Archiv für August 2016

Interview mit Absolute Beginner von 1994

Wir dokumentieren ein Interview mit den Absoluten Beginnern aus der Antifa-Zeitung “Antifa Info Kreis Segeberg – Pinneberg“ von 1994. Einblick in die sechs Ausgaben der Zeitung von 1991-1994 kann man im Archiv der Sozialen Bewegungen in der Roten Flora bekommen.

Das folgende Interview wurde uns von der Torpedo-Konzertgruppe zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Es entstand am Rand eines HipHop-Jam am 25.3.94 im JUZ Kaltenkirchen. Torpedo-Konzerte ist eine Gruppe, die dort unkommerziell Konzerte organisiert. An dieser Stelle nochmals vielen Dank und solidarische Grüsse.

Stellt Euch doch zuerst eimal vor.
De: Ich bin Dennis von den Absoluten Beginnern, und ich bin halt mit für die Texte verantwortlich.
Ef: Ich bin Eißfeldt mit „ß“ und „dt“ und reime und mach mit Martin zusammen die Musik.
Ma: Und Martin bin ich. Das schreibe ich meistens so in Brabbelsprache „Mardie“, und ich mach mit Eißfeldt zusammen die Musik und bin für 1/3 der Texte verantwortlich und trag sie auch vor.
To: Ich bin Torsten und ich spiel Schlagzeug
Ef: Und dann gibt’s noch den Mad, der ist DJ und im Moment ander nicht hier.

Seid wann gibt es Euch und wie habt Ihr Euch kennengelernt?

De: Ungefähr seit 2 Jahren oder so, da sind wir zusammengekommen. 3 Jahre ist das her, da haben Martin und ich schon ‚n bißchen Musik gemacht, also zuhause bei ihm rumprobiert. Und so hat sich das dann geformt. So haben wir Eißfeld kennengelernt, und der hatte halt auch schon ein bißchen Equipment zuhause und so hat sich das dann langsam entwickelt.
Ef: Und dann kamen neue Leute zur Gruppe dazu, und dann wurden ’nen paar Leute wieder rausgeschmissen. Dann kam Mad, der DJ, dazu und seit 3 Monaten spielt einer von uns Schlagzeug.

Könnt Ihr näher definieren, was für Euch HipHop-Kultur ist, was sie für Euch bedeutet?
De: In erster Linie ist HipHop nicht nur die Musik, sondern auch Breakdance und Graffity.
Ma: Was genau HipHop-Kultur ist, kann wohl niemand sagen, weil es halt ’ne Kultur ist und ’ne Kultur ist ja eher was Bewegliches, was sich auch viel in den Köpfen abspielt.
De: Die Basis von HipHop ist eigentlich die Musik, Breakdance und Graffity. Das sind die eigentlichen HipHop-Werte. Natürlich, wenn da jetzt jemand ist, der nur die Musik hört und sich dafür begeistert,ist das in Ordnung, dann haben wir nichts dagegen. Für mich ist halt wichtig, Daß er trotzdem sieht, daß HipHop auch mehr ist. Aber es ist natürlich so, daß sich das in den Köpfen abspielt, wie Martin schon gesagt hat. Jeder kann für sich HipHop definieren und jeder kann für sich rausfinden, was es ist.
Ef: HipHop kann keiner genau definieren, weil es einfach kein Gesetzbücher gibt, die irgendwas vorschreiben, wie man zu handeln hat, wie man seine Outlines beim Graffity zu ziehen hat oder was weiß ich, das gibt es nicht. Es gibt drei Komponenten: das sind Graffity, Breakdance und Musik. Das Urding ist einfach, daß man Fame haben will, daß man irgendwie aus seinem Stadtteil rauskommen will, die Öffentlichkeit erreichen will mit seinen Werken, entweder mit Tänzen, seinen Bildern, mit Musik, und daß da innerhalb dieser drei Komponentenein großer Zusammenhalt besteht, daß man sich gegenseitig fördert und zusammenlebt, andere Leute kennenlernt.
Ma: Ich findeaber auch, daß es über die drei Komponenten hinausgehen kann. Also, daß es jetzt nicht unbedingt bei diesen Graffity-Stiles und Breakdance-Arten und so bleiben muß. Für mich geht es auch ziemlich darum, daß die Leute aktiv werden und sich z.B. künstlerisch mit ihrer Umgebung auseinandersetzen […]

Ihr sagt jetzt, diese drei Komponenten wären die Basis. Ist es für Euch gar nicht wichtig, mit welchen Inhalten Ihr das füllt?

DE: Es ist natürlich klar, das HipHop textmäßig bezogen oder die Message von HipHop nicht in eine rechte Richtung geht, sondern auf jeden Fall antifaschistisch ist.
Ma: Das ist ja auch das Ding beim HipHop, daß jeder was werden kann, und daß auch ’ne Wertgleichheit zwischen den Leuten da ist. Das ist eher das Grundding als die textlichen Inhalte.

Ich denke da so an dieEntwicklung des Punk-Rock, wo es jetzt z.B. Nazi-Rock gibt.

De: Ja, es ist einfach klar, das kann sich nicht in die rechte Richtung entwickeln, schon dadurch, daß Toleranz untereinader herrscht, daß es multikulturell ist, daß es vom Untergrund kommt.
Ef: Das Ding ist nicht das, was Dennis da meint. Beim Ska war es ja genauso, es war aus dem Untergrund, es war ’ne linke Bewegung, war für Toleranz da, und das haben die Skins dann für sich vereinnahmt. Das Ding ist aber einfach, die Skins sind viel zu dumm, die würden niemals schöne Bilder an die Wände bringen, und die würden niemals geil tanzen können. Das ist einfach das Ding, die Kreativität, die ist gefragt beim HipHop. Daß du eigene Sachen entwirfst, daß du kunstvoll bist […]. Wenn wir jetzt sagen, HipHop ist von vornherein antirassistisch, dann wird einem immer vorgehalten, bei den Unruhen in Rostock hätten Leute ein IceT-T-Shirt getragen, das sind dann aber einfach Leute, die haben’s nicht gerafft.
Ma: Es ist natürlich technisch möglich , daß irgendjemand irgendeinen Beat von Platte auflegt und dann Sprechgesang mit irgendwelchen Oi-Messages drüberlegt, aber das fällt dann auch aus dem HipHop-Rahmen.
De: HipHop ist ja nicht nur die Musik. HipHop ist alles zusammen, die Einstellung gehört dazu.

Könnt Ihr nochmal sagen, warum Ihr gerade auf deutsch rappt und was die deutsche HipHop-Szene, wenn’s die denn überhaubt gibt, von der armerikanischen oder anderen unterscheidet?

Ma: Ja, Deutsch-Rap ist ganz klar, weil uns unsere Nachricht wichtig ist. Es gibt ja viele, die sagen, daß die englischen Texte halt flüßiger klingen, was wir nicht unbedingt glauben. Aber auf jeden Fall hatten wir halt früher deutsche und englische Lieder. Bei den englischen Liedern haben wir die Leute im Publikum gefragt, was sie davon verstehen, ob sie überhaupt so ungefähr raffen, um was für einen Rahmen sich das so dreht, und die hatten gar kein Plan, nicht im Entferntesten, was das Thema ist. Dann haben wir uns haltentschlossen, weil unser Publikum größtenteils deutschsprachig ist, also Muttersprache Deutsch, daß wir in der Sprache, in der sie uns am besten verstehen und wir uns vor allem am besten ausdrücken können, das rüberbringen.

Zwei Fragen zum Thema „HipHop gegen den Ausverkauf“: Das steht ja auch zum einen auf Eurem Plattencover drauf, sagt doch mal, wie das gemeint ist. Und die zweite Frage: Im Stück „Freiheit befreien“ heißt es sinngemäß “ was wäre HipHop ohne Konsum“, daß Ihr da jetzt auch nochmal was dazu sagt.

Ef: Das erste ist das Ding, das richtet sich gegen das, was ich eben mit den Skins meinte, daß sie HipHop für sich nie einnehmen könnten und da ist genau passiert, daß jemand HipHop für sich eingenommen hat, wenn ich jetzt z.B. von den Phantastischen Vier rede. Die haben einfach nicht das Lebensgefühl, die haben’s einfach nicht in sich drinne. Die haben diesen HipHop genommen, danndeutsch drüber gerappt und haben das als ein Unicum dargestellt und vor allem auch, daß sie die Pioniere sind, daß sie es eingeführt haben, als was ganz neues. Sie haben das über ein Major-Label groß ausverkauft, weil das, was sie gemacht haben, war kein HipHop, das war‘n Witz, das war Pop, das war Neue Deutsche Welle und sie haben halt gesagt, das sei HipHop und so haben sie das ausverkauft.
So dachte damals jeder, der vorm Fernseher saß, das ist HipHop, was sie da machen, weil sie eben gesagt haben, wir machen HipHop, aber, was sie gemacht haben, war nur in irgendwelchenKlamotten rumhüpfen und ein bißchen rumblödeln. Das ist das Ding.
Zum Zweiten mit dem Konsum: das hatte ich geschrieben, weil da waren ‚n paar politische Richtungen, Richtlinien aufgeschrieben und da hat jeder ‚n bißchen kritisiert und da hab ich mich einfach darauf bezogen, daß im Kommunismus halt alles verstaatlicht, mehr oder wenigerverstaatlicht werden soll und, daß dadurch einfach der Konsum nicht zustnde kommen kann. Und dann hab ich mir überlegt, wie läuft das, was wäre HipHop ohne diesen Konsum, weil’s das irgendwie braucht, weil gerade durch die eigene Infrastruktur hier in Deutschland haben wir uns echt was aufgebaut, dadurch, daß wir, jetzt nicht der Konsum, der von den Major-Labels und großen Klamottenfirmen und von den großen Medienkonzernen ausgeht, sondeern der, der von uns im Untergrund innerhalb der Szene, die Magazine, die wir selber machen, die wi sselber verbreiten, wodurch den Leuten die Augen geöffnet werden, was so abgeht, wodurch die Unter-grundtermine verbreitet werden, die Klamotten, die Graffity-T-Shirts, die wir selber machen, die wir selber im Untergrund verkaufen. Durch all das wird das alles gefördert, adurch bleibt die Kohle im HipHop drinnen, und so kann sich das halt wweiter etablieren. Und das ist halt das Ding. Und ohne Konsum wäre das halt nicht möglich gewesen. Da wär das dann so, jeder hätte das und das und das und damit muß er jetzt was anfangen und mehr gibt’s nicht, weißt Du. Da bleibt nichts offen, du kannst dich nicht weiterentwickeln.

Sagt doch mal kurz was zur Szene, ob es die gibt und im Vergleich zur europäischen und amerikanischen Szene.

Ma: Also, besonders deutsch finde ich die HipHop-Szene nicht. Es gibt natürlich eine Szene innerhalb dieser deutschen Grenzen.

Ich spiel jetzt mit der Frage ein bißchen auch auf das Lied „Dies ist nicht Amerika“ an.

Ma: Ja, das klingt teilweise so, so verdeutschend. Aber das Ding ist halt, daß hier jetzt in Mitteleuropa, wo wir unsere Jams abziehen, daß da alle möglichen Leute sind und auch von wonders Leute kommen, daß das nicht irgendwie deutsch gehlten werden soll, daß das auch auf gar keinen Fall von irgendjemand beabsichtigt ist. In Mitteleuropa, oder wie man das bezeichnen soll, gibt es auf jeden Fall ’ne ziemlich aktive Szene. Also, ich kann das nicht so einschätzen, aber ich glaube schon, daß die Leute auf ’ne positivere Weise aktiv sind als in Amerika z.B..

…wo Ihr Euch ja auch im Lied abgrenzt von diesem Ganster-Rap.

Ef: Ja, na klar, das sind auch Leute, die es nicht kappiert haben.
To: Es geht vielleicht auch darum, daß die Leute sich selber Gedanken machen, wie sie jetzt diese HipHop-Kultur, wie sie zu sein hat, daß sie sich selber Gedanken machen, wie sie gerne das haben möchten, weil sie halt das auch selber gestalten können. Und nicht einfach völlig ohne drüber nachudenken und blind einfach sagen, ja cool, das find ich echt stylisch, das mcht mich wahnsinnig an weil das kommt einfach derbe locker und cool rüber, wenn die Ami-Leute halt das und das machen. Daß die Leute mal aufwachen sollen und nicht immer das nehmen sollen, was man ihnen in den Schoß legt, sondern halt auch mal ihren eigenen Kopf anstrengen. Das heißt auch nicht, daß die amerikanische HipHop-Kultur schlecht ist, sondern, daß man sich überlegen soll, ob man nicht vielleicht das ein bißchen anders machen möchte.
Ef: … sich was eigenes aufbaut. Weil halt dies ist nicht Amerika!

Seid Ihr politisch organisiert? Seid Ihr in Antifa-Gruppen, oder habt Ihr Kontakt zu dieser Scene?

De: Ja, also, ich bin halt in der Antifa dabei, noch nicht lang, und es ist so, ich sprech da eigentlich für alle, daß wir jetzt nicht uns irgendwie nur im Bereich befinden, wo nur HipHops da sind, oder wir kennen nichts anderes, als wenn ich jeden Tag nur Sprühen, Breaken und Rappen ginge und mehr ist nicht drin. Bei uns ist es so, daß wir uns im Untergrund bewegen. Da gibtes nicht nur HipHop, es ist ziemlich linksgerichtet, kann man auf jeden Fall sagen, wie geasgt antifaschistisch. Es ist nicht so abgegrenzt, sondern mischt sich. Wir sind genausooft mit irgendwelchen Typen zusammen, die eigentlich garnicht viel mit HipHop zu tun haben, aber die jetzt von der Einstellung genauso drauf sind wie wir. Das ist für uns das gleiche, deshalb wollen wir da auch mehr Toleranz haben.

Würdet Ihr sagen, daß das allgemein so ist, oder nur bei Euch?

De: Es ist gerade nicht allgemein so, daß ist halt das Problem, und das ist gerade das, was wir ansprechen.
Ef: Wir haben sogar ein Lied darüber gemacht, auf unserer neuen Maxi, wie wir leben in Hamburg, weil es hier so abläuft, wie er es geschildert hat. Aber im Rest von Deutschland ist es meist so, daß da keine Toleranz herrscht zwischen den Untergrundkulturen, daß sie sich gegenseitig ausgrenzen. Da wird gesprüht, gebreakt, gerappt, und alles andere ist Zeckenkram. Dagegen richtet sich dann das Lied. Das versuchen wir ein bißchen aufzulockern.

Wie sieht eure politische Praxis aus? Hast Du ja auch gesagt, daß Du in der Antifa mitmachst. Also da geht’s uns nochmal um Praxis im Gegensatz zu Euren Texten.

De: Das ist auch das Ding, was mich beschäfftigt hat, daß wir halt die Musik machen, darüber was sagen und erzählen, was wir darüber denken, aber mich hat ’ne Zeitlang gestört, daß viele Sachen mich aufregen, und ich auch tätig bin, indem ich darüber Musik mache, aber ich hab gedacht, daß es da auch noch was anderes geben muß, daß man auch anders tätig sein kann, direkt irgendwas dazu machen kann. Deswegen, weil ich auch halt Leute kenne, die in der Antifa sind, bin ich halt so da hingekommen. Es ist auch geil, wenn man was organisieren kann, was auch mal nichts mit HipHop zu tun hat.
Ef: Ja, weil wir die Musik machen, die Texte, die Leute aufzufordern.

Aufzufordern?

Ef: Ja, jetzt eben antifaschistisch zu handeln. Mir geht das so, selbst wenn ein Mitläufer, der zwischen den Frontensteht und nicht weiß ob rechts oder links, in der Zone oder auch in West Deutschland, vielleicht wenn so‘n Typ, der Gefahr läuft, mit Fascho-Glatzen abzuhängen, diese Musik hört und sich aufgrund des Textes sagt „Moment, die haben recht“ und sich nach links orientiert, dann ist das ein großer Erfolg. Ich habe jetzt zwar von sowas noch nicht gehört, aber z.B. hab ich mal mit ’nem Typen gesprochen, da waren wir in Potsdam, der ist 500 Km zu dem Konzert gefahren aus einenm Dorf an der Grenze von Polen, wo 120 Glatzen die Stadt und die Schule regieren, wo es noch zwei HipHops im ganzen Dorf gibt. Es waren mal 20, aber die Glatzen hauen denen regelmäßig auf’s Maul, und deshalb habendie anderen nichts mehr gemacht, weil sie einfach Schiß hatten. Da kommen die Glatzen tagtäglich in die Schule, holen die Ausländer aus den Klassen, stellen die auf und hauen den auf’s Maul. Und das sind noch zwei Leute im Ort, die einmal die Woche auf’s Maul kriegen. Der Typ ist da hingekommen und meinte zu mir ernsthaft, daß ihm das was gibt, diese Musik und das er denkt, daß er weiter machen muß und sich nicht der rechten Gewalt beugen darf. Das hat mich schon ziemlich beeindruckt.

Noch mal was allgemeines, wie glaubt Ihr können gesellschaftliche Verängerungen erreicht werden? Welche Mittel haltet Ihr für angebracht? Habt Ihr eine Utopie, wenn Ihr z.B. singt „es gilt die Freiheit zu befreien“?
(Schweigen)
Ma: Is ’ne Hamme Frage. Es geht in erster Line darum, irgendwie eine schlagfertige und korrekte Subkultur zu schaffen, wo Leute diesem Standartleben ausweichen können, was ja teilweise auch ziemlich harte Sachen fordert, deswegen ist die Musik praktisch ein Ersatzmedium, weil die alltäglichen Medien, wie Zeitung und Fernsehen häufig alle ziemlich trendorientiert sind. Die sind ja verkaufsmäßig ziemlich abhängig, und das sind wir nicht. Und das man den Leuten halt so, ja, ein eigenes Leben bietet, oder möglich macht, die Leute dazu bringt, daß sie kritischer werden, daß sie nicht alles hinnehmen.
Ef: Man muß auch einfach mal irgendwo anfangen, wenn man sagt, das klappt sowieso nie und man nicht mal einen Versuch startet, dann wird das sowieso nichts. Es muß mal damit anfangen werden. Und deshalb beginnen wir damit asolut. (lachen)
De: Yeah!
Ef: Yeah!
Ma: Kick it!
Ef: Check it out, man Gimme some!

Ihr sagt „von Anfang an was Verändern“ Mensch hört so in Euren Texten, wo Ihr Euch vom realexistierenden Sozialismus abgrenzt oder bei K.E.I.N.E. „… da forder ich wirklich Anarchie …“, daß Ihr da leine konkrete Utopie im Kopf habt, oder könnt Ihr das konkretisieren?

De: JA, stimm da eigentlich mit überein, auf jeden Fall, allein die Vorstellung, alle sind gleich, es gibt keine Kohle mehr, es ist keiner höher als der andere, jeder macht irgendwas und trägt dazu bei, daß es allen gut geht. Das sind so Vorstellungen, wo wir natürlich dafür sind. Aber man muß irgendwo anfangen, man muß das realistisch sehen. Wir versuchen, erstmal die Leute dazu zu bringen, daß sie nachdenken, selbständig werden und so einen Zusammenhalt zu schaffen. Natürlich haben wir unsere Vorstellungen, wie es gerne sein könnte, aber man muß halt von der realen Situation ausgehen.
Ef: Wenn die Anarchie durchgesetzt wäre, dann heißt es ja immer, dann würde es aussehen wie im Kommunismus, bzw. Realsozilismus, aber das ist halt nicht das Ding. Was mich halt daran stört, ist die Verstaatlichung. Wenn Anarchie herrschen würde, dann wär es einfach so, daß der technische Fortschritt viel höher als jetzt wäre weil es nirgendwo mehr Bosse geben würde, die z.B. auf ihrem Ölvorkommen oder sowas rumsitzen würden, um den Preis in die Höhe zu schrauben, weil alles allen gehören würde. Und jedem wäre die Möglichkeit gegeben, sich auf einem bestimmten Gebiet, ganz egal was, einfach worauf er Bock hat, weiter zu bilden. Es würde einfach alles besser funktionieren.
De: Es gibt viele Leute, die jetzt anarchistische Vorstellungen haben, aber es gibt auch zu viele verschiedene Meinungen dazu. Ich hab jetzt gemerkt, daß es jetzt gar nich möglich ist, weil jeder seine eigene Meinung hat, eine andere Art, wie er das jetzt für sich gestalten würde, das differenziert sich noch zu sehr. Und irgentwie muß sich das entwickeln. Deswegen gehen wir von einer anderen S?tandpunkt aus ud haben da niedrigere Ansprüche.
Ef: Ein bißchen liberaler (ironisch)

Obwohl es ja auch in der linken Scene Leute gibt, die sich als Kommunisten bezeichnen oder eine kommunistische Utopie haben, wo sie auch was anderes mit meinen als das, was im Realsozialismus gelaufen ist, wo sie das genauso kritisieren. Also da grenzt Ihr Euch dann auch nicht ad? Das geht dann schon zusammen?

Ef: Genau das, was Dennis meinte, wir schrauben die Werte und Ansprüche soweit runter. Also ich seh das so, daß unser Standpunkt jetzt ist, alle zusammenhalten gegen die Faschisten. Das ist auch das Ding, was mich manchmal an bestimmten Antifa-Gruppen einfach stört, daß daeinfach zu viel diskutiert wird.
Ma: Aber das ist ja auch die Stärke solcher Antifa-Gruppen und sowie der ganzen Subkultur, daß es halt so ein Polyding ist, wo verschiedenste Meinungen eben nebeneinander existieren. Es ist ja nun Quatsch, das dem Faschismus leich zu machen, daß alle in die gleiche Richtung denken.

Was mich noch interessieren würde… es ist ja schon ein Problem, die Kommerzialisierung der ganzen HipHop Scene. Wenn ich irgendwo in Läden reingehe, was da bestimmte Caps kosten, es ist einfach so, daß du deine 30-40 DM hin blättern mußt, und wenn ich mir verschiedene Leute in der HipHop Scene angucke, das sind einfach Mittelstands-Kids, die irgendwie erzählen, sie kämen aus der Unterschicht und hätten das harte Leben durchgemacht und machen jetzt HipHop. Das ist für mich manchmal so‘n Widerspruch.

Ma: Auf jeden Fall ist es keinesfalls unkorrekt, wenn Mittelstands-Kids zum HipHop finden. Auch nicht wenn Oberschichtkinder,… wir kennen auch bestimmt ein bis zwei superreiche mit superreichen Eltern, aber der eine sprüht halt und der andere rappt. Und die übernehmen halt nicht die Werte ihrer Eltern, und irgendwie find ich’s auch cool, die können sich viel leisten, bei den Strukturen, wie sie jetzt halt sind. Die können sich halt 10 Paar Schuhe kaufen und 11 Cappys und was weiß ich, irgendwelche blöden Jacken. Aber das hat sowieso nicht viel mit HipHop zu tun, daß man halt auf Style wert legt.
De: Eben, es ist halt das Ding, HipHop hat überhaupt nichts mit irgendwelchen Sachen zu tun.
Ef: Sie müssen nur zweckmäßig sein.
De: Jana gut, da kommst du jetzt wieder mit deinen Turnschuhen, ja das ist ja auch gut, aber ich meine die Sache ist ja, HipHop hat absolut nichts mit dem Outfit zu tun, sondern es spielt sich alles im Kopf ab, und aüßert sich in dem was du tust und nicht in dem was du anziehst, denn das ist ja wieder genau dieses Konsumieren und sonst nichts, und das ist auch irgendwie das, was wir bekämpfen wollen. Was wir mit “ Dies ist nicht Amerika“ auch schon machen. Das ist halt wiederum nur das Übernehmen, z.B. aus den USA, das ist gard wieder ein tolles Cap, oder irgendwelche Adidasschuhe, deswegen muß man nun nicht genauso rumlaufen, das ist absolut unwichtig.
Ef: Outfit, das es jetzt ao allgemein gibt, ist nur auf Zweckbasis entstanden, das hat sich dann so eingebürgert, das waren jetzt die Turnschuhe zum breaken, der Trainigsanzug auch zum breaken, die Kaputze und die dicken Klamotten zum malen. Das hat sich dann einfach so entwickelt, daß dann auf diese Komponenten hin spezielle Kleiderstile entwickelt wurden und die Leute haben gemerkt, „Mensch das verkauft sich“ und haben dann sowas rausgebracht. Dann hat sich das so eingebürgert, daß jeder HipHop so ein Merkmal an sich trägt.
Ma: Und was Du meinst, Cap für 50 DM, das halt nicht HipHop, was da für 50 DM über den Ladentisch geht. Esist einfach ein Cap, was wahrscheinlich von irgendwelchen großen Firmen kommt, die erkannt haben daß sich im Moment eben viele dafür begeistern, dem Käufer dieses abendteuerliche Ghettoimage suggerieren.
Ef: Die haben HipHop für sich eingenommen, obwohl sie damit nichts zu tun haben und das Geld, das da reinläuft, das geben sie nicht wieder für HipHop aus, das bleibt im HipHop Bereich, das ist denen scheißegal, die kaufen sich dafür…(unverständlich)
De: Ich weiß auch nicht, was an einem Cap HipHop ist. Wo kommen die überhaupt her?
Ef: Wenn es jetzt ein Cap gibt, das von einem Sprüher mit Airbrush gemacht wurde, handgefertigt, das sehr geil aussieht und das dann 50 DM kostet, dann find ich das voll in Ordnung, weil der Typ, der das gemalt hat, dann das Geld kriegt, und das gibt es dann weiter für Airbrush, seine Farben aus, für Dosen, oder kauft sich ’ne Platte davon. So bleibt das Geld halt alles drinnen, und so kann sich das dann immer weiter etablieren, weil nirgendwo wird das Geld entzogen.

Spielt ihr eigentlich mit Hardcore Bands zusammen, z.B. auf Konzerten, wo die Musikstille gemischt sind?
Ma:So konzertmäßig haben wir es noch nicht so vermischt.
Ef: Aber wollen wir mal…
De: Wir haben jetzt schonmal überlegt mit Hardcore Bands zusammen zu spielen. Die Antifa organisiert jetzt im Mai irgendwann eien Abend, wo mehrere Gruppen zusammen spielen, da kommen Hardcore Bands von Elbcore, da kommen wir dazu, vielleicht ein bißchenHipHop, ein bißchen Hardcore. Dann wollen wir vielleicht noch mit, wie heißen die denn noch?, ich komm jetzt nicht drauf, ist egal, auf jeden Fall ist es gemischt, das ist halt auch das, was wir erreichen wollen, mehr Toleranz, deshalb haben wir das auch mit organisiert.
Ef: Und wir machen jetzt noch einen Remix von K.E.I.N.E. mit einer Metalband.

aus dem Antifa-Info Kreis Segeberg – Pinneberg Nummer 6 von 1994

Versuchter Mord an Antifaschisten in Dortmund

Am Sonntag den 14.08. 2016 lauerten drei Vermummte einem 24-jährigen Dortmunder Antifaschisten vor seiner Wohnung im Dortmunder Westen aus einem Auto heraus auf. Sie schlugen auf ihn ein, ein Angreifer zog ein Messer und stach zwei Mal zu.*1

In den letzten Wochen häufen sich wieder Angriffe von Nazis auf Menschen, die ihnen als politische Gegner gelten. Mit der Nachricht von einem Messerangriff am Sonntag erreicht die aktuelle Serie rechter Überfälle eine neue und doch altbekannte Eskalationsstufe in Dortmund.

Schon zum Jahreswechsel 2015/16 gab es in Dortmund-Dorsfeld Ausschreitungen, etwa 25 vermummten Nazis haben Streifenwagen in der Thusneldastraße und auf dem Wilhelmplatz mit Pyrotechnik beworfen. So endet die Silvesternacht in Dorstfeld für 18 von ihn mit einer Festnahme.*2

Die Autonome Antifa 170 aus Dortmund hat die letzten Übergriffe dokumentiert:

Am 31. Juli griffen Mitglieder und Sympathisant_innen der Neonazi-Partei “Die Rechte” in Köln eine Gruppe Antifaschist_innen im Hauptbahnhof an. Die Rechten hatten an einer rassistischen Demonstration gegen einen Aufmarsch von Anhänger_innen der türkischen Partei AKP teilgenommen. Einer der Betroffenen musste im Krankenhaus behandelt werden. Schon auf der Hinfahrt hatten die Neonazis einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers zufolge im Zug randaliert und einen Fahrgast verletzt – die Polizei beschränkte sich nach dem ersten Vorfall allerdings auf eine Kontrolle der Rechten, die danach weiter zu ihrer Demonstration ziehen durften.

Am Tag darauf attackierte eine Gruppe von Neonazis in Dorstfeld mehrere Menschen mit Flaschenwürfen. Beteiligt an dem Angriff waren laut den Betroffenen Michael Brück (Stellvertretender Landesvorsitzender der Partei “die Rechte”) und Christoph Drewer (Stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei die Rechte).


Hier ist Michael Brück mit Matthias Deyda beim EM16 in Frankreich/Lille (GERUKR)(*3)

Am 2. August, wieder nur einen Tag später, wurden im Hafen auf dem Weg zur U-Bahn eine Gruppe Menschen von vemutlich Nazi-Hooligans angegangen. Die rechten Schläger hatten sich, Berichten der Betroffenen zufolge, mit einem Hammer und einem Teleskopschlagstock bewaffnet. Den Angegriffenen gelang es, die Verfolger abzuhängen.

Am gestrigen Sonntag, dem 14. August, folgte der bisher schwerste Angriff der jüngsten Serie. Vermummte lauerten einem der Betroffenen des Angriffs vom 1. August vor seiner Wohnnung auf. Wie der Betroffene berichtet, schlugen sie auf ihn ein, einer der Angreifer zog ein Messer und stach zweimal zu. Der Betroffene erlitt eine Stichverletzung im Bauch und musste im Krankenhaus behandelt werden.

AFA170 *4

Nach dem Verbot vom “Nationalen Widerstand Dortmund” (NWDO) und während der Reorganisation in der Splitterpartei “Die Rechte” nahmen die Gewalttaten merklich ab. Mit dem Angriff auf das Rathaus am Abend der Kommunal- u. Europawahl am 24.05.2014 scheint diese Pause vorbei zu sein.


Nazis aus Dortmund vorm Rathaus. Bild. via. RN_Dortmund

In den letzten 15 Jahren sind mindestens 5 Menschen durch Angriffe von Nazis in Dortmond verstorben. Im Jahr 2001 wurden in Dortmund drei Polizist*innen von einem Nazi ermordet, 2005 der Punker Thomas „Schmuddel“ Schulz und 2006 Mehmet Kubaşık, der vom NSU-Netzwerk ermordet wurde.

Die gegenwärtige Serie von Übergriffen ist infolgedessen keine neue Dimension rechter Gewalt in Dortmund.

- Den Betroffenen der Übergriffe gilt unsere Solidarität! – Leisten wir mit allen notwendigen Mitteln Widerstand! -

+++ Es reicht! – Nazi-Gewalt stoppen – in Dortmund und anderswo! +++

Eine Serie Rechter Übergriffe in Dortmund gipfelte am letzten Sonntag (14.08.2016) in einem Messerangriff auf einen Antifaschisten. Mit einem gemeinsamen Aufruf mobilisieren Antifaschistische und Linke Gruppen aus Dortmund und NRW zu eine Demonstration nach Dorstfeld am Samstag den 20. August. Treffpunkt ist um 12:00 an den Katharinentreppen, gegenüber vom Hauptbahnhof. Aufruf und Flyer Download

Pressespiegel:

Wenn Neonazis zu stechen und die Medien schweigen von Robin Dullinge

http://www.ruhrbarone.de/messerangriff-auf-nazi-gegner-in-dortmund/131883 von Stefan Laurin

PM der POL-DO: Angriff mit Messer angezeigt – Polizei sucht Zeugen

Ruhr Nachrichten: Messerangriff: 24-Jähriger leicht verletzt
Update: Soko Rechts ermittelt nach Messer-Angriff

Nordstadtblogger: Linke und Antifaschisten beklagen Angriffe durch Neonazis in Dortmund

Der Westen: 24-Jähriger mit Messer verletzt – Verdacht auf rechte Gewalt

Neues Deutschland: Messerangriff auf Antifaschisten in Dortmund

junge Welt: Messerangriff in Dortmund

Netz-Gegen-Nazis: Messerangriff auf Antifaschisten in Dortmund

Sozialismus Info https://www.sozialismus.info/2016/08/mordanschlag-auf-antifaschisten-in-dortmund/

*1 http://www.blockado.info/mordanschlag-auf-antifaschisten-in-dortmund/

* 2 http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44149-Dorstfeld~/Ausschreitungen-in-Dorstfeld-Das-Polizei-Protokoll-der-Nazi-Gewalt-an-Silvester;art2577,2916168

*3 http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2016/06/13/neonazis-fussball-em-deutsche-hooligans_21889

*4 https://aa170.noblogs.org/post/2016/08/15/rechte-angriffsserie-muendet-in-messerattacke/

Pinneberg: Türkische Nationalisten stören kurdische Kundgebung

via. linksunten.indymedia.org

Am Samstag den 30. Juli 2016 hat eine kurdische Kundgebung in Pinneberg bei Hamburg stattgefunden, die von türkischen Nationalisten und faschistischen „Grauen Wölfen“ gestört wurde.

Am Samstag den 30. Juli hat eine kurdische Kundgebung vor dem Pinneberger Rathaus stattgefunden u.a. wurde vom Frauenrat Rojbîn zur Kundgebung aufgerufen um das IS-Massaker in Qamişlo zu verurteilen und um gegen den Staatsstreich von Erdogan zu demonstrieren.

>>> Am Morgen des 27. Juli wurden bei einem feigen Terroranschlag des Islamischen Staates (IS) in der Stadt Qamişlo mindestens 55 Menschen ermordet und mehr als 165 weitere Personen verletzt. Der Anschlag ereignete sich in einem belebten Viertel der Stadt, wo Mitglieder des IS einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft jagten.

Der erneute Terroanschlag des IS ist zugleich auch ein Eingeständnis seiner Verzweiflung und seines Niedergangs. Denn seit der Befreiung der Stadt Kobanê vom IS im Februar 2015 haben die Verteidigungseinheiten Rojavas kontinuierlich Gebiete im Norden Syriens von der Terrororganisation befreit.

Doch die jüngsten Anschläge und Angriffe des IS in Deutschland und Frankreich machen nochmals deutlich, dass der Kampf gegen diese Organisation auch international geführt werden muss. Die EU und die Bundesregierung müssen größeren Druck auf die Staaten ausüben, die weiterhin den Terror dieser Organisation offen oder verdeckt unterstützen. Hierzu gehört auch und vor allem die Türkei, wo Mitglieder des IS weiterhin unbehelligt agieren können.< << (*1)

Kurz nach beginn der Kundgebung in Pinneberg sammelten sich etwa 70 türkische Nationalisten und Anhänger der faschistischen "Grauen Wölfe" im Umfeld der kurdischen Kundgebung um diese zu stören und zu provozieren. Es wurden immer wieder der sog. "Wolfsgruß" gezeigt, ein Erkennungszeichen der "Grauen Wölfe“ (Bozkurtçular/Bozkurt) der faschistischen und ultranationalistischen Partei MHP.

Schon am 31.1.2016 wurde im schleswig-holsteinischen Neumünster eine kurdische Demo gegen die Angriffe des türkischen Staates und des IS auf Rojava, von "Grauen Wölfen“ angegriffen.(*2) Als 2011 in Kiel Hunderte türkische Nationalisten demonstrierten , beteiligte sich auch eine größere Gruppe aus Pinneberg an der Demonstration.(*3)

In der Lokalen Presse werden die faschistischen "Grauen Wölfe“ verharmlosend als Menschen die „türkische Fahnen schwenkten“ dargestellt.

Pinneberger Tageblatt:

http://www.shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/kurden-demonstrieren-in-…

Hamburger Abendblatt:

http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article207970037/Polizei-unter…

Faşizme Karşı Omuz Omuza! – Schulter an Schulter gegen Faschismus!

*1 aus einem Flugblatt von NAV-DEM zum Anschlag in Qamişlo http://civaka-azad.org/is-terror-in-rojava-mindestens-55-tote-bei-anschl…

*2 http://antifapinneberg.blogsport.de/2016/02/02/neumuenster-angriff-auf-k…

*3 http://www.antifa-kiel.org/index.php/suche.html?keywords=Pinneberg+Tigers

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 111 ist da

Ti­tel­the­ma der 111. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: NAZIS VERBIETEN – WIE ERFOLGREICH IST STAATLICHE VERBOTSPOLITIK. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem: Verbot der „Weisse Wölfe Terrorcrew“, NPD: Seriös in die Bedeutungslosigkeit, Der Sturmvogel, AfD und Neue Rechte, Antifa heißt auch raus aus der metropolen Komfortzone. Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, Schanzenbuchhandlung ) oder direkt beim AIB

Auch eine neue Ausgabe der LOTTA – Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen ist gerade erschienen, mit einem Schwerpunkt zu Militarismus und extreme Rechte.

Auch das Magazin Der Rechte Rand ist gerade neu mit einem Schwerpukt zur USamerikanischen Präsidentschaftswahl: Welchen Einfluss übt die extreme Rechte in den USA derzeit auf die politische Stimmungslage aus? Wie konnte sich Donald Trump als Kandidat des äußersten rechten Rands in den Vorwahlen behaupten? Wer zählt zu seinen UnterstützerInnen?
Dabei kommt mit der „Tea Party“ auch eine Strömung in den Blick, die in Deutschland zwar vom Namen her bekannt ist, deren Strategien, Ziele und Erfolgsfaktoren aber nur selten untersucht werden.
Für das aktuelle Heft haben ExpertInnen aus den USA und aus
Deutschland die derzeitige politische Lage in den USA analysiert. In einem Interview erläutert David Plotke, Professor für Politikwissenschaft an der „New School for Social Research“ in New York, wie Trumps Erfolg möglich sein konnte und welche Rolle Rassismus und extrem rechte Positionen in der US-Gesellschaft spielen. Der Analyst Stephen Piggot fragt nach der Wirkungsmacht antimuslimischer Ressentiments in den Vereinigten Staaten und Spencer Sunshine wirft in seinem Artikel einen Blick auf rechte Milizen und die so genannte „Patriotenbewegung“. Carl Kinsky beschreibt, wie sich amerikanische Neonazis in Opposition zu Obama brachten und ihn
als Projektionsfläche für ihre Propaganda nutzten. Lawrence Rosenthal schließlich, Leiter des „Berkeley Center for Right-Wing Studies“ der Universität Berkeley (Kalifornien), beleuchtet die konfliktreiche Beziehung zwischen „Republikanern“ und der „Tea Party“ und legt dar, wie Trumps Kandidatur die „Tea Party“ entzweit.