Archiv für Dezember 2012

Leserbrief von Herrn Brügmann, Kreissprecher der Linken im Kreis Pinneberg ans Hamburger Abendblatt

Der Umgang mit der Kritik an dieser Ausstellung lässt aufhorchen und offenbart ihre Berechtigung. Weber sei „Meister der zeitlos gültigen Gesellschaftskritik“, heißt es in der Werbung für diese Ausstellung. Damit ist eine unkritische Präsentation vorgezeichnet. Die Antwort des Herrn Kreispräsidenten, „Hier gibt es keine politischen Aussagen, hier wird Kunst gezeigt“, bestätigt dies. Die Kuratorin versteigt sich zur Banalität, dass sich jeder Besucher selbst eine Meinung bilden müsse. Wenn sie das als das „Wesen einer Ausstellung“ bezeichnet und kein Wort über konzeptionelle Bedingungen verliert, die erst eine zutreffende Meinungsbildung ermöglichen, stellt sich die Frage nach ihrer Eignung. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird die Ausstellung an allen drei Standorten von einer Journalistin eröffnet, die bekennt, nichts von der politischen Haltung Webers zu wissen. Der Reflex, die Kritik zurückzuweisen, weil sie anonym erhoben wurde, ist lächerlich. Aber wenn es hilft: Ich bin gerne bereit, meinen Namen herzugeben, auch wenn ich nicht Urheber bin und vielleicht das eine oder andere anders gesagt hätte.Hamburger Abendblatt

Uetersener Nachrichten zur Ausstellung von A. Paul Weber

Der Antisemit in Weber

Kontroverse Kritik an Ausstellung mit Lithografien und Zeichnungen
Pinneberg. Andreas Paul Weber (1893-1980) gilt als Deutschlands bedeutendster Lithograph. In seinem umfangreichen Werk finden sich politisch-satirische Zeichnungen ebenso wie Karikaturen und Buchillustrationen. Dennoch ist der Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und des Kunstpreises Schleswig-Holstein wegen seiner politischen Ansichten umstritten: Weber arbeitete mit völkischen Stereotypen, zeigte sich offen antisemitisch und nahm Auftragsarbeiten für die Nationalsozialisten an.

Die Antifaschistische Aktion (Antifa) hat deshalb die Aussetzung einer dreiteiligen Werkschau, mit der der Kreis Pinneberg den Künstler ab heute zeitgleich in der Galerie III in Barmstedt, im Torhaus Elmshorn und in der Drostei (UeNa berichteten) würdigt, gefordert. In einem offenen, nicht unterzeichneten Brief wirft das Bündnis dem Kreis einen unkritischen Umgang mit Person und Werk Webers vor. Auch die Partei Die Linke hat inzwischen in einer Stellungnahme die Aufarbeitung des Themas angeprangert. Tatsächlich ist Webers Biografie eine gebrochene. Weil er Mitglied im „Widerstandskreis“ um Ernst Niekisch war, aus diesem Grund 1937 verhaftet wurde und sechs Monate in verschiedenen Gefängnissen verbrachte, wurde er einst als Oppositioneller gewürdigt. Für Kunsthistoriker gilt das heute zumindest nicht mehr uneingeschränkt. Stefanie Fricke, Kuratorin des Kreises Pinneberg und Leiterin des Kulturzentrums Drostei, teilt diese Einschätzung. Webers Verständnis von Widerstand entspreche nicht mehr dem heutigen, sagte sie.
Gegen den Vorwurf einer unkritischen Auseinandersetzung verwahrt sie sich. „Ich werde Webers Widerstandsgedanken während der Ausstellungseröffnung erklären und gebe Fakten an die Hand“, sagte sie. Allerdings dürfe es nicht ihre Aufgabe sein, diese zu bewerten. Während der Ausstellungseröffnung (Drostei, 16 Uhr) gilt für die Sicherheitskräfte in der Stadt Pinneberg eine erhöhte Stufe der Aufmerksamkeit. Uetersener Nachrichten

Auch Die Linke kritisiert Konzept der Weber-Ausstellung

Aus dem Pinneberger Tageblatt:

PINNEBERG. Nachdem die Antifa Pinneberg der Drostei einen unkritischen Umgang mit dem Werk des Zeichners A. Paul Weber vorgeworfen hatte und in einem offenen Brief den Stopp der Ausstellung gefordert hatte (wir berichteten), erhalten die Aktivisten nun Unterstützung aus den Reihen der Linken. Kreissprecher Klaus-Dieter Brügmann im Gespräch mit unserer Zeitung: „Was mich am meisten stört, ist das Abwehren von Kritik, nur weil sie anonym ist – dieser Reflex ist lächerlich.“ Die Anonymität des Schreibens ändere nichts an der Richtigkeit der Inhalte. Auch die Aussage von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann, wer nur zwanzig Prozent des Wissens habe, solle sich nicht so äußern, empört Brügmann. Er sei der Antifa dankbar, dass sie das Thema öffentlich gemacht haben. Die Aussage, dass sich jeder Besucher selbst eine Meinung bilden müsse, sei eine Banalität, eine unkritische Präsentation nach diesen Aussagen vorgezeichnet. Natürlich könne man Webers Werke ausstellen, so Brügmann. Es sollte aber bereits im Rahmen der Ausstellung auf die politische Haltung des Künstlers eingegangen werden. „Ich würde mich aber auch freuen, wenn es im Anschluss eine Diskussion mit neutralen Experten, wie Kunsthistorikern geben würde“, sagte Brügmann. In einem weiteren Schreiben an die Drostei bekräftigte die Antifa Pinneberg ihre Haltung.

Auch das Hamburger Abendblatt hat noch mal was geschrieben.

Antworten auf den offenen Brief zur Ausstellung von A. Paul Weber im Kreis Pinneberg

Seit wir unseren offenen Brief an die Veranstalter_innen der A. Paul Weber Ausstellung verfasst haben, gibt es von diesen einige Antworten in der regionalen Presse. In diesen behaupten sie: „Wir bieten dem Künstler keineswegs kritiklos eine Bühne“. Dies war und ist aber aus der Veranstaltungsankündigung nicht ersichtlich. Ganz im Gegenteil, wird Weber hier nach wie vor als „Meister der zeitlos gültigen Gesellschaftskritik“ angepriesen. Weiter sagen die Veranstalter_innen, dass ihnen bewusst ist „dass Weber keine lupenreine Vita hat“. Auch dies steht in krassen Widerspruch zu ihren bisher veröffentlichen Konzept, denn Webers Vergangenheit wurde erst durch uns öffentlich thematisiert.
Wenn die Veranstalter_innen für sich in Anspruch nehmen, dem Künstler nicht kritiklos eine Bühne zu geben, so hätte dies von Anfang an klar ersichtlich sein müssen. In diesem Kontext ist es absolut unverständlich, wieso Weber gerade für seine „Gesellschaftskritik“ in den Himmel gelobt wird, wo diese doch durchweg antisemitisch und völkisch-nationalistisch ist. Daher erscheinen auch die Beschwichtigungsversuche der Verantwortlichen äußerst unglaubwürdig.
Es ist erstaunlich, dass obwohl schon vor zwölf Jahren öffentlich thematisiert wurde, in welchen politischen Kontext Weber steht, keine entsprechenden Konsequenzen daraus gezogen werden.
Besonders qualifiziert finden wir auch die Worte des Kreispräsidenten Burkhard E. Tiemann der sagt: „Es ist schade, wenn sich jemand so zu Wort meldet, der nur 20 Prozent des nötigen Wissens zu diesem Thema hat.“ Nun, wir finden es Schade, dass Herr Tiemann anstatt sich mit Weber angemessen auseinanderzusetzen, er sich lieber anmaßt zu entscheiden, wer wann was sagen darf. Vielleicht sollte Herr Tiemann als Kreispräsident und Vorstand der Drosteistiftung mehr Geschichtsbewusstsein zeigen, nicht zu letzt weil die Drostei einst SA-Heim mit Horst Wessel Gedenkstätte war. Dieser Teil der Geschichte wird auf der Webseite der Drostei im übrigen auch ausgeblendet, hier macht die Geschichte einen Sprung von 1933 ins Jahr 1965.
Im übrigen finden wir es schade, dass sich bis jetzt nur Verantwortliche der Drostei zu Wort gemeldet haben und vom Kunstverein Elmshorn und der Galerie III in Barmstedt noch keine Stellungnahme existiert.

Wir sehen eine kritische Auseinandersetzung nicht gegeben und halten unter diesen Voraussetzungen die Durchführung für nicht angemessen!

Pinneberger Tageblatt zur Ausstellung von A. Paul Weber

Kontroverse um Weber-Ausstellung

PINNEBERG. Die ersten Zeichnungen von A. Paul Weber (1893-1980) hängen schon an den Wänden der Drostei. Die Vorbereitungen für die Ausstellungseröffnung am Sonnabend laufen auf Hochtouren. Doch mitten in die Geschäftigkeit platzt ein offenes Schreiben der Antifaschistischen Aktion (Antifa) Pinneberg. Deren Mitstreiter wollen die Werkschau des Bundesverdienstkreuz-Trägers verhindern. Der Vorwurf: „Völkische und antisemitische Zeichnungen“ habe Weber angefertigt. Im Auftrag des Nazi-Regimes. An Sommerfesten mit Propagandaminister Joseph Goebbels habe Weber teilgenommen, Bücher illustriert, deren Geleitwort von SS-Führer Heinrich Himmler stammten. Sie fordern die Veranstalter auf, zu überdenken, ob sie „diesem Künstler so unkritisch so viel Raum“ einräumen sollen. Den Brief veröffentlicht die Antifa auf ihrer Homepage. Auch im Gespräch mit unserer Zeitung wollten die Aktivisten jedoch anonym bleiben.

Tatsächlich ist Weber, einst als Oppositioneller im Dritten Reich gewürdigt, nicht mehr unumstritten. Zwar zeichnete er tatsächlich Menschenmassen, die sich in einen offenen Sarg mit Hakenkreuzen stürzen und illustrierte die Schrift „Hitler – ein deutsches Verhängnis“ mit einem Skelett in SA-Uniform. Ebenfalls ist unbestritten: 1937 verhafteten die Nazis Weber, er landete für ein halbes Jahr im KZ Hamburg-Fuhlsbüttel. Jedoch: Widerstand gegen Hitler ist nicht unbedingt mit einer liberalen und demokratischen Gesinnung gleichzusetzen. Weber bewegte sich in den Kreisen der nationalistisch-sozialistischen Opposition. Die kämpfte gegen die Hauptströmung des Nationalsozialismus, war aber dabei unter Umständen ebenso antidemokratisch, antiliberal und auch antisemitisch.

Kuratorin Stefanie Fricke und Burkhard E. Tiemann, Kreispräsident und Vorstand der Stiftung Landdrostei, nehmen Stellung zu den Vorwürfen. Die Fakten zu Webers Leben im Schreiben der Antifa seien weitgehend richtig. Tiemann betont jedoch: „Wir stellen die umstrittenen und die harmlosen Werke Webers gegeneinander und wollen bewusst seine gebrochene Biografie zeigen – von den 20er Jahren bis kurz vor seinem Tod.“ Der Vorwurf einer unkritischen Präsentation sei daher vollkommen unangebracht. „Wir weisen auch in unserem Begleitung darauf hin, dass man sich unter dem damaligen Begriff des Widerstandes etwas anderes vorstellen muss, als es viele Menschen heute tun.“ Ansonsten gilt für Fricke: „Die Bewertung muss der Betrachter vornehmen – das ist das Wesen einer Ausstellung.“ Eine Diskussion über die politische Dimension der Zeichnungen würden die Veranstalter ausdrücklich begrüßen – allerdings nach der Ausstellung.

Das Vorgehen der Antifa findet der Kreispräsident unangebracht: „Es ist schade, wenn sich jemand so zu Wort meldet, der nur 20 Prozent des nötigen Wissens zu diesem Thema hat.“ Vor allem die anonyme Form des Schreibens stößt auf Unverständnis. Pinneberger Tageblatt

Abgesagt: Verschweigen, Vertuschen, Wegschauen

+++++Achtung Abgesagt! Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.+++++

Veranstaltung am 7. Dezember ab 19 Uhr in Elmshorn mit Katharina König, MdL Thüringen und Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss Thüringen

Im November jährte sich die Aufdeckung der Taten der neonazistischen Terrorgruppe um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Mordend zogen Sie, die sich selbst den Namen „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gaben, 13 Jahre lang durch die Bundesrepublik.
Im Zuge der Ermittlungen und in den Untersuchungsausschüssen wurden fast täglich neue erschreckende und teils absurde Details bekannt – über die Verstrickungen der „Verfassungsschutzes“ auf Bundes- und Landesebene, aber auch über dubiose Ermittlungsmethoden bis hin zur Kontaktaufnahme mit einem Geisterbeschwörer. Wichtige Akten wurden geschreddert, Informationen zurückgehalten, Präsidenten der Verfassungsschutzämter auf Ebene des Bundes und der Länder traten zurück.
Katharina König ist im Jena der 1990iger Jahre aufgewachsen – U. Mundlos, U. Böhnhart und B. Zschäpe sind ihr ebenso wie viele andere bereits von damals bekannt. Übergriffe der Naziszene auf Antifaschistinnen und Antifaschisten und linke und antifaschistische Einrichtungen erlebte sie teils persönlich mit.
In Elmshorn wird Katharina König über die neonazistischen Mordtaten und das Versagen der Sicherheitsbehörden sprechen sowie über ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss. Gemeinsam mit dem Publikum soll über die aktuelle Situation aber auch über Notwendigkeit und Möglichkeiten antifaschistischen Engagementsim Kreis Pinneberg diskutiert werden.

Veranstaltung am 7. Dezember ab 19 Uhr, Linkes Zentrum Bauerweg, Bauerweg 41 25335 Elmshorn, mit Veranstalter_innen: Cornelia Möhring (MdB), Rosa Luxemburg Stiftung Schleswig-Holstein

Ausschluss-Klausel:Nach § 6 VersG Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, ausgeschlossen.

Das Hamburger Abendblatt zum offenen Brief zur Ausstellung von A. Paul Weber

Pinneberg. „Wir bieten dem Künstler keineswegs kritiklos eine Bühne“, sagt Stefanie Fricke, Kuratorin und Künstlerische Leiterin des Kreiskulturzentrums Drostei in Pinneberg. Am Sonnabend, 8. Dezember, um 16 Uhr wird während einer Vernissage in der Drostei, Dingstätte 23, eine Ausstellung mit Werken von Paul A. Weber eröffnet. Die Vereinigung hiesiger Antifaschisten, die Antifa Pinneberg, hat mit Verweis auf „antisemitische Zeichnungen und NS-Kriegspropaganda von Weber“ in einem offenen Brief gefordert, die Schau abzusagen. Die Ausstellung mit dem Titel „Gerüchte, Abgründe, Paragraphenschlüpfer“ soll im Januar auch im Elmshorner Torhaus und in der Galerie Atelier III auf der Barmstedter Schloßinsel zu sehen sein. „Uns ist bewusst, dass Weber keine lupenreine Vita hat“, sagt Stefanie Fricke. Man stelle sich aber gerade auch die Aufgabe, Kunst zu zeigen, die zu Diskussionen anrege.

Im Offenen Brief der Antifa heißt es indes: „Es ist ein Skandal, dass durch Ihre Ausstellung Weber eine Präsenz im aktuellen Kulturleben im Kreis Pinneberg erhält.“ Man sei schockiert wegen des unkritischen Umgangs mit dem Künstler (1893-1980). Weber habe schon zur Zeit der Weimarer Republik antisemitische Zeichnungen angefertigt, später das Hitler-Regie von rechts kritisiert und während der späteren NS-Zeit Aufträge vom Staat für Kriegspropaganda erhalten. „Die Fakten sind richtig, die Diskussion darüber aber ist zehn, zwölf Jahre alt“, sagte Stefanie Fricke. Man werde auf Webers Wirken während der Nazi-Zeit sehr wohl eingehen. Es gebe keinen Grund, das Konzept der Schau zu überdenken. weiter

Offener Brief an die Veranstalter_innen der Ausstellung von Andreas Paul Weber im Kreis Pinneberg

Am 08.12. eröffnen Sie in der Landdrostei eine Ausstellung von A. Paul Weber. Sie Bewerben Weber als „Meister der zeitlos gültigen Gesellschaftskritik“ der „in kleinsten und feinsten Linien, mit Liebe zum Detail und dem Blick für den großen Zusammenhang […]Missstände in Politik, Gesellschaft, Kirche und Justiz [entlarvt]“.
Wir sind über den unkritischen Umgang mit einem Künstler wie Weber äußerst schockiert. Schon in den Weimarer Republik fertigte Weber völkische und antisemitische Zeichnungen an, so wie das Werbeplakat für Artur Dinters Buch „Sünde wider das Blut“, oder die Illustraionen des Buches von Manfred von Killinger „Ernstes und Heiteres aus dem Putschleben“. Außerdem war Weber Mitherausgeber der Zeitung „Widerstand– Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik“ von Ernst Niekisch, wo
Hitler von rechts her kritisiert wurde. Weber Niekisch und andere Unterstützer_innen des Nationalbolschewismus vertraten ein Programm, in dem Hitler und die NSDAP als zu lasch galten und immer noch mit dem verhassten Parlamentarismus der Weimarer Republik verbunden waren.
Für Webers Antifaschismus wird vor allem seine halbjährige Haft 1937 nach Niekischs Verhaftung hervorgehoben. Anders als Niekisch, der zu lebenslänglich verurteilt wurde, kam Weber ohne Verhandlung frei. In den folgenden Jahren verdiente Weber sein Geld jedoch nicht nur mit Aufträgen wie dem Entwurf des Pinneberger Stadtwappens. Sondern auch
durch Aufträge des NS-Staats zur Zeichnung von NS-Kriegspropaganda. Im Juli 1940 erhielt Weber und andere als politisch beste Karikaturisten Sondervergütung von 1000 Mark vom NS-Staat. Der von Weber gestalteten Band „Soldatengeist“ von Ludwig Weissauer wurde 1941 vom Reichsführer der SS Heinrich Himmler mit einem Geleitwort geehrt. Auch war Weber bei der Ausstellung „Junge Kunst im Deutschen Reich“ von Baldur von Schirach dabei und bei einem Sommerfest 1943 von Joseph Goebbels im Garten der Reichskanzlei.
Wo Sie in den antisemitischen Zeichnungen und der NS-Kriegspropaganda von Weber „zeitlos gültige Gesellschaftskritik“ sehen bleibt uns schleierhaft und schockiert uns.
Bitte überdenken Sie ob diesen Künstler so unkritisch so viel Raum eingeräumt werd soll. Das durch Ihre Ausstellung Weber eine Präsenz im aktuellen Kulturleben im Kreis Pinneberg erhält ist ein Skandal! Wir fordern von Ihnen als AusstellerInnen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Künstler Weber und raten Ihnen die Veranstaltungen in der Drostei in Pinneberg, im Torhaus Elmshorn und in der Barmstedter Galerie III abzusagen! Die Legende von Andreas Paul Webers Antifaschismus zerstören!

Mit antifaschistischen Grüßen,

Antifa Pinneberg
http://antifapinneberg.blogsport.de

Weitere links:
http://de.wikipedia.org/wiki/A._Paul_Weber

http://www.shortnews.de/id/270444/Bekannter-NS-Kritiker-wird-des-Antisemitismus-bezichtigt

http://www.welt.de/print-welt/article552058/Wie-ein-Antisemit-zum-Antifaschisten-geadelt-wurde.html

http://www.graswurzel.net/261/weber.shtml

http://www.welt.de/print-welt/article462398/Kunstvoll-camouflierter-Opportunismus.html

Auserdem :
Antifaschistisches Infoblatt Nr. 65 (Antidemokrat und Hitlergegner – Politik im Leben und Werk des A. Paul Weber)

Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft, Heft 18 („Mühsam und so weiter, was waren das für Namen … “ – Zeitgeist und Zynismus im nationalistisch-antisemitischen Werk des Graphikers A. Paul Weber.)

Pinneberg: Die Ausstellung der Werken von Andreas Paul Weber ins rechte Licht rücken!

Am 08.12. 2012 soll in der Landdrostei Pinneberg eine Ausstellung mit Werken von Andreas Paul Weber um 16 Uhr u.a. mit einem Grußwort vom Kreispräsident Burkhard E. Tiemann eröffnet werden.

Kein Raum für Antidemokraten, Antisemiten und unterstützer des Nationalbolschewismus! Die Legende von Andreas Paul Webers Antifaschismus zerstören!

Der Grafiker A. Paul Weber (1893-1980) gilt gemeinhin als einer der großen Zeitkritiker, als brillanter Satiriker, der mit Ironie und Sarkasmus der Gesellschaft seiner Zeit den Spiegel vorgehalten und künftiges Unheil vorausgeahnt habe.
Das aber A. Paul Weber – ganz im Gegensatz zu seinem Image – schon vom Beginn der Weimarer Republik an bis zum Ende des zweiten Weltkriegs immer wieder eindringliche antisemitische Bilder gezeichnet, die bei zahlreichen Gelegenheiten Verwendung in der Propaganda der Nazis fanden, ist kaum jemandem bekannt. Wo die Veranstalter_innen in der Antisemitischen Propaganda „mit liebe zum Detail und dem Blick für den großen Zusammenhang …. Missstände in Politik, Gesellschaft, Kirche und Justiz … den kleinen Ärgernissen des Alltags und menschlichen Schwächen …“ sehen bleibt uns nicht nur nebulös sonder widert uns an.
Weber war nicht nur Mitherausgeber der Zeitung „Widerstand – Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik“ von Ernst Niekisch, wo Hitler von rechts her kritisiert wurde. Weber, Niekisch und andere unterstützer_innen des Nationalbolschewismus vertraten ein Programm, dem Hitler und die NSDAP als zu lasch galten und immer noch mit dem verhassten Parlamentarismus der Weimarer Republik verbunden waren.
Für Webers Antifaschismus wird vor allem seine halbjährige Haft 1937 nach Niekischs Verhaftung hervorgehoben. Anders als Niekisch, der zu lebenslänglich verurteilt wurde, kam Weber ohne Verhandlung frei.
In den folgenden Jahren verdiente Weber sein Geld jedoch nicht nur mit Aufträgen wie dem Entwurf des Pinneberger Stadtwappens. Sondern auch durch Aufträge des NS-Staats zur Zeichnung von NS-Kriegspropaganda.
Im Juli 1940 erhielt Weber und andere als politisch beste Karikaturisten Sondervergütung von 1000 Mark vom NS-Staat. Der von Weber gestalteten Band „Soldatengeist“ von Ludwig Weissauer wurde 1941 vom Reichsführer der SS Heinrich Himmler mit einem Geleitwort geehrt. Auch war Weber bei der Ausstellung „Junge Kunst im Deutschen Reich“ von Baldur von Schirach dabei und bei einem Sommerfest 1943 von Joseph Goebbels im Garten der Reichskanzlei.

A. Paul Webers weitere Karriere nach dem Krieg verdankt sich schlimmen Ausblendungen, die seine Präsenz im aktuellen Kulturleben im Kreis Pinneberg – und darüber hinaus – zu einem Skandal machen.

Keine Ausstellung von Werken von A.Paul Weber in der Landdrostei Pinneberg, im Torhaus Elmshorn und in der Barmstedter Galerie III !
Macht druck und meldet euch bei den Veranstalter_innen!