In der Roten Flora startet am 16.10 neu ein Antifa-Tresen

Am Freitag den 16.10. startet der „Antifa-Tresen“ in der Roten Flora. Ab 19 Uhr geht`s los. (Ab dann jeden 3. Freitag im Monat ab 19 Uhr)

Vom Flyer: „Der Umbau ist fast geschafft – ab jetzt kann die ehemalige „Vokü“ in der Roten Flora zum regelmäßigen meet and greet genutzt werden. Der Antifa-Tresen soll die Gelegenheit bieten mal mit mal ohne politisches Rahmenprogramm bei entspanter Kneipenatmosphäre zusammenzukommen.

Wenn am Freitag den 16.10. zum ersten mal der „Antifa-Tresen“ öffnet werden wir (Antifa Pinneberg) zusammen mit der Tresen Orga. den Film „Acta non verba – die Erneuerung des Antifaschismus in seinen Kämpfen“ zeigen.

Zum Film: In dem Film „acta non verba“ („Taten, nicht Worte“) von Hazem el Moukaddem und dem Kollektiv Nosotros aus Marseille werden zahlreiche antifaschistische und antirassistische Projekte und Einzelpersonen aus Frankreich, Deutschland, Russland und Italien porträtiert. Anhand des Films sollen verschiedene politische Organisierungsansätze und Aktionsformen diskutiert und anschließend überprüft werden. Der Regisseur Hazem el Moukaddem wird vor Ort sein, um seine Motivation für den Film sowie seine Erfahrung während der Dreharbeiten mitzuteilen.

Im Film kommt der Regisseur und libanesische Antifaschist Hazem, genau so zu Wort wie der legendäre Anarchist Lucio Urtubia aus Navarra oder der militante Antifaschist Yves Peirat, der einige Jahre für antifaschistische Aktionen der FTP im Gefängnis saß. In Deutschland werden zwei Organisatorinnen des antirassistischen Fußballturniers auf St. Pauli und ein Sprecher der Roten Flora zu ihren Projekten interviewt. Die Rap-Hardcore Band „Moscow Death Brigade“ und der Antifaschist Pietr Silaev aus Moskau erzählen über ihre Erfahrungen und Projekte in Russland. Ein Vertreter des „Centro Sociale Askatasuna“ in Torino berichtet über das Sozialzentrum, den Widerstand im Tal Val Susa und den antifaschistischen Widerstand. Und Vertreter des „Antifa Boxe“ aus dem Sozialzentrum skizzieren ihr „Palestra Populare“. Zum Schluss kommen noch „La Horde“ und „Quartiers Libres“ mit ihrer antifaschistischen Arbeit in Paris zu Worte.

Durchzogen ist der Film mit antifaschistischer Musik und Bilder von Demonstrationen, Kampagnen und Aktionen untermalen die Erzählungen. Bezüge zu historischen Kämpfen werden immer wieder mit Bildern zu Kuba, Nicaragua, der Partisanenkampf im ehemaligen Jugoslawien, aber vor allem zum spanischen Bürgerkrieg aufgemacht.

Stellvertretend für die vielen ermordeten AntifaschistInnen im Europa der letzten Jahre werden die bekannten Personen Carlos Palomino, Ivan Chuturskoy, Pavlos Fyass und Clement Meric benannt. Aber auch die Morde an Davide Cesare aus Mailand und Carlo Giuliani aus Genova fließen indirekt ein. Yves Peirat erinnert an den Comoraner Ibrahim Ali. Der 17-jährige wurde am 21. Februar 1995 von einem FN-Mitglied in Marseille von hinten erschossen.

Praktischer und militanter Antifaschismus, sein materieller, sozialer und kultureller Ausdruck sind ein zentrales Anliegen und Ausdruck dieses Films. Alle Interviewten legen dabei einen großen Wert auf die gelebte transnationale Solidarität, die sie erfahren haben und die sie versuchen zu praktizieren.

Hazem el Moukaddem ist antifaschistischer Aktivist aus Marseille. Neben der Arbeit in verschiedenen antifaschistischen Kampagnen und Projekten, beispielsweise dem Kollektiv Nosotros welches auch den Film produzierte, forscht er zu linker Geschichte und hat in diesem Rahmen u.a. das Buch „Panorama des groupes révolutionnaires armés français de 1968 à 2000″ veröffentlicht.

Kommt alle zum Antifa-Tresen in der Roten Flora!