Archiv für September 2014

Über 90 Tage Kirchenasyl für Ashraf bei der Jüdischen Gemeinde Pinneberg!

Hier der Bericht der Jüdischen Gemeinde Pinneberg zur Situation von Ashraf O.

Am 29. September hat Ashraf O.die Jüdische Gemeinde Pinneberg verlassen, um bei der zuständigen Ausländerbehörde in Winsen/Luhe seinen Asylantrag zu stellen.

Begleitet wurde er bei diesem Behördengang vom Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Wolfgang Seibert, und der Leiterin der Erholungsstätte „Heideruh“ in Buchholz-Seppensen. In „Heideruh“, einer anerkannten Unterkunft für Asylsuchende ist Ashraf O. untergebracht. Schon vor seiner Unterbringung in der Jüdischen Gemeinde Pinneberg lebte er dort. Er hat dort eine gute und menschenwürdige Unterkunft gefunden und er kann sich dort sicher sein, dass er nicht geschlagen und misshandelt wird, wie in Hamburg und verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in Nordrhein-Westfalen. In der Nordheide fühlt er sich wohl und genießt eine hervorragende Betreuung.

Bei der Ausländerbehörde des Kreises Harburg, war für Ashraf schon alles vorbereitet. Ashraf hat zur Zeit eine Aufenthaltsgenehmigung für einen Monat, wird aber in den nächsten Wochen einen Ausweis für Asylsuchende bekommen, der einen längeren Aufenthalt sichert. Nach Meinung seines Anwalts ist die Wahrscheinlichkeit, dass sein Asylantrag positiv beschieden wird sehr hoch.

Die Jüdische Gemeinde Pinneberg freut sich über den glücklichen Ausgang und wünscht Ashraf O., dass seine grössten Wünsche: Asyl in Deutschland und die Möglichkeit in seinem Beruf als Tischler zu arbeiten, bald in Erfüllung gehen werden.

Wir werden weiterhin Kontakt zu Ashraf halten und genau beobachten wie seine Angelegenheiten in Zukunft verlaufen werden.

Wir als Antifaschist_innen im Kreis Pinneberg, danken der Gemeinde herzlich für den mutigen Schritt dem geflüchteten Ashraf O. Kirchenasyl zu bieten!

Internatinale Solidarität zum Gedenken an Pavlos Fyssas

Am 18. September 2013 wurde der Antifaschist und Musiker Pavlos Fyssas a.k.a. Killah P von Faschisten der Partei „Chrisy Avgi“ in Athen ermordet.
Für den 18.9.2014 einem Jahr nach dem Mord, gibt es einen Aufruf zum Gedenken an Pavlos Fyssas in dem zu Europaweiten Gedenk-Aktionen aufgerufen wird.

Neben Kundgebungen, Konzerten in Athen und in weiteren Orten in Griechenland, gibt es auch Kundgebungen in London, Madrid, Paris, Stockholm und Kopenhagen. (Bericht aus Athen von 2013 / Aufruf zu einer Demo in Berlin)

Wir gedenken allen von Faschist_innen ermordeten. Wir wünschen allen Angehörigen und Freund_innen viel Kraft!
Der Faschismus wird nicht von alleine sterben. Zerschlagt ihn!
Kein Vergeben Kein Vergessen! Ni Oubli Ni Pardon! Never Forgive Never Froget!

Bürgermeister-Kandidat aus der „Reichsbürgerbewegung“

Am 21. September wird in Uetersen ein/e neue/r Bürgermeister/in gewählt.

Ein Kandidat ist Steffen Peter, geb.: 29.10.1963 aus Uetersen. Zur Kommunalwahl 2013 kandidierte Steffen Peter mit seiner Frau Erika Peter *1965 noch für die NPD im Kreis Pinneberg. Nach der Wahl soll er nach eigenen Angaben aus der NPD ausgetreten sein. Laut Hamburger Abendblatt nannte sich Steffen Peter für die Bürgermeisterwahl „Oberreichsanwalt“. Der Uetersener Wahlausschuss korrigierte die Berufsbezeichnung in Stahl- und Walzwerker. Die „Reichsbürger“ hängen Verschwörungstheorien an und verbreiten extrem rechte Ansichten u.a. wird behaupten, das „Deutsche Reich“ bestehe fort. Schon 2007 sind in Uetersen „Reichsbürger“ mit zwei Info-Veranstaltungen aufgefallen.

Mittlerweile berichten auch die Taz, Störungsmelder (Zeit) und BnR über den extrem rechten Bürgermeisterkandidaten in Uetersen.

Am 10.September 2014 haben alle Kandidat_innen die möglichkeit sich öffentlich um 19 Uhr in der Mensa (Bleekerstraße 3) in Uetersen vorzustellen.

Kein Raum, Kein Podium, Keine Stadt für Nazis!

Kundgebung für Anh Lân Dô und Ngoc Chau Nguyên

Am Samstag dem 23. August 2014, wurde in der Halskestraße 72 in Billwerder-Moorfleet eine Gedenktafel aufgestellt. Im Rahmen einer Kundgebung erinnerten antirassistischer und antifaschistischer Gruppen an Anh Lân Dô und Ngoc Chau Nguyên, Opfer eines rassistischen Brandanschlages vor 34 Jahren.

Im Folgenden der Wortlaut der Tafel:
„Zum Gedenken an Ngoc Chau Nguyên und Anh Lân Dô, Opfer eines rassistischen Brandanschlages am 22. August 1980 auf das damalige Flüchtlingsheim in der Halskestraße.

In der Nacht vom 21. auf den 22. August 1980 verübten Mitglieder der terroristischen Neonazigruppe „Deutsche Aktionsgruppen“ einen Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft, die sich damals hier in der Halskestraße 72 befand. Zu diesem Zeitpunkt waren in der Unterkunft ca. 240 Menschen untergebracht. Die Brandsätze trafen das Zimmer von Ngoc Chau Nguyên und Anh Lân Dô. Ngoc Chau Nguyên starb am Morgen nach dem Anschlag. Neun Tage später starb auch Anh Lân Dô an seinen schweren Brandverletzungen.

34 Jahre lang erinnerte nichts an diesem Ort an den Anschlag und die Ermordeten. Diese Tafel wurde im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am 23. August 2014 aufgestellt. Sie steht für die Forderung nach einem würdigen Gedenken.

Der ganze Bericht zur Kundgebung.