ganz anderem Rahmen Kontakte knüpfen und intensivieren können. Auch heute noch werden die Bedeutung und die strukturelle Organisierung des subkulturellen Milieus von den Behörden unterschätzt. Die Band „Alte Schule“ findet beispielsweise im aktuellen Verfassungsschutzbericht Niedersachsens nicht einmal Erwähnung.

Ein Blick in die Zukunft der Band „Abtrimo“ verrät wohin die weitere Reise geht. Der nächste Sprung auf der Rechtsrock-Karriereleiter ist gleichzeitig ein weiteres Bekenntnis zu militanten Neonazistrukturen. Im Oktober diesen Jahres wird „Abtrimo“ ein Konzert in Schottland spielen, gemeinsam mit den Bands „Endstufe“ und „Bound for Glory“. Letztere stehen den „Hammerskins“ nahe und propagieren den militanten, führerlosen Widerstand im Sinne der „Combat 18“-Gruppen.

(1) https://www.antifainfoblatt.de/artikel/nationaler-widerstand-waffen-0

(2) https://www.antifainfoblatt.de/artikel/brennpunkt-tostedt

(3) https://www.antifainfoblatt.de/artikel/vom-kamerad-zum-member

Dieser Artikel erschien zuerst in gekürzter Fassung im Antifaschistischen Infoblatt

Mobi-Veranstaltungen zur Nazidemo am 22.10. in Neumünster

Die Nazis von „Gemeinsam für Deutschland“ wollen am 22.10. in Neumünster ihren rassistischen und nationalistischen Positionen Gehör verschaffen. Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft dazu auf, ihnen wie schon in Bad Oldesloe und Stade einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Wer sich hinter „Gemeinsam für Deutschland“ verbirgt, wie ihr am besten anreisen könnt und was euch in Neumünster erwartet, erfahrt ihr bei folgenden Mobi-Veranstaltungen:

Hamburg: Fr, 07.10., beim „Roten Abend“ in der Roten Flora, Einlass ab 19 Uhr, nach dem Info-Block Filmvorführung „Paris Rebelle“ (mehr Infos hier)

Kiel: Do, 13.10., beim „Antifa Café“ in der Alten Meierei, ab 19 Uhr (mehr Infos hier)

Neumünster: Fr, 14.10., in der AJZ Neumünster, ab 19 Uhr (mehr Infos hier)

Lübeck: Termin folgt, im Rahmen des „Politischen Donnerstag“ (mehr Infos bald hier)

Hamburg: Aktionskonferenz Gegen den G20-Gipfel 2017

Am 7. und 8. Juli 2017 soll in Hamburg der G20-Gipfel stattfinden. Die Regierungschefs und –chefinnen der 19 reichsten und mächtigsten Staaten der Erde, begleitet von 6.000 Delegationsmitgliedern, umschwärmt und dauerfotografiert von erwarteten 3.000 Journalist*innen und natürlich abgeriegelt und geschützt von einer Polizei- und Geheimdienstarmee von mindestens 10.000 Einsatzkräften. All dies soll mitten in Hamburg stattfinden: in den Messehallen, im Rathaus, in der Elbphilharmonie. Weiträumige, mehrstufige Absperrungen, Ausweiskontrollen, evakuierte Wohnungen – die hauptsächlichen Leidtragenden werden die Menschen in den umliegenden Stadtteilen sein.

Die Bewohner*innen sollen weichen für eine Inszenierung der Macht, aus einer lebendigen Stadt wird eine tote Kulisse. Aufgeführt wird vor allem die Illusion, dass die politischen Eliten des globalen Kapitalismus die Dinge im Griff hätten, dass sie irgendwie in der Lage seien, den Menschen Sicherheit, Frieden, Auskommen, eine reale Zukunftsperspektive zu verschaffen.

Die politischen Repräsentanten dieser Weltunordnung wollen also nach Hamburg kommen: Erdogan aus der Türkei, Putin aus Russland, Brasiliens kalter Putschist Temer, wenn wir Pech haben noch Donald Trump. Auch über die Regierungen Chinas oder Indiens lässt sich nicht viel Gutes berichten. Und die auch so demokratischen Regierungen Westeuropas? Sie sind es, die Mauern und Zäune errichten und Menschen auf der Flucht eiskalt ertrinken lassen. Wir werden ihnen zeigen, dass sie in Hamburg nicht willkom- men sind!

In vielen politischen Gruppen und Spektren haben die Überlegungen, wie die notwendigen Proteste und Aktionen gegen den G20-Gipfel organisiert werden können, bereits begonnen. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Ansatzpunkte: Den einen geht es
um das Recht auf Stadt, anderen um Klimapolitik, wieder anderen um Flucht und Migration oder um den Kapitalismus als Ganzes. Es gibt Ideen von einem Gegengipfel, einer Großdemonstration, von ungehorsamen Aktionen rund um den Tagungsort oder in der ganzen Stadt.

Aber egal wie die Kritik am G20-Gipfel genau begründet wird, egal welche Aktions- und Ausdrucksformen bevorzugt werden, die Proteste können nur dann ein Erfolg werden, sie können nur dann die Möglichkeit einer anderen, solidarischen und gerechten Welt aufscheinen lassen, wenn sie nicht gegeneinander gestellt werden, sondern sich ergänzen. Das braucht vor allem Absprachen und viel Kommunikation zwischen den Gipfelgegner_innen.

Wir wollen den Raum schaffen für diese Kommunikation, für gemeinsame Planungen und für Verabredungen, wie sich unterschiedliche Vorstellungen ergänzen können. Deswegen laden wir ein zu einer Aktionskonferenz, bei der alle Aktivist_innen und Interessierten willkommen sind, die sich in einen linken, emanzipatorischen Gipfelprotest einbringen wollen. (Dass wir einen klaren Trennungsstrich gegen alle rechten, rassistischen oder antisemitischen Standpunkte ziehen, versteht sich von selbst.)

Kommt zahlreich am 3./4.12. nach Hamburg und bringt Eure Ideen und Fragen mit, dann werden die Bilder, die im Juli 2017 um die Welt gehen, ganz andere sein, als sich die Gipfelstrategen dies wünschen.

Infos: g20hamburg.org & g20-hamburg.mobi

On the 3./4.12.2016 there will be a first Action-Conference against the G20-Summit 2017 in Hamburg

Invitación a la Conferencia para la acción contra la Cumbre G20 2017 Hamburg, 3 y 4 de diciembre 2016

Invito a partecipare alla Conferenza d’Azione contro il Vertice dei G20, 2017 Amburgo 3./4. Dicembre 2016

Eylem Konferansına Çağrı G20 2017 Zirvesine Karşı Hamburg, 3-4 Aralık 2016