Archiv für Oktober 2015

Rassismus ist keine Alternative! Gegen den AfD-Aufmarsch am 31. Oktober in Hamburg


Am 31. Oktober möchte die AfD in Hamburg aufmarschieren. Die Demonstration ist unter dem Motto: „Gegen das Politikversagen! Asylchaos stoppen!“ angekündigt. Sie soll ein weiterer Höhepunkt der von der AfD ausgerufenen „Herbstoffensive“ sein. Bereits in den letzten Wochen ist die Partei unter anderem in Rostock, Erfurt und Magdeburg aufmarschiert. Bei diesen Aufmärschen liefen auch organisierte Neonazis unbehelligt mit und griffen aus dem Aufmarsch heraus Presse und Menschen die gegen den Aufmarsch protestierten an. Zum Aufmarsch am 31.10. um 13 Uhr am Hauptbahnhof in Hamburg rufen die AfD-Landesverbände von Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf.
Nachdem im Juli 2015 die rechten Strömungen innerhalb der AfD die Flügelkämpfe für sich entscheiden konnten, setzt diese auf eine immer offenere nationalistische und rassistische Rhetorik. Eine Distanz von Pegida, NPD, HoGeSa und anderen Neonazis schwindet immer mehr. Von einem rassistischen Grundtenor angetrieben, bekommen rassistische Parolen auch Zustimmung bis weit ins bürgerliche Lager hinein oder entspringen diesem. Die deutsche und europäische Politik im Umgang mit Geflüchteten ist gescheitert. 60 Millionen Menschen befanden sich 2014 weltweit auf der Flucht vor Elend und fehlenden Lebensperspektiven, an denen auch die westlichen Industriestaaten Schuld tragen. Dem Massensterben bei der Flucht über das Mittelmeer wird jedoch begegnet durch noch stärkere Abschottung und durch ein noch härteres Abschieberegime. Erst Mitte Oktober gab es eine weitere Asylrechtsverschärfung, durchgesetzt von CDU, SPD und den Grünen.

In Freital und Heidenau sehen wir die Resultate der rassistischen Hetze, in form von pogromartigen Krawallen gegen Geflüchtete. Von Bayern bis Schleswig-Holstein gibt es eine Serie von unzähligen Angriffen und Brandanschläge mit rassistischem Motiv.

Die rassistischen Angriffe erfolgen vor dem Hintergrund einer politischen Stimmungsmache und machen auch vor Hamburg und Schleswig-Holstein nicht halt. Neben dem AfD-Aufmarsch am Samstag 31.10. gibt es noch weitere regionale Initator*innen von weiteren Versammlungen mit rassistischen Absichten.

So wird zu einer Demonstration in Hamburg-Billstedt am 2. November aufgerufen, bzw. soll eine Informationsveranstaltung am Kurt-Körber-Gymnasium gestört werden.


Flyer aus Billstedt mit rassistischer Hetze gegen Geflüchtete


Aufruf zum stören der Infoveranstaltung

In Neumünster ruft eine Facebook-Gruppe um Manfred von Riemke unter dem Motto: „Neumünster wehrt sich! – Heimatbund-Schleswig-Holstein“ für den 14. November zu einer Demo auf.


Aufruf zur Demo am 14.11. in Neumünster von „Neumünster wehrt sich“


Manfred von Riemke macht Werbung für die Demo am 14.11. auf der AfD-Seite Neumünster

*Der AStA HAW Hamburg und der AStA der Uni Hamburg rufen auf zur Kundgebung am Samstag, den 31.10, 13:00 Uhr am Kriegsklotz (S-Dammtor/U-Stephansplatz)*

Gemeinsam die rassistischen Versammlungen zum Desaster machen! Fangen wir am 31.10. beim Aufmarsch der AfD damit an.
Gegen Rassismus, Nationalismus, Sexismus und Chauvinismus!

Auf allen Eben, mit allen notwendigen Mitteln!

Pinneberg: „Der NSU – der Staat – die Gesellschaft“

Vortrag von Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus, Netzpolitik und Datenschutz der Fraktion DIE LINKE

Der Abschlussbericht des Thüringer Untersuchungsausschusses NSU hat bundesweit für Aufregung gesorgt. Der “Verdacht gezielter Sabotage“ kann laut den Mitgliedern des Ausschusses nicht ausgeschlossen werden. Den Sicherheitsbehörden wird bei der Fahndung nach dem untergetauchten NSU-Kerntrio “Versagen auf ganzer Linie” bescheinigt. Katharina König ist seit 2012 für die Fraktion DIE LINKE Mitglied im Thüringer Untersuchungsausschuss und wird in einem Vortrag mit anschließendem Gespräch den bisherigen Stand der Aufklärung des NSU-Komplexes darstellen. Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe lebten bis zu ihrer Flucht im Jenaer Untergrund.In Neonazi-Strukturen wiedem „Thüringer Heimatschutz“ wurden sie politisch sozialisiert. Die auch in Jena damals bestehenden gesellschaftspolitischen Bedingungen, welche zur Entstehung des NSU führten, werden ebenso detailliert dargestellt wie Verwicklungen des Verfassungsschutzes, das den NSU unterstützende Neonazi-Netzwerk sowie die bis heute offenen Fragen.

8. November 2015 / Jüdische Gemeinde Pinneberg / Clara-Bartram-Weg 14 / Pinneberg / 17 Uhr

Köln / Wuppertal / Rellingen: Alles neu?

Am 15. Oktober berichtete der Deutschlandfunk unter der Überschrift „Ein neuer Rechtsterrorismus in Deutschland?“ über Brandanschläge gegen Geflüchtetenunterkünfte. (1) Zwei Tage später wird die neue Oberbürgermeisterin von Köln Henriette Reker, einen Tag vor der Wahl, bei einem Wahlkampfstand mit einem Bowie-Messer (ein schweres Arbeits- und Kampfmesser) Lebensgefährlich verletzt. (2) Der Attentäter Frank Steffen (44) ist ein bekannter Nazi, der in den 90er Jahren in Bonn-Beul lebte und in der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) organisiert war.

In einem Bericht der Antifa Bonn/Rhein-Sieg heißt es weiter: „Die menschenverachtenden Täter der 90er Jahre wurden juristisch kaum verfolgt und ihre Taten wurden durch die Justiz als Taten von „verrückten Einzeltätern“ verklärt und entpolitisiert. Dass die Nazis der 1990er Jahre zu einem Teil immer noch das gleiche Gedankengut haben bemerken wir zum Beispiel bei dem Waffenhändler Ralf Tegethoff, der Mitorganisator des jährlich stattfindenden Naziaufmarsches in Remagen ist und Ausbilder der inzwischen verboten Kameradschaft Aktionsbüro Mittelrhein war. Der ehemalige Chefnazischläger Norbert Weidner ist heute in der rechtsextremen Burschenschaft der Raczeks zu Bonn aktiv.
Frank Steffen wurde durch diese Generation Terror geprägt und sein Anschlag in Köln zeigt auf gewalttätige Weise, dass sein rassistisches Weltbild gleich geblieben ist. Steffen, der direkt nach seiner Tat festgenommen wurde, gab selber an, dass er die Tat aus fremdenfeindlichen Motiven begangen hat. Während noch darüber spekuliert wird, welches Motiv hinter der Tat steckt, sind wir uns sicher, wes Geistes Kind Frank Steffen ist.
Frank Steffen war ein organisierter Nazi in einer rechtsterroristischen Organisation, die in den 90ern offen dazu aufrief, Flüchtlingsheime anzuzünden. Die Verdrängung des rechten Rollbacks der 90er Jahre hat unsere Gesellschaft nicht wachsam bleiben lassen. Die Nazis dieser Zeit sind immer noch aktiv, als Ausbilder, rechte Hetzer oder wie diese Tat zeigt, als Mörder.“ (3)Das „Antifaschistische Aktionsbündnis Köln gegen Rechts“ berichtet von Rudolf-Hess Gedenkmärschen an den Steffen 1993 in Fulda und 1994 in Luxemburg teilnahm. (4) Die „Lotta -Antifaschistische Zeitung für NRW“ berichtet von V-Mann Tätigkeiten im Umfeld von Frank Steffen und der FAP, so heißt es: „Auch wenn die Sicherheitsbehörden bislang keine Informationen zu Frank S, vorliegen, der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz dürfte über solche verfügen. Schließlich soll Norbert Weidner während seiner FAP-Zeit als V-Mann tätig gewesen sein. Das „Antifaschistische Infoblatt“ zitierte in einem Artikel in der Ausgabe 101 aus einem Positionspapier des BKA von 1997, in dem Weidner als V-Mann des Verfassungsschutzes bezeichnet wird.“ (5) Mit André Zimmermann, Stephan W. und Johann Helfer, bewegten sich gleich mehrere V-Männer im Umfeld von Frank Steffen. Erst 2015 ist Johann Helfer. in die Medien geraten, so fragt „NSU Watch NRW“ im Juni: „Wer ist der Kölner Neonazi-Aktivist, der dem Phantombild des Probsteigassen-Täters ähnelt und der einer Enthüllung der ‚Welt‘ zufolge seit 1989 als ‚geheimer Mitarbeiter‘ für den nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz gearbeitet haben soll?“ (6) Am 19. Januar 2001 detonierte in einem Lebensmittelgeschäft in der Probsteigasse ein Sprengsatz der dem NSU-Netzwerk zugerechnet wird.
Der Publizist Andreas Kemper weißt in einem Artikel auf den Zusammenhang von der seit Monaten stark zugenommen rassistischen Hetze von Pegida und AfD-Anhänger*innen, und die Zunahme von rassistischer Gewalt hin. So stellt er heraus das der Aufruf eines AfD-Vorstandsmitglieds in Salzwedel zum Mord an „Volksverräter“; Zitat von der Facebook-Seite von René Augusti: „Die Völkerwanderung muss aufgehalten werden. Die sich Deutsche nennen und dies fördern gehören an die Wand gestellt. Macht endlich was und wartet nicht auf andere“, Frank Steffen. hat versucht diese Aufforderung in die Tat umzusetzen. (7) Bei „Panorama“ weißt der Journalist Andrej Reisin in seinem Artikel „Terror von rechts“ richtigerweise daraufhin, dass: “ der wohl furchtbarste rechtsterroristische Anschlag der europäischen Nachkriegsgeschichte von einem fanatischen Einzeltäter geplant und durchgeführt wurde: Anders Behring Breivik…“ (8) A.B. Breivik beging am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya Anschläge, bei denen 77 Menschen ums Leben kamen, zum großen Teil Jugendliche aus einem Zeltlager der Arbeidernes Ungdomsfylking (AUF). Der Sozialpsychologe Andreas Zick sieht zwischen Anders Breivik und Frank Steffen Parallelen sagte er im „Weser Kurier“. (9) Mittlerweile kann man davon ausgehen das die Tat wohl durchdacht und geplant war. So berichtet der „Kölner Stadt Anzeiger“ das bei der Wohnungsdurchsuchung von F. Steffen in Köln-Nippes, sichergestellte Unterlagen und Rechner keinen Hinweis auf die Tat hatten, aus den Computer waren sogar die Festplatten entfernt worden.(10)

Wuppertal

Am 11. April 2015 wurde ein Antifaschist mit türkischem Migrationshintergrund und Freund des AZ-Wuppertal (Autonome Zentrum Wuppertal) mit zahlreichen Messerstichen in den Rücken und zusätzlich mit stumpfer Gewalt lebensgefährlich verletzt. Die brutalen Angreifer waren HoGeSa-Nazis (Hooligans gegen Salafismus). (11/12) In einem Recherche-Artikel, zum Mordversuch vor dem Autonomen Zentrum, der auf der Antifa-Cafe-Wuppertal Seite dokumentiert wird, heißt es zu den Attentätern, Zitat: „Bei dem 25-Jährigen handelt es sich um den vorbestraften Nazi Patrick Petri. Zur Zeit wohnt er in Wuppertal, ursprünglich stammt er aus der Gegend um Frankfurt am Main. Patrick Petri sitzt seit dem 13. April und derzeit alleine als Hauptbeschuldigter in U-Haft und ist laut Staatsanwaltschaft geständig. Bis zur Tat absolvierte Petri eine Jobcenter-Umschulungsmaßnahme zum Koch in der Bildungseinrichtung E.D.B. (Erfolg durch Bildung) in Velbert. Er ist vorbestraft wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen von ehemaligen nationalsozialistischen Organisationen (§§86a) sowie wegen Körperverletzung.
Patrick Petri hatte engen Kontakt zu Mario Leisering aus Oberhausen, der zu den führenden HoGeSa-Nazis in NRW gehört.
Am 30. Mai 2011 nahm Patrick Petri an einem Naziaufmarsch in Enschede (Niederland) teil. Dort trug er zusammen mit Leisering das Transparent des „Freien Widerstands Oberhausen“. Spätestens seit diesem Zeitpunkt hat Patrick Petri Kontakte zu Teilen der Wuppertaler Nazistruktur „Nationale Sozialisten Wuppertal“ (heute „Die Rechte Wuppertal“)“. (13) Über Thomas Pick, einen zweiten bekannten Täter wird ebenfalls über Verbindungen zu Mario Leisring berichtet so wie zu anderen rechten aus der Hooligan-Szene von NRW wie z.B. Andreas Kraul und Dominik Roeseler. Weiter heißt es in dem Artikel: „Thomas Pick war unter den über 50 Personen aus dem HoGeSa-Spektrum, die sich am Abend des 18. Januars in Köln versammelt hatten, um die öffentliche Gedenkveranstaltung anlässlich des 14 Jahre zuvor verübten NSU-Bombenanschlags in der Probsteigasse anzugreifen. Glücklicherweise wurde die Gruppe kurz vor Erreichen des Zieles zufällig entdeckt und für 29 Personen endete die Aktion zirka 150 Meter vom südlichen Ende der Probsteigasse im Polizeikessel. Bei der Durchsuchung der Personen fand die Polizei Pfefferspray, Quarzsandhandschuhe, einen Elektroschocker sowie allerlei Protektoren. Der restliche Teil der Gruppe flüchtete von der Polizei unerkannt in die umliegenden Seitenstraßen.“ (13) Die Staatsanwaltschaft die am 5. Oktober den Prozess gegen die drei Angreifer eröffnete behauptet das die zwei bisher öffentlich bekannten Täter nicht mehr in der rechten Szene aktiv seien. (14/15) Die Antifa-Recherchen zeigen, wie oben beschrieben ein anderes Bild, von bekannten militanten Neonazis.

Rellingen (Kreis Pinneberg)

Anfang März 2015 Dokumentierten wir einen Bericht von linksunten.indymedia.org auf unseren Blog, wo es Inhaltlich um den rechten Brandstifter und sprengstoffaffinen André Maaß ging. (16/17/18/19)
Am 20. Oktober bestätigte die Berufungskammer in Itzehoe die Verurteilung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. (20)
Schon im Juli 2008 wurde er laut Hamburger Abendblatt wegen über 100 Straftaten verurteilt, darunter auch wegen PKW-Brandstiftungen, ein Buttersäureanschlag und das Sprengen eines Zigarettenautomaten. Von 2008 bis Ende 2013 saß André M. in Haft bzw. in einer psychiatrischen Klinik in Neustadt. Nach dem Urteil steht André M. frei nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe eine Entlassung anzustreben, auch kann noch Revision gegen das Urteil eingelegt werden. Sein Anwalt, zu dem wir auch schon berichteten, kann sich das Laut Zitat im Hamburger Abendblatt vorstellen: “ Ich kann mir das vorstellen. Mein Mandant muss das jetzt erst einmal sacken lassen, dann werden wir beraten“ so sein Anwalt Thomas Penneke.

Weder 2008 noch im März (21/22) und auch jetzt wurde auf die rechte Einstellung von André Maaß bei dem Prozess eingegangen.

Zu den Brandstiftungen aus dem Sommer 2014, bekannte sich im Internet ein Täter unter Pseudonym „Felix Steiner“. Felix Steiner war SS-Obergruppenführer, Waffen SS General. Auch der Anmelder des Naziaufmarsch 2009 in Pinneberg, Thomas Wulf, benutzt den Namen des Generals, gerne als Spitznamen.

An mehreren Verhandlungstagen in Itzehoe hatte André M. ein schwarzes Shirt mit dem rotem „Kameradschaft“ Aufdruck an. U.a. wurden diese Shirts auch von Teilnehmern des Naziaufmarsches in Pinneberg 2009 getragen, sowie von Teilnehmer der Naziaufmärsche in Hannover und in Hamburg.

Demnächst muss sich André M. in weiteren Anklagepunkten vor Gericht in Itzehoe verantworten, wir sind gespannt ob auch dort der rechte Hintergrund von André M. ausgeblendet wird. Für uns ist klar, taten die unter dem Pseudonym eines NS-Täters, von einem der auch ansonsten kein Geheimnis aus seiner rechten Ideologie macht, müssen in diesen Kontext eingeordnet werden und dürfen nicht als taten eines verrückten Einzeltäters entpolitisiert werden.

Zum Anwalt Thomas Penneke:
Penneke ist u.a. Bundesbruder der zum Dachverband der Deutschen Burschenschaft zugehörigen Redaria Allemannia. Der ehemalige Neuruppiner war in den 1990er Jahren in der örtlichen Neonaziszene aktiv und als einer der führenden Kader bekannt. Er engagierte sich gemeinsam mit Frank Schwerdt, in dem NPD-nahen Verein »Jugendhilfe e.V.«, der sich für einen Neonazitreffpunkt in Neuruppin einsetzte. Penneke half mit bei örtlichen Verteilaktionen, hielt in der Öffentlichkeit neonazistische Reden und trat 1999 mehrfach als Ordner bei NPD-Demonstrationen auf. Im Jahr 2000, zu Beginn seines Studiums in Rostock, wurde es zunächst ruhig um ihn. Bis auf einen geschichtsrevisionistischen Vortrag »Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg«, den er als Jurastudent 2003 in seiner Burschenschaft darbot, hielt Penneke weitgehend aus der Öffentlichkeit fern. Mit dem Erlangen seiner Approbation trat er als Fachanwalt für Strafrecht, Familienrecht, Verkehrsrecht und bei Ordnungswidrigkeiten in Neonazikreisen wieder in Erscheinung. Seither vertritt der in der Hansestadt lebende Anwalt das Who-is-Who der Neonaziszene aus Mecklenburg-Vorpommern. So Vertrat er u.a. Michael Grewe im „Pölchow-Prozess“ (AIB 91) (23)

Drei Orte mit unterschiedlichen Täter-Geschichten, gemeinsam haben alle eine extrem Rechte Ideologie, die von der Mehrheitsgesellschaft ausgeblendet und verdrängt wird, oder zumindest zu wenig entgegen gesetzt wird. Bei allen lässt sich eine Anbindung an die Örtliche Rechte-Szene feststellen, wenn nicht sogar ein Aktives mitwirken in ihr. In einem Bericht von „Lotta -Antifaschistische Zeitung für NRW“ wird auch noch mal auf die in der politikwissenschaftlichen Diskussion als „Einsame Wölfe“ beschriebenen Täter*innen eingegangen und festgehalten das der Begriff zu Missverständnissen führt, den die meisten Attentäter*innen sind nicht komplett isoliert. (24)
So lässt sich für Frank Steffen fest halten das er durchaus den Diskurs um Geflüchtete , Islam & Asyl, in der Rechte-Szene und weit drüber hinaus, aufnahm und als Handlungsanweisung verstand. Für die Täter beim versuchten Mord in Wuppertal steht fest das sie bei HoGeSa in NRW eingebunden sind und zu der Örtlichen Kameradschaft-Szene Kontakt pflegten. Für André Maaß aus Rellingen lässt sich festhalten, das auch er Bewegungen und Strömungen in der extrem Rechten-Szene verfolgte und aufnahm. Wie. z.B. rund um die „Unsterblichen“, welche er bei Facebook lobte.

Das die rassistische Gewalt und Übergriffe gegen Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte, von den es über 500 Attacken, in den ersten drei Quartalen 2015 bereits gab, müssen endlich als das benannt werden was sie sind, Rechtsterrorismus! (25)

*1. deutschlandfunk.de/fremdenfeindlichkeit-ein-neuer-rechtsterrorismus-in.862.de.html?dram:article_id=334100

*2. wdr.de/themen/aktuell/henriette-reker-verletzt-102.html

*3. antifabonn.blogsport.de/2015/10/17/attentaeter-von-ob-kandidatin-ist-ein-bekannter-nazi/

*4. gegenrechts.koeln/2015/attentaeter-von-koeln-soll-rechtsradikalen-hintergrund-haben/

*5. lotta-magazin.de/nrwrex/2015/10/k-mordanschlag-auf-ob-kandidatin-t-ter-war-fr-her-fap-2-updates

*6. nrw.nsu-watch.info/die-politische-laufbahn-des-johann-helfer/

*7. andreaskemper.wordpress.com/2015/10/19/kannte-bjoern-hoecke-den-attentaeter-von-koeln/

*8. daserste.ndr.de/panorama/aktuell/Terror-von-rechts,anschlagreker100.html

*9. weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-Das-ist-ein-gemeinschaftlich-gut-organisierter-Hass-_arid,1232884.html

*10. ksta.de/koeln/-sote-attentat-auf-henriette-reker-der-taeter,15187530,32199642.html

*11 wuppertaler-rundschau.de/lokales/az-traten-wahllos-tueren-ein-aid-1.5010313

*12 az-wuppertal.de/2015/04/30/gegen-nazis-nazi-hooligans-pegida-rassistinnen-und-ihre-menschenverachtende-gewalt-heraus-zum-autonomen-1-mai/

*13 antifacafewuppertal.blogsport.eu/archives/1097

*14 wdr.de/studio/wuppertal/themadestages/messerstecherei-autonomes-zentrum-100.html

*15 wuppertaler-rundschau.de/lokales/hauptangeklagter-gesteht-aid-1.5455023

*16 antifapinneberg.blogsport.de/2015/03/02/s-h-rellingenitzehoe-heute-beginnt-der-prozess-gegen-andre-m/

*17 linksunten.indymedia.org/de/node/136268

*18 abendblatt.de/hamburg/article107330891/In-einem-geschlossenen-Raum-haette-keiner-ueberlebt.html

*19 stern.de/panorama/anschlagsplaene-in-rellingen-der-ganz-normale-terrorismus-3265812.html

*20 http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article206312157/Brandstifter-Andre-M-bleibt-im-Gefaengnis.html

*21 shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/prozessauftakt-im-brandstifter-prozess-von-rellingen-id9109456.html

*22 shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/brandstiftung-gefaengnis-fuer-andre-m-id9329786.html

*23 linksunten.indymedia.org/de/node/156872

*24 lotta-magazin.de/ausgabe/online/attentat-auf-henriette-reker-war-eine-rechtsterroristische-tat

*25 spiegel.de/panorama/justiz/fluechtlingskrise-bka-warnt-vor-zunehmender-gewalt-a-1059020.html


Hier André Maaß mit Thor Steinar Jacke und der Mitangeklagte Kevin W. mit Hitlergruß (Foto 2007)


Hier André Maaß mit Thor Steinar Jacke vor seinem Elternhaus in Relingen (2014)

Hier das t-shirt beim ersten TDDZ Aufmarsch am 06.06.2009 (links am Transpi vom „Hildesheimer Widerstand“) in Pinneberg:
(von Sonar-Archiv)

Noch ein Bild vom 06.06.2009 in Pinneberg (hier hinter dem Transpi der JN (Jungen Nationaldemokraten (JN), offizielle Jugendorganisation der NPD):
(von Sonar-Archiv)

Hier bei einer Neonazi-Kundgebung in Hamburg am 11.09.2009:
(von Recherche-Nord)

In der Roten Flora startet am 16.10 neu ein Antifa-Tresen

Am Freitag den 16.10. startet der „Antifa-Tresen“ in der Roten Flora. Ab 19 Uhr geht`s los. (Ab dann jeden 3. Freitag im Monat ab 19 Uhr)

Vom Flyer: „Der Umbau ist fast geschafft – ab jetzt kann die ehemalige „Vokü“ in der Roten Flora zum regelmäßigen meet and greet genutzt werden. Der Antifa-Tresen soll die Gelegenheit bieten mal mit mal ohne politisches Rahmenprogramm bei entspanter Kneipenatmosphäre zusammenzukommen.

Wenn am Freitag den 16.10. zum ersten mal der „Antifa-Tresen“ öffnet werden wir (Antifa Pinneberg) zusammen mit der Tresen Orga. den Film „Acta non verba – die Erneuerung des Antifaschismus in seinen Kämpfen“ zeigen.

Zum Film: In dem Film „acta non verba“ („Taten, nicht Worte“) von Hazem el Moukaddem und dem Kollektiv Nosotros aus Marseille werden zahlreiche antifaschistische und antirassistische Projekte und Einzelpersonen aus Frankreich, Deutschland, Russland und Italien porträtiert. Anhand des Films sollen verschiedene politische Organisierungsansätze und Aktionsformen diskutiert und anschließend überprüft werden. Der Regisseur Hazem el Moukaddem wird vor Ort sein, um seine Motivation für den Film sowie seine Erfahrung während der Dreharbeiten mitzuteilen.

Im Film kommt der Regisseur und libanesische Antifaschist Hazem, genau so zu Wort wie der legendäre Anarchist Lucio Urtubia aus Navarra oder der militante Antifaschist Yves Peirat, der einige Jahre für antifaschistische Aktionen der FTP im Gefängnis saß. In Deutschland werden zwei Organisatorinnen des antirassistischen Fußballturniers auf St. Pauli und ein Sprecher der Roten Flora zu ihren Projekten interviewt. Die Rap-Hardcore Band „Moscow Death Brigade“ und der Antifaschist Pietr Silaev aus Moskau erzählen über ihre Erfahrungen und Projekte in Russland. Ein Vertreter des „Centro Sociale Askatasuna“ in Torino berichtet über das Sozialzentrum, den Widerstand im Tal Val Susa und den antifaschistischen Widerstand. Und Vertreter des „Antifa Boxe“ aus dem Sozialzentrum skizzieren ihr „Palestra Populare“. Zum Schluss kommen noch „La Horde“ und „Quartiers Libres“ mit ihrer antifaschistischen Arbeit in Paris zu Worte.

Durchzogen ist der Film mit antifaschistischer Musik und Bilder von Demonstrationen, Kampagnen und Aktionen untermalen die Erzählungen. Bezüge zu historischen Kämpfen werden immer wieder mit Bildern zu Kuba, Nicaragua, der Partisanenkampf im ehemaligen Jugoslawien, aber vor allem zum spanischen Bürgerkrieg aufgemacht.

Stellvertretend für die vielen ermordeten AntifaschistInnen im Europa der letzten Jahre werden die bekannten Personen Carlos Palomino, Ivan Chuturskoy, Pavlos Fyass und Clement Meric benannt. Aber auch die Morde an Davide Cesare aus Mailand und Carlo Giuliani aus Genova fließen indirekt ein. Yves Peirat erinnert an den Comoraner Ibrahim Ali. Der 17-jährige wurde am 21. Februar 1995 von einem FN-Mitglied in Marseille von hinten erschossen.

Praktischer und militanter Antifaschismus, sein materieller, sozialer und kultureller Ausdruck sind ein zentrales Anliegen und Ausdruck dieses Films. Alle Interviewten legen dabei einen großen Wert auf die gelebte transnationale Solidarität, die sie erfahren haben und die sie versuchen zu praktizieren.

Hazem el Moukaddem ist antifaschistischer Aktivist aus Marseille. Neben der Arbeit in verschiedenen antifaschistischen Kampagnen und Projekten, beispielsweise dem Kollektiv Nosotros welches auch den Film produzierte, forscht er zu linker Geschichte und hat in diesem Rahmen u.a. das Buch „Panorama des groupes révolutionnaires armés français de 1968 à 2000″ veröffentlicht.

Kommt alle zum Antifa-Tresen in der Roten Flora!

24./25.10.: Nazi-Hooligan Aufmarsch in Köln verhindern!

Am 26. Oktober 2014 fand in Köln einer der größten bundesweiten Nazi-Aufmärsche seit langem statt. Rund 5.000 Nazi-Hools kamen an dem Tag nach Köln und randalierten durch die Innenstadt, während eine völlig überforderte Polizei lediglich dabei zuschaute, wie die Nazi-Hools ihre Gewaltexzesse auslebten. Die Mobilisierung fand vor allem mithilfe sozialer Medien statt. Besonders Facebook ermöglichte es Rassist*innen im vergangenen Jahr, sich zu vernetzen und in ihrem Hass gegenseitig zu bestärken – und ermöglicht dies auch weiterhin. HoGeSa konnte durch digitale Präsenz enormen Einfluss gewinnen, um sich schließlich auch offline zum “Vollstrecker des Volkswillens” zu gerieren. Von dieser Entwicklung waren auch viele Antifaschist*innen überrascht und so fiel der Gegenprotest gegen die angereisten Nazi-Hools äußerst gering aus.

Genau ein Jahr danach rufen mehrere extrem rechte Hooligan-Gruppen erneut zu einer Großdemonstration in Köln auf. Es muss für das gesamte Wochenende (23.-25. Oktober) mit einer großen Anzahl an Nazis und rechten Hooligans in Köln gerechnet werden. Das Motto „Dergleiche Ort, Diegleiche Demoroute, Diegleiche Uhrzeit, Dergleiche Anmelder“ (Rechtschreibfehler im Original) macht unmissverständlich klar, was das Ziel der Veranstaltung ist: Eine Neuauflage der Geschehnisse vom letzten Jahr. (Aufruf)

+++Infoveranstaltung in Hamburg am 07.10.2015 um 20 Uhr Rote Flora von der Kampagne „Good bye Deutschland“+++