Archiv für Juli 2016

GO GET ORGANIZED! Antifa-Wochenende in Kiel

Die rechtspopulistische AfD ist auf dem Vormarsch, Neonazis rotten sich zusammen und gehen auf die Straßen, Geflüchtete und ihre Unterkünfte werden in Brand gesteckt und angegriffen und der*die sogenannte „besorgte Bürger*in“ stimmt bei Veranstaltungen wie Pegida und Co anfeuernd mit ein. Die bürgerliche Parteienlandschaft geht diesen Diskurs eifrig mit und bastelt an der Verschärfung des Asylrechts und der umfassenden Abschottung Europas. Ein erschreckender Zustand, der in Deutschland Realität ist.

22.07.2016 Antifa Enternasyonal Café

Es ist wieder soweit, Antifa Enternasyonal Café in der Roten Flora

Dieses Mal planen wir miteinander Passagen aus Lieblingsbüchern und -texten, Gedichte, Songtexte und was immer euch inspiriert zu teilen.
Bringt gerne Textstellen und/oder Niedergeschriebenes mit, was euch beflügelt oder geprägt, gestärkt oder zum Lachen und Weinen gebracht hat. Erzählt wieso, weshalb, warum das so ist oder teilt es einfach nur ohne große Reden zu schwingen, vielmehr soll das Teilen von politischer Literatur im Vordergrung stehen. In einer gemütlichen Runde und Atmosphäre können solch kleine, persönliche Dinge im Rahmen des nächsten Cafes miteinander geteilt werden, um anschließend den Abend noch mit dem einen oder anderen Getränk und Schnack ausklingen zu lassen.

Wir bitten darum, dass nicht zu lange Texte vorgelesen werden, da es keine Buchvorstellungen werden sollen.

Antifa Enternasyonal Café, Jeden 4. Freitag im Monat, Einlass 19:00 Uhr, Beginn 20:00 Uhr, Rote Flora
Achidi-John-Platz 1 (Schulterblatt/Hamburg)

Von uns noch zwei Beispiele:

Bis in die späte Nacht werde ich von Anwesenden mit Fragen zur Situation in Europa überschüttet. Alle wollen wissen, wie die Menschen den kurdischen Befreiungskampf dort betrachten, ob die Ziele bekannt sind und was die europäische Bevölkerung darüber denkt. Und immer wieder die Frage, warum es nicht mehr Widerstand gegen jene westlichen Staaten gibt, die die Türkei finanziell und militärisch unterstützen.

aus Der Weg in die Berge, Carola Solina

Aus dem Buch: Autonome in Bewegung, Assoziation A

Im Herbst 1984 wollten wir eine NPD-Veranstaltung im Wedding sprengen. Wir kannten das Spiel: Ein paar halbtote Nazi-Opas, ein paar kurzhaarige junge Schlägertypen, vielleicht ein paar Bullen zum Schutz – so war es meistens in den 80ern. Gefährliche Nazis gab es nur in Hamburg. Wir führen unvorbereitet los, sammelten uns gemütlich auf offener Straße und wurden unvermutet von einer organisierten Gruppe Neonazis angegriffen und innerhalb von Sekunden auseinandergenommen, einer von uns blieb schwer verletzt liegen. Das war die Geburtsstude einer „neuen“ Antifa in Berlin. Wir gründeten ein Antifa-Plenum und eine Info-Zeitschrift, fingen an, mit Fotoapparaten zu arbeiten, nahmen erkannten Nazis die Ausweise ab, hatten die Knüppel schnell griffbereit und fuhren zu den norddeutschen Antifa-Treffen. Die wenigen „alten“ autonomen Antifa-Leute, die teils schon seit vielen Jahren zähe Recherche-Arbeit geleistet hatten, bekamen endlich breitere Unterstützung.

Am Samstag (23.7.2016) gibt es in Hamburg eine große Demonstration unter dem Motto “Weder Militärputsch, noch AKP-Diktatur! Stoppt Erdogans Staatsterror! – für eine Demokratisierung der Türkei und Kurdistans!” Mehr Infos

Hamburg/Beaumont-sur-Oise: Stop Racist Police Brutality – Adama Traoré nach brutaler Festnahme verstorben

+ Tout le monde déteste la police +

Am Dienstag den 19.07. ist Adama Traoré in Beaumont-sur-Oise brutal von den Cops festgenommen worden, nach offziellen Versionen verstarb er im Polizeigewahrsam einen plötzlichen Herzinfakt. Die Familie und Zeugen widersprechen dieser Version. Bei der Festnahme soll Adama Traoré von fünf – sechs Cops massiv geschlagen worden sein, sagen Zeugen. Der Grund der Festnahme war eine Personalienfeststellung gewesen.

Am Mittwoch versammelten sich Freunden und Familienangehörigen vor dem Rathaus von Beaumont-sur-Oise um Adama Traoré zu gedenken. Dieses Treffen wurde von Cops mit Schlagstöcken und Reizgas angegriffen. (Video)

Bei den folgenden Unruhen wurden mittlerweile wohl etwa 35 Autos in Brand gesetzt.

Die Familie und der anwaltliche Beistand durften bis jetzt den Leichnam von Adama Traoré nicht sehen. Nach einer ersten Autopsie sprechen die Behörden von keinen „signifikanten Spuren“ von äusserlicher Gewalt.

Für Freitag den 22.07. wird zu einem Schweigemarsch für Adama Traoré in Beaumont-sur-Oise um 17 Uhr aufgerufen.

Kein Vergeben, kein vergessen! Ni Oubli, ni Pardon! Rip Adama Traoré!

Vergessen wir die vielen anderen Fällen von rassistischer Polizeigewalt nicht. Aufklärung & Gerechtigkeit für Oury Jalloh! Auch in Hamburg gehen gerade, nach rassistischen Kontrollen und einer Hausdurchsuchung am 18.07. in der Hafenstr, mehre 100 Leute jeden Abend auf die Straße. (Infos: #NoRPHH) Stoppt die rassistischen Kontrollen! Rip Jaja Diabi

Carlo Giuliani – Never forget!

Carlo Giuliani – Never forget! Vor 15 Jahren am 20.07.2001 in Genua beim G8-Gipfel von Bullen ermordet! Carlo Vive!