Nazi-Band Kategorie C spielt im Kreis Pinneberg

Gestern den 20.11.2010 spielte die Nazi-Band Kategorie C in Bönningstedt im Kreis Pinneberg.

Das Konzert fandt in der Goosmoorwiete 40 im Kids & Play statt.

SHZ zum Konzert:

    Rechtsradikale Band rockt in Fußballhalle

    23. November 2010

    Direkt neben einer türkischen Feier hat in der Fußballhalle Bönningstedt die Hoogligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ gespielt.
    Wo Nachmittags Kinder fröhlich Fußball spielen, gab am Sonnabend Abend die Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ ein Konzert. Nach Informationen des sh:z trat die Band in einer Fußballhalle in Bönningstedt (Kreis Pinneberg) auf. Die Band hat teils rechtsextreme Fans. Und: „Einzelne Mitglieder der Gruppe kommen aus der Bremer Skinheadszene“, schrieb der Bremer Verfassungsschutz in seinem Bericht von 2006.

    Brisant: Nebenan haben zur gleichen Zeit rund 800 – überwiegend türkisch-stämmige – Gäste gefeiert. Die Polizei war alarmiert: Rund 60 Beamte hielten sich bereit, einige zivile Kräfte beobachteten das Geschehen aus der Nähe. Doch es blieb ruhig, bestätigte gestern Polizeisprecherin Sandra Mohr. Unterbinden konnten die Beamten das Konzert indes nicht: „Die Band ist nicht verboten und ihre Auftritte sind nicht automatisch mit Straftaten verbunden.“ 250 bis 300 Musikfans hätten der Band zugejubelt.

    Hallenbetreiber distanziert sich

    In der Gemeinde herrschte indes am Montag Katerstimmung. Bürgermeister Peter Liske: „Eigentlich ist das ein Ort, wo kommerziell Kindergeburtstage angeboten werden. Dass dort eine derartige Gruppe auftritt, ist mehr als beunruhigend. Hier sollten Hooligan-Bands tabu sein.“ Der Hallenbetreiber distanzierte sich von dem Konzert. Die Halle sei an einen externen Veranstalter für eine privater Feier mit Fußball-Spiel und Live-Musik vermietet worden, teilte er am Montag über seinen Anwalt mit.

    Der Bandname „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ stammt aus dem Polizei-Jargon. So werden Hooligans bezeichnet, die Gewalt und Randale suchen, das Fußballspiel rückt in den Hintergrund.

Hamburger Abendblatt zum Konzert:

    Veranstalter bei Hooligan-Konzert in Bönningstedt getäuscht?
    Für Aufregung sorgte in Bönningstedt jetzt ein Konzert einer Band, die der Neonazi-Szene zugerechnet wird.

    BÖNNINGSTEDT. Sie spielte in einer angemieteten Halle in der Goosmoortwiete vor etwa 250 Leuten. 60 Polizeibeamte waren bis Mitternacht im Einsatz. Zwischenfälle gab es aber nicht, teilte die Polizei mit, die erst kurz vor Beginn der Veranstaltung am Sonnabend informiert worden sei. „Die Band ist nicht verboten und ihre Auftritte auch nicht automatisch mit Straftaten verbunden.“ Gleichwohl würden die Ordnungskräfte die Auftritte begleiten.

    Ralf Reitenbach, Betreiber des Indoor-Spieleparks „Kids & Play“, vermietet seit einem Jahr die angrenzende Fußball-Halle für Konzertveranstaltungen. In diesem Fall wollten nach seiner Aussage Fußballfans des HSV ein Fußballspiel mit anschließendem Live-Konzert dort veranstalten. Das Motto des Abends lautete: „Abschlag für den HSV“. Allerdings sei die ihm angekündigte Band, für die die Halle gebucht worden sei, gar nicht aufgetreten, so Reitenbach. Stattdessen hätte offenbar „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ aus Bremen gespielt, die der rechten Szene angehören soll. Er habe davon im Vorhinein nichts gewusst und wolle natürlich nicht in schlechten Ruf geraten, versichert Reitenbach. Darum hat er nun Konsequenzen gezogen. So müsse sich jeder Musikveranstalter, der eine dieser Hallen mieten wolle, vorher verpflichten, dass die vereinbarten Bands dort auch spielen und nicht plötzlich ganz andere auftreten könnten. „Das wird in Zukunft jeder unterschreiben müssen, sonst platzt das Konzert“, sagt Reitenbach. Er selber sei nicht vor Ort gewesen und habe erst am nächsten Tag von dem Bandwechsel gehört.

    Die Band „Kategorie C“ gilt als „Hooligan-Band“ in Anlehnung an die Aufteilung der Fußball-Szene in friedlich, gewaltbereit und gewaltsuchend. Als letztere würden Kategorie C-Fans bezeichnet. Der Bruder eines der Musiker, der in Bönningstedt aufgetreten sein soll, ist Aktivist der NPD. Ein Sprecher der antifaschistischen Initiative im Kreis Pinneberg hält es für „beängstigend“, dass diese Band „so einfach im Kreis Pinneberg vor 250 bis 300 Zuschauern“ spielen konnte.(bf)