Archiv für August 2011

Keinen Meter den Nazis am 3. September

Am 3. September stehen gleich zwei Termine mit bundesweiter Bedeutung für die antifaschistische Bewegung an: In Dortmund möchten Neonazis wieder zum so genannten „Nationalen Antikriegstag“ aufmarschieren, wogegen neben dem Alerta!-Bündnis, auch die Bündnisse Dortmund stellt sich quer! und Dortmund Nazifrei mobilisieren.

Gemeinsame Erklärung von Alerta! und Dortmund stellt sich Quer, zu dem Versuch der Spaltung durch Cops!

Gleichzeitig steht in Schwerin die Abschlussdemonstration der antifaschistischen Kampagne Wake Up – Stand Up! an, die sich gegen den NPD-Wahlkampf und Nazi-Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern richtet. Für alle Antifas, die nicht nach Dortmund fahren, heißt es daher die Genoss_innen in M-V zu unterstützen!

Infoveranstaltung: Nazi-Aufmarsch am 3.9. in Dortmund verhindern!

“Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!

Für den 03.09.2011 mobilisieren Neonazis wieder zum so genannten Nationalen Antikriegstag nach Dortmund. Den seit 2005 jährlich stattfindenden Aufmarsch werden sie auch in diesem Jahr wieder dazu nutzen, um einen völkischen Antikapitalismus und Antiimperialismus zu propagieren, der stets mit Rassismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus und Geschichtsrevisionismus einhergeht.”

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Infoveranstaltung zu dem geplanten Nazi-Aufmarsch und den antifaschistischen Gegenaktivitäten mit Referent_innen des Alerta!-Bündnisses am 24.08. ab 19:00 Uhr in der Roten Flora.

Kiel: 26.08. Antifa-Kundgebung

„Solidarität mit allen Betroffenen staatlicher Repression und rechter Gewalt!“

…bis die Scheiße aufhört!

Der ganz normale Ausnahmezustand in Deutschland

Rassistische und faschistische Gewalt sind trauriger Alltag in Deutschland. Diese hat seit 1990 mindestens 149 Todesopfer gefordert. Neonazistische Übergriffe sind an der Tagesordnung. In den letzten Wochen und Monaten wurde dieser gewalttätig normierende Normalzustand wieder offensichtlicher und ekelerregender – es gibt eine erschreckende Häufung an rechten Übergriffen und Anschlägen gegen Migrant*innen und linke Menschen und Projekte:

+++ In Berlin gab es Ende Juni (Brand-)Anschläge auf verschiedene linke Projekte wie das Anton-Schmaus-Haus, Bandito Rosso, dem Red Stuff-Mailorder, das Tuntenhaus und das Tommy Weisbecker-Haus.

+++ In Dortmund kam es in den letzten Monaten zu mehreren schweren An- und Übergriffen von Neonazis gegen Antifaschist*innen.

+++ In Mecklenburg-Vorpommern ist es im Zuge des NPD-Wahlkampfes zu einer Welle rechter Angriffe gegen linke und alternative Strukturen gekommen.

+++ In Leverkusen wurde im Juli ein Haus in dem Sinti und Roma wohnten aus rassistischen Gründen mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt.

+++ In Bergkamen wurde der Rohbau einer Moschee sowie ein von Migrant*innen bewohntes Gebäude von einem organisierten Neonazi angezündet.

Und dies ist nur eine Aufzählung der aufsehenerregendsten Ereignisse der letzten Wochen.

Der tägliche, ausgrenzende Wahnsinn zeigt, dass linke, antirassistische und antifaschistische Politik eine Notwendigkeit ist, um die aktuellen gesellschaftlichen Zustände zu kritisieren und Grundvoraussetzung dafür, gemeinsam diese Welt für alle Menschen zu einem lebenswerten Ort zu gestalten.
Wir werden weiter Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus in all seinen Formen kritisieren und angreifen. Dies ist nicht nur eine Notwendigkeit, die sich aus der mörderischen deutschen Geschichte als Mindestkonsequenz ergibt, sondern es ist eine Selbstverständlichkeit, die uns als Menschen, die auch weiterhin die radikale Verwirklichung von Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität unter allen Menschen zum Ziel haben, antreibt. Wir werden Nazis und Rassist*innen auf der Straße und wo immer sie auch sonst ihre Ideologie der Versklavung und des Massenmordes verbreiten wollen, mit nötiger Härte entgegentreten, ihre Strukturen offen legen und ihr menschenfeindliches Wirken verhindern – solange, bis diese endgültig auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sind. Davon lassen wir uns auch nicht durch die Hetze, die Repression und die Gewalt der selbsternannten Mitte dieser Gesellschaft, ihrer politischen Auswüchse und ihrer Repressionsorgane abhalten.

Schluss mit der Repression gegen Antifaschist*innen – Weg mit dem §129!

Linke Politik verteidigen! Für einen konsequenten Antifaschismus!

ANTIFASCHISTISCHE KUNDGEBUNG:

26.8.2011 // 17 Uhr // Asmus Bremer Platz // Kiel

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03.09.Schwerin: Keinen Tag länger!

5 Jahre ist es her, dass die neuen Nazis mit 7,3 % der Stimmen in den Landtag einzogen. Seit dem ist kaum ein Tag vergangen, an dem die 6 Abgeordneten der NPD und ihre Schar an Fraktions-Helfern, Schlägern und Handlangern nicht durch einen Eklat, durch irgendeinen dreisten Skandal, eine überflüssige Bemerkung oder eine menschenverachtende Beleidigung aufgefallen wären. Von Bedrohung über Einschüchterung, von Geschichtsrevisionismus bis Volksverhetzung reicht die Palette an dem, was der Öffentlichkeit als „parlamentarische Arbeit“ der NPD-Landtagsfraktion verkauft werden soll.
Diese grauenhafte Freakshow, die den Nazis als essentielle Einnahmequelle, willkommene Propagandabühne und Funktionärsschule dient, soll – wenn es nach ihnen geht – mit der Landtagswahl am 04. September in die nächste Runde gehen. Weitere fünf Jahre NS-Verherrlichung im Schweriner Schloss? Noch eine Legislaturperiode lang rassistische Pöbeleien im Schutze der Abgeordneten-Immunität?
Ohne uns, denn das Maß ist schon lange voll! Mit einer kraftvollen antifaschistischen Demonstration werden wir dafür sorgen, dass am Vorabend der Wahl keine falsche Ruhe aufkommt. Gemeinsam werden wir in der tristen Beamtenstadt antifaschistische Akzente setzen. Keine Stimme den Nazis, keinen Kaffee und keinen Kuchen für Wahlkämpfer!
wake up-stand up

Antifa-Demo am 03. September 2011 in Schwerin // Hauptbahnhof, 12 Uhr

5.8. Antifa Cafe

Kritische Betrachtung des NPD-Landtagswahlkampfes 2011 in Mecklenburg-Vorpommern

Die Infoveranstaltung thematisiert die Neonaziszene in Mecklenburg-Vorpommern sowie die im September bevorstehenden Landtagswahlen. Des weiteren stellt sich die Anti-NPD Kampagne „Wake Up – Stand Up! – Keine Stimme den Nazis in MV“ vor.
Neben Sachsen ist Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, in dem die NPD in Fraktionsstärke im Landtag vertreten ist. Sie bietet nicht nur sich „bieder und volksnah“ gebenden RassistInnen und AntisemitInnen ein ideologisches zu Hause. Auch die Anzahl von einschlägig vorbestraften Neonazis aus den Reihen der freien Kameradschaften in Diensten der NPD ist auffällig. In den jüngsten Umfragen liegt die neonazistische Partei zwischen 3 und 5 %. Ein Wiedereinzug in den Landtag ist daher zu befürchten.
Um der menschenverachtenden Ideologie, verpackt in stumpfen politischen Parolen, entgegenzuwirken wurde die Kampagne „Wake Up – Stand Up!“ ins Leben gerufen, die gegen den Wahlkampf der NPD im Sommer 2011 aktiv ist. „Wir stellen uns den Neonazis entgegen, wir klären über ihre menschenverachtende Propaganda auf und wir vernetzen uns gegen Rechts.“ Getragen wird die Kampagne von einer Vielzahl alternativer Projekte, Gruppen, Bands, Locations etc. aus Mecklenburg-Vorpommern.

Das Antifa-Café Hamburg hat Genossen_Innen der Kampagne eingeladen. Wir möchten damit eine Öffentlichkeit über Bundeslandgrenzen hinaus erreichen und auf die Situation in MV aufmerksam machen.

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Hafen-Vokü in der Hafenstraße 116
geöffnet ab 19 Uhr; Veranstaltungsbeginn 20 Uhr

01.08. Gedenkveranstaltung zum Altonaer Blutsonntag von 1932

Als am 16. Juli 1932 bekannt wird, dass am folgenden Tag ein Naziaufmarsch von 10.000 SA und SS Anhängern mitten durch Altona geplant ist, schlagen die organisierten AntifaschistInnen Alarm. Sie mobilisieren Unterstützung aus dem nahen Hamburg und bereiten sich darauf vor, die BewohnerInnen des „Roten Altona“ vor den Faschisten zu schützen. Am Tag des Aufmarsches zeigen die mutigen Aktivisten und Aktivistinnen ihre demonstrative Ablehnung des braunen Mobs. Als schließlich die Nazis beginnen, die protestierenden AnwohnerInnen brutal anzugreifen, schlagen die AntifaschistInnen zurück. Zwei SA Männer werden erschossen. Jetzt greift die Polizei ein und ermordet in einer blindwütigen Schießorgie 16 unbeteiligte Arbeiterinnen und Arbeiter, viele davon in ihren Wohnungen. Nach dem „Blutsonntag“ werden die angegriffenen Antifaschisten verfolgt. 91 Menschen, zumeist Arbeiter, werden verhaftet.Sie müssen jedoch wieder frei gelassen werden. Auf der Basis dieser Untersuchung und gefälschter Beweise konstruiert 1933 das faschistische Sondergericht in Altona ein neues Gerichtsverfahren. Verhandelt wird lediglich der Mord an den SA Leuten. Keinem der Angeklagten kann eine Schuld nachgewiesen werden, August Lütgens war nicht einmal vor Ort. Trotzdem verurteilt das Gericht die Kommunisten Bruno Tesch, Walter Möller, Karl Wolff und August Lütgens zum Tode. Am 1. August 1933 werden sie mit dem Handbeil im Hof des Gerichts in Altona hingerichtet. Sie sind die ersten Opfer der faschistischen Justiz. Verurteilt werden die vier nicht für angeblich begangene Straftaten, sondern für ihre Gesinnung, für ihren Widerstand gegen den erstarkenden Faschismus, für ihre Feindschaft gegenüber SA und SS, für ihre Zugehörigkeit zum Rotfrontkämpferbund und zur KPD.

Hier noch ein Bericht vom NDR über den Altonaer Blutsonntag (Sendedatum: 31.07.20109

17 Uhr, Ort: Hinter dem Amtsgericht Altona, Eingang Gerichtsstraße, (Max-Brauer-Allee 89), 22765 Hamburg