Archiv für November 2009

Der Naziaufmarsch in Buchholz wurde abgesagt!

Die NPD hat ihre Anmeldung für einen Aufmarsch am 5.12. in Buchholz in der Nordheide zurück gezogen.

Hintergrund für diese Entscheidung ist, dass am 5.12. in Buchholz nicht nur der Weihnachtsmarkt stattfindet, sondern auch eine größere Veranstaltung für Kinder. Die Stadt Buchholz hatte der NPD gegenüber deutlich gemacht, dass an diesem Tag kein Aufmarsch der NPD stattfinden könne, da die Sicherheit für die zu erwartenden vielen Kinder und Familien gefährdet sei. Ein mögliches Verbot des Naziaufmarsches wurde angekündigt. Daraufhin hat der NPD-Unterbezirksvorsitzende Manfred Börm angekündigt, auf einen Aufmarsch am 5.12. verzichten zu wollen und dafür im Januar oder Februar 2010 erneut eine Veranstaltung anzumelden.

Die vom Arbeitskreis Antifaschismus Buchholz und der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen geplante Demonstration gegen den Naziaufmarsch wird ebenfalls nicht stattfinden.

Sollte die NPD erneut etwas in Buchholz anmelden – was zu erwarten ist – wird entsprechend darauf reagiert. Infos werden dann bekannt gegeben.

Kein Naziaufmarsch in Buchholz (i.d.N.)

Für den 5. Dezember 2009 ruft die neofaschistische NPD zu einem Aufmarsch im niedersächsischen Buchholz in der Nordheide auf. Unter dem rassistischen Motto „Kriminelle Ausländer ausweisen“ hat der Unterbezirk Lüneburg der niedersächsischen NPD den Aufmarsch in Buchholz angemeldet. Dies gilt es gemeinsam zu verhindern!

Keine Opfer, sondern Täter!
Die NPD lügt!

[Aufruf]

27. – 28.11. – Antifa-Intermezzo in Flensburg

Beat them back lädt zum Antifa-Wochenende

Nicht selten kann die antifaschistische Bewegung behaupten gesellschaftliche Diskussionen losgetreten zu haben. Dringliche Probleme und eklatante Missstände wären oftmals nicht thematisiert worden, wenn Antifas nicht mit Nachdruck auf rassistische, antisemitische und neonazistische Tendenzen und Tatsachen hinweisen würden.

Dass wir keine Massenbewegung sind, ist schade für die Gesellschaft. Unser Einfluss bleibt begrenzt und lässt viele Lücken für Intoleranz und braunen Hass. Die Einflussnahme von antifaschistischen Gruppen weist dabei große regionale Unterschiede auf, genauso wie die praktische Arbeit vor Ort.

Das Antifa-Intermezzo lädt alle Antifaschistinnen und Antifaschisten ein, über diese Unterschiede zu sprechen……

Freitag

* 19.30 Uhr – Podiumsdiskussion mit Jörg Welzer (Cabel Street Beat, Gütersloh), Axel Hoffmann (Avanti, Kiel), Andrea Röpke (angefragt) und der Antifa KOK (Düsseldorf-Neuss)
* 22.30 Uhr – Musikalische Exkursion in die Geschichte der Arbeiterlieder 0.00 Uhr – Marius del Mestre (Ton Steine Scherben)

Samstag

* 9.30Uhr – PGP Verschlüsselungstechnik am PC / Workshop
* 10.00 Uhr – Wie male ich ein Transparent? / Workshop
* 10.00 Uhr – Das Versteckspiel. Codes in der Naziszene / Workshop
* 10.30 Uhr – Auf den Spuren von Verfolgung und Widerstand von 1933 bis 1945 in Flensburg / Stadtrundgang
* 19.00 Uhr – 1,2 oder 3 – Revolution Style. Spielshow
* 21.00 Uhr – DIE CIAOCESKOS (Ska/Potsdam) u.a.
* im Anschluss: Cable Street Beat Soundsystem

Infos und Anmeldung

Wir trauern um Iwan Chutorskoi

Am 16. November 2009 wurde in Moskau der 26-jährige Antifaschist Iwan Chutorskoi in seinem Hauseingang hinterhältig erschossen.
In Moskau ist dies bereits der sechste Mord an Antifaschisten durch militante Nazis.

Iwan Chutorskoi

Im April 2006 starb der 19-jährige Alexandr Rjuchin an Messerstichen, im März 2008 wurde bei einem Messerangriff Alexej Krylov getötet, im Oktober 2008 wurde Fedor Filatow, ein Anführer antifaschistischer Skinheads, neben seinem Hauseingang ermordet und am 28. Juni 2009 starb der Antifaschist Ilja Dshaparidse bei einem Überfall von Nazis.

Vor dem Mord am 16.11.2009 waren bereits drei Mordversuche an Iwan verübt worden. 2005 wurde Iwan von Nazis überfallen, die ihm seinen Kopf zerschnitten. Ein weiteres Mal überlebte er nur durch ein Wunder, als ihm Nazis im Hauseingang auflauerten und mit einem Schraubenzieher zahlreiche schwere Verwundungen im Halsbereich zufügten. Im Januar dieses Jahres überlebte er wiederum nur knapp einen Messerstich in den Bauch, den er bei einem Straßenkampf mit Nazis erhielt.

Iwan organisierte in letzter Zeit den Saalschutz bei antifaschistischen Konzerten, und führte Kampfsporttraining für Genoss_innen durch. Den Nazis war er wohlbekannt, sein Name tauchte neben denen von Stanislaw Markelow und Nikolai Girenko[Infos 1,2] beständig in den Todeslisten der Nazis auf.

Siempre Antifascista! Naziterror stoppen! Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

Kein ruhiges Hinterland für Neonazis! Klimagipfel in Copenhagen!

Eschede
Seit Jahrzehnten besteht mit dem Hof von Joachim Nahtz in Eschede ein Treffpunkt für Neonazis mit überregionaler Bedeutung. An keinem anderen Ort in Norddeutschland fanden so häufig und regelmäßig größere Naziveranstaltungen statt. Dies meist ungestört und geschützt durch die Polizei.

Dabei haben die Sonnenwendfeiern im Juni und Dezember besondere Bedeutung bei einer Zelebrierung nationalsozialistischer Ideologie. Am 19. Dezember 2009 wollen Neonazis in Eschede wieder eine „Wintersonnenwendfeier“ durchführen.

Kommt zur Bündnisdemo mit Antifa Block am 19.12.2009 in Eschede

Gegen den COP15 Gipfel in Copenhagen!
Die Katastrophe ist real – Klimawandel ist eines ihrer vielen Symptome. Das unvermeidbare Gipfel-Gerede vom „Retten der Welt aus der Klimakrise“ ist eine ausgefuchste Tarnvorrichtung des eigentlichen Zwecks des COP15: Die Legitimität des globalen Kapitalismus durch Einläuten einer Ära des „grünen“ Kapitalismus wieder herzustellen, eine neue Rhetorik vom „Retten des Klimas“ zur Rechtfertigung ihrer Repression, ihrer aufgerüststen Grenzen, ihrer kolonialen Ressourcenkriege. Des Kaisers neue Kleider. Unsere Antwort auf diese erstaunliche Lüge ist ein kompromissloses, absolutes NEIN zu ihrem System.[Aufruf]

Antifa Cafe Elmshorn
Am Freitag den 13.11.2009 ist wieder Antifa Cafe in Elmshorn
Der Abend wird mit Referenten zum Thema Institutioneller Rassismus beginnen.
Wie immer ab 19:30 Uhr Brückenhof [ Nazis bleiben draußen]

ONR – Marsch in Warschau

- etwa 400 Antifaschist _innen bei der Kundgebung.
- viel Polizei und wenig platz für Direkte Aktionen gegen die Nazis.
- mehrere Festnahmen von Antifaschist_innen.
- zwei Blockadepunkte so das die Nazis nicht iheren urspünglichen weg nehmen konnten.
- etwas mehr als 300 Nazis.

hier noch ein Interview von Antifaschist_innen zum 11.11.2009 in Warschau.

„Frei.Wild“ Konzert in der Elbmarschhalle in Horst

Am 12. November möchte in der Elbmarschhalle in Horst (Kreis Steinburg) bei Elmshorn die südtiroler
Band „Frei.Wild“ aus Italien spielen.

Wir, die Antifaschistische Initiative Kreis Pinneberg, wurden vor
kurzem auf das Konzert aufmerksam. Wir begannen zu recherchieren und
stießen problemlos auf Textauszüge. Es ist interessant, dass die meisten
Ergebnisse in rechten Internetforen zu finden waren, während der
Wikipediaartikel sehr wohlwollend formuliert war und keine
fremdenfeindlichen Texte oder Statements beinhaltete. Zum Glück hat die
offizielle Internetseite von Frei.Wild einen Player, wo wir einige
Hörbeispiele genießen konnten.
In den Texten von Frei.Wild geht es immer wieder um Heimatliebe,
Patriotismus, Südtirol und Bergsteigen. Klingt zunächst nach typischer
Volksmusik.
Die Art und Weise, wie diese Themen aufgegriffen werden, ist jedoch von
anderer Qualität (von der Musik sprechen wir nicht, nur von den Texten).

Zitate:

„Südtirol, wir tragen deine Fahne, denn du bist das schönste Land der
Welt, Südtirol, sind stolze Söhne von dir, unser Heimatland, wir geben
dich niemals her. Südtirol, deinen Brüdern entrissen, schreit es hinaus,
dass es alle wissen, Südtirol, du bist noch nicht verloren, in der Hölle
sollen deine Feinde schmoren.“

Was weiterhin auffällt ist die wiederholte Distanzierung vom Links- und
Rechtsextremismus:

„Diktatur und Demokratie, Kommunismus und Anarchie, Schwarz oder Weiß,
Hell oder Dunkel, es ist die Vielseitigkeit die diese Welt ausmacht.“ –
Schwarz und weiß

„Rot und Braun, keinem darfst du trau‘n.“

Bis vor kurzem war noch ein Mitglied der Band in der
rechtspopulistischen Südtiroler Partei „Die Freiheitlichen“ und hat
diese bis vor kurzem noch aktiv in Form von Auftritten bei
Parteiveranstaltungen unterstützt.

Im September 2008 verkündeten „Die Freiheitlichen“ auf ihrer
Internetseite den Auftritt einer jungen Band aus Südtirol bei einer
ihrer Veranstaltungen. Frei.Wild.
Das Konzert wurde kurzfristig abgesagt, da das Management den Anschein
einer unpolitischen Band bewahren wollte. So kam auch heraus, dass der
Sänger Philipp Burger Mitglied besagter Partei ist. Im Oktober 2008
folgte die nicht sehr überzeugende Trennung von der Partei und allem
politischen, die sich wie folgt darstellte:

“Was die Mitgliedschaft bei den Freiheitlichen betrifft: Ich bin aus der
Partei wieder ausgetreten und habe auch das Amt niedergelegt, aber nicht
etwa deswegen, weil ich Schuldgefühle habe oder mit dem Parteiprogramm
nicht einverstanden wäre, soviel ist sicher, sondern weil ich, vor allem
nach der Aussprache mit der Crew, eingesehen habe, dass es etwas
zwiespältig ist, Parteimitglied zu sein und gleichzeitig Distanz vor der
gesamten Politik zu nehmen, da gebe ich euch recht und habe meine
Konsequenzen gezogen.”

Philipp Burger, der Sänger der Band, war bis Oktober 2008 Mitglied
dieser rassistischen Partei, die den Multikulturalismus ablehnt und
offen ausländerfeindlich ist. Er geht nach eigenen Aussagen weiterhin
konform mit der Partei und verließ sie nur wegen seiner Musikkarriere.

Auf dieser Grundlage pochen Management und Band noch heute darauf
unpolitisch zu sein.

Das sehen wir aber anders und halten die Band Frei.Wild für eine
rechtsoffene und rassistische Band der man keine Plattform geben darf !

Frei.Wild den Ton abdrehen!

Auch in Lübeck haben Frei.Wild gespielt. Das linke Zeitungsprojekt Madagaskar machte darauf aufmerksam.

Hier noch ein Artikel aus der SHZ zum Konzert am 12.11. von Frei. Wild in Horst.
Und vom Hamburger Bündnis gegen Rechts [HBgR]

---- Am 30.12. möchte Frei.Wild in Hamburg in der Markthalle spielen. ----