Solidarität nach Thessaloniki!


Das angegriffene antifaschistische Projekt Libertatia

Schon seit Jahrzehnten (nach Zerfall von Jugoslawien) gibt es Streit um den Namen von Mazedonien, nationalistische Griechen möchten nicht, dass ihr Nachbarstaat seinen in der Verfassung verankerten Namen „Republik Mazedonien“ behält. Griechenland beansprucht den Namen für sich als Teil seines Geschichte und befürchtet Gebietsansprüche auf seine gleichnamige Provinz im Norden.Wegen des Namensstreits mit Griechenland wird Mazedonien u.a. bei der UNO mit dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (EJRM/FYROM) geführt.
Sammelten sich 1991 gegen die Gründung des Nachbarstaats nach Ende des Jugoslawienkriegs noch über eine Million Menschen auf den Straßen, werden die Teilnehmer*innen vom Aufmarsch am Sonntag (21.01.2018) auf 50-90.000 geschätzt. Darunter auch ein Block von etwa 200 organisierten Mitgliedern der faschistischen Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte/ GoldenDawn), gegen die Partei läuft seit dem 28. September 2013 ein Verfahren mit dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Weitere Teilnehmer*innen der Großkundgebung waren konservative und christliche Gruppen, rechte Partein z.B. Parlamentarier der Partei Anexartiti Ellines (Unabhängige Griechen), Fußballfanclubs und Hooligans.

Antifaschistische Gruppen warnten Tage vorher eindringlich vor Angriffen auf Gegendemonstrant*innen und linke Projekte.
Als sich Mittags die Teilnehmer*innen auf dem Weg zur nationalistischen Großkundgebung befanden wurde das besetzte Projekt Sxoleio (Scholeia) angegriffen, wobei MAT-Einheiten (Riotpolizei) mitwirkten und die Angreifer schützten (Video). Der Angriff konnte erfolgreich von den Anwesenden abgwehrt werden und es gab keine gößeren Schäden. Ein weiteres antifaschistisches besetzes Projekt was angegriffen wurde war Libertatia, bei dem Angriff wurde das Haus angezündet. In sozialen Medien wird der Angriff dem nationalistischen Fanclub „Makedones“ (PAOK) und „Ideapolis“ zugeordnet. „Ideapolis“ ist das nördliche Gegenstück zu Pro Patria, einer faschistischen Gruppe die europaweit vernetzt ist. Auch mit der NPD/JN in Deutschland arbeitet die Gruppe zusammen, so möchten Verträter*innen von Pro Patria vom 11-12.Mai 2018 beim JN-Europakongress teilnehmen.

Das wovor antifaschistische Gruppen gewarnt hatten ist geschehen, im Zuge der nationalistischen Großkundgebung gehörte die Straße in Thessaloniki den Faschist*innen. Neben den zwei Projeten die angegriffen wurden, gab es auch einen Angriff auf eine antifaschistische Gegekundgebung am zentralen Platz Kamara und das Holocaust-Mahnmal in Thessaloniki wurde von Nazis beschmiert.

Heute wird zu einer Demo gegen den Naziterror um 18 Uhr aufgerufen!
Stellungnahme der Besetzung Libertatia

Heute, am Sonntag, dem 21.1.2018, um circa 13.30, kurz bevor die nationalistische Demonstration für den Namen Mazedonien anfing, haben faschistische Gruppen, welche an dieser Demo teilnahmen, eine Serie von Angriffen auf verschiedene Besetzungen in Thessaloniki begonnen. Nachdem sie das freie, soziales Zentrum und Besetzung „Scholio“ angriffen, wo sie mit Erfolg zurückgeschlagen werden konnten, griffen sie unsere Besetzung an und verursachten Schäden am Zaun und an der Fassade. Diese Schäden wurden von Mitgliedern unserer Gruppe sofort wieder repariert. Unsere Gruppe entschied sich danach, an der anti-nationalistischen Versammlung am Kamara teilzunehmen. Nach etwa zwei Stunden wurde unsere Besetzung von einer Gruppe von 60–70 Faschisten erneut angegriffen. Dieses Mal mit Molotowcocktails und Bengalen, wodurch das ganze Haus in Brand gesteckt wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich niemand im Gebäude, wegen der Versammlung am Kamara. Während der ganzen Attacke auf die Besetzung waren Zivilpolizisten und ein Bus der Spezialeinheit MAT vor der Besetzung parkiert. Sie schützten den Angriff und zeigten keine weitere Reaktion. Die Reaktionen der Nachbarschaft müssen erwähnt werden. Die Leute standen auf den Balkonen und schrieen die Faschisten an. Diese schimpften Beleidigungen zurück und warfen auch auf die Nachbarn Bengalen. Als die Faschisten danach erneut die Besetzung „Scholio“ angriffen, legte die Poliziei dieselbe Parteilichkeit an den Tag: die Angreifer wurden beschützt und die GenossInnen des „Scholio“ wurden in ihrem Gebäude eingeschlossen.

Wir sollten uns nicht täuschen: Ohne der Mazedonien-Demo wären diese Angriffe der Faschisten nicht möglich gewesen, denn diese Demo war ein Schutzraum für die faschistischen Angriffe. Die Angreifer gingen zu dieser Demo und kamen von ihr wieder zurück.
Alle rechtsextremen und Neonazi-Gruppen riefen zu dieser Demo auf, aber niemand kümmerte dieses Faktum. Ihnen wurde dadurch soziale Legitimität und öffentlicher Raum geboten, um sich auszudrücken und zu handeln. Wir sind uns ganz genau bewußt, dass diese Dinge unter anderen Umständen nicht möglich gewesen wären, und deswegen muss jeder und jede darüber nachdenken, wie er sich gegen Faschismus stellen kann. Diese Aktionen paramilitärischer Gruppen funktionieren als Unterstützung der staatlichen Repression gegen alle Menschen, die kämpfen, und für etwas Besseres einstehen. Denken wir alle darüber nach, wer von der Brandstiftung an einem Gebäude mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte profitiert, welches für mehrere Jahrzehnte leergestanden ist. Ein Gebäude, das wir als Anarchisten, libertäre Kommunisten und Revolutionäre entschieden, zu besetzen und zu renovieren, einerseits um den Bedarf an Wohnraum von Proletariern, Immigranten und Leuten, die von Staat und Kapital angegriffen werden zu decken, anderereits um einen freien Raum radikaler politischer Auseinandersetzungen von Individuen zu schaffen und eine neue, libertäre Kultur zu fördern. Es muss deutlich festgestellt werden, dass es sich um eine kriminelle Aktion handelt, die auch ein weit tragischeres Ergebnis zur Folge gehabt haben könnte, das heißt Tote.

Diese Angriffe werden uns auf keinen Fall aufhalten. Wir werden den Faschisten keinen solchen Gefallen tun, sondern weiterhin mit stählernem Bewusstsein und Trotz für eine Gesellschaft von Gleichheit und Freiheit und unsere Ideale kämpfen! Gegen Staat, Kapital und Faschismus!
Kein Angriff kann uns terrorisieren!

FASCHISTISCHE ANGRIFFE WERDEN NICHT OHNE ANTWORT BLEIBEN!
ERRICHTEN WIR BARRIKADEN GEGEN DIE FASCHISTISCHE BEDROHUNG!
FÜR DIE ANARCHIE UND DEN LIBERTÄREN KOMMUNISMUS!

Demo: 22.1., 18.00 Uhr, vor der Besetzung Libertatia.

Libertatia/Gruppe für den libertären Kommunismus

von https://barrikade.info/Stellungnahme-der-Besetzung-Libertatia-Thessaloniki-745

Solidarity with all antifa in Thessaloniki! – Statement and Call for a Demo by Libertatia

Today, Sunday, 21st of January, around 13:30 at noon and before the nationalist rally for Macedonia, partaking fascist groups began a series of attacks against squatted spaces. Since they were successfully driven away from the free social space ”School”, which they attacked first, they approached our squat causing damages at the front of the building and the fence. Those damages were restored immediately by members of our collective, which later went to the anti-nationalist demo in Kamara. Approximately two hours later, a group comprised by 60-70 fascists attacked our squat again using molotovs and flares which set the building on fire. At that time, there was nobody inside. During the attack, there were members of the state security present, which did not interfere and offered to cover the fascists, while a riot police van was parked nearby. The reaction of the neighbourhood was notable, since people came out shouting at the fascists who were swore back and threw flares at them. When the fascists attempted to re-approach ”School”, the police maintained the same stance toward them: they offered cover and isolated the comrades inside.

People must not be fooled: the attacks and the arson would not have been possible without the ”cover” of the rally for Macedonia. This is where they went to and where they returned from. All the far-right neonazi groups were calling for participation to the rally but since nobody cared for that fact, fascists were legitimized socially and given public space to express themselves and act. We are well aware that these would not be made possible under different circumstances, so each and everyone must reflect on their stance toward fascism. These actions by parastate groups enhance state repression against those who fight and resist for the betterment of this world. Let each and everyone consider who benefits from the arson of a building that has a history that goes back over 100 years and was derelict for decades. A building which we, as anarchists, libertarian communists and revolutionaries, decided to occupy and preserve, on one hand with the aim to cover the housing needs of proletarians, immigrants and people mistreated by the state and capitalism and on the other hand to create a space of radical political processes and promotion of a new libertarian culture. It must be made clear that these attacks constitute criminal acts which could have brought a tragic outcome, had there been any victims.

These attacks won’t terminate our struggle against state, capital and fascism. No attack is going to terrorize us and we will not do fascists any favours, but we will armor our conscience and keep on fighting with tenacity for our values, for a society of equality and freedom.

FASCIST ATTACKS WON’T REMAIN UNANSWERED LET’S RAISE WALLS AGAINST THE FASCIST THREAT FOR ANARCHY AND LIBERTATIAN COMMUNISM

DEMO ON MONDAY 22/1 AT 18:00 AT THE SQUAT

Libertatia Collective for Libertarian Communism, January 21, 2018

from https://enoughisenough14.org/2018/01/21/thessaloniki-statement-and-call-for-a-demo-by-libertatia-collective-after-todays-fascist-attack/

ΑΝΑΚΟΙΝΩΣΗ ΤΗΣ ΚΑΤΑΛΗΨΗΣ LIBERTATIA ΣΧΕΤΙΚΑ ΜΕ ΤΟΝ ΣΗΜΕΡΙΝΟ ΕΜΠΡΗΣΜΟ

Σήμερα, Κυριακή 21/1, γύρω στις 13.30 το μεσημέρι και λίγο πριν το εθνικιστικό συλλαλητήριο για τη Μακεδονία, φασιστικές ομάδες που συμμετείχαν σ’ αυτό ξεκίνησαν μια σειρά επιθέσεων σε κατειλημμένους χώρους. Αφού πρώτα επιτέθηκαν στον ελεύθερο κοινωνικό χώρο “Σχολείο” και απωθήθηκαν με επιτυχία, στη συνέχεια προσέγγισαν την κατάληψή μας, προκαλώντας ζημιές στην πρόσοψη και τον φράκτη. Οι ζημιές αυτές αποκαταστάθηκαν άμεσα από μέλη της συλλογικότητάς μας, τα οποία στη συνέχεια επέλεξαν να στηρίξουν την αντιεθνικιστική συγκέντρωση στην Καμάρα. Γύρω στις δυο ώρες αργότερα, ομάδα 60-70 φασιστών επιτέθηκε στην κατάληψή μας με μολότοφ και φωτοβολίδες, προκαλώντας τον εμπρησμό της. Εκείνη την ώρα δεν υπήρχε κόσμος στο κτίριο, καθώς βρισκόταν στην συγκέντρωση της Καμάρας. Καθόλη τη διάρκεια της επίθεσης έξω από την κατάληψη βρίσκονταν τόσο ασφαλίτες όσο και κλούβα των ΜΑΤ σταθμευμένη παραδίπλα, οι οποίοι και κάλυπταν την επίθεση χωρίς να παρέμβουν. Η αντίδραση της γειτονιάς πρέπει να αναφερθεί, καθώς κόσμος βγήκε στα μπαλκόνια φωνάζοντας προς τους φασίστες, οι οποίοι απάντησαν σε βρισιές και ρίψη φωτοβολίδων. Όταν οι φασίστες προσπάθησαν να προσεγγίσουν ξανά το Σχολείο, η αστυνομία κράτησε την ίδια στάση, καλύπτοντας τους φασίστες και αποκλείοντας τους συντρόφους μέσα στο κτίριο.

Ας μην ξεγελιέται ο κόσμος: οι επιθέσεις αυτές και ο εμπρησμός του κτιρίου δεν θα μπορούσαν να γίνουν χωρίς την “κάλυψη” του συλλαλητηρίου για τη Μακεδονία. Εκεί πήγαιναν και από εκεί γυρνούσαν. Όλες οι ακροδεξιές και νεοναζιστικές ομάδες καλούσαν εκεί, αλλά κανείς δεν νοιάστηκε για το γεγονός αυτό, προσφέροντάς τους κοινωνική νομιμοποίηση και δημόσιο χώρο για να εκφραστούν και να δράσουν. Γνωρίζουμε πολύ καλά ότι όλα αυτά δεν θα μπορούσαν να γίνουν υπό άλλες συνθήκες και γι’ αυτό ας αναλογιστεί ο καθένας τη στάση του απέναντι στο φασισμό. Αυτές οι ενέργειες από τέτοιες παρακρατικές ομάδες λειτουργούν ως συμπλήρωμα της κρατικής καταστολής απέναντι σ’όσους αγωνίζονται και αντιστέκονται για κάτι καλύτερο. Ας αναλογιστεί ο καθένας ποιους ωφελεί ο εμπρησμός ενός κτιρίου με πάνω από έναν αιώνα ιστορίας, το οποίο και βρισκόταν σε καθεστώς εγκατάλειψης για δεκαετίες. Ενός κτιρίου που εμείς ως αναρχικοί, ελευθεριακοί κομμουνιστές και επαναστάτες αποφασίσαμε να καταλάβουμε και να συντηρήσουμε, αφενός για να καλυφθούν στεγαστικές ανάγκες προλετάριων, μεταναστών και ανθρώπων που βάλλονται από το κράτος και τον καπιταλισμό και αφετέρου για να δημιουργηθεί ένας χώρος ριζοσπαστικής πολιτικής ζύμωσης ατόμων και προώθησης μιας νέας ελευθεριακής κουλτούρας. Πρέπει να γίνει ξεκάθαρο ότι πρόκειται για μια εγκληματική ενέργεια, που θα μπορούσε να έχει και τραγικό απολογισμό, δηλαδή νεκρούς.

Οι επιθέσεις αυτές δεν πρόκειται να μας σταματήσουν στον αγώνα ενάντια σε κράτος, κεφάλαιο και φασισμό. Καμία επίθεση δεν πρόκειται να μας τρομοκρατήσει ούτε και πρόκειται να κάνουμε το χατίρι σε κανένα φασίστα, αλλά με ατσαλωμένη τη συνείδησή μας και με πείσμα για μια κοινωνία ισότητας και ελευθερίας, θα συνεχίσουμε να μαχόμαστε για τα ιδανικά μας.

ΟΙ ΦΑΣΙΣΤΙΚΕΣ ΕΠΙΘΕΣΕΙΣ ΔΕΝ ΘΑ ΜΕΙΝΟΥΝ ΑΝΑΠΑΝΤΗΤΕΣ
ΝΑ ΥΨΩΣΟΥΜΕ ΑΝΑΧΩΜΑΤΑ ΣΤΗ ΦΑΣΙΣΤΙΚΗ ΑΠΕΙΛΗ
ΓΙΑ ΤΗΝ ΑΝΑΡΧΙΑ ΚΑΙ ΤΟΝ ΕΛΕΥΘΕΡΙΑΚΟ ΚΟΜΜΟΥΝΙΣΜΟ

ΠΟΡΕΙΑ ΔΕΥΤΕΡΑ 22/1 ΣΤΙΣ 18.00 ΕΞΩ ΑΠΟ ΤΗΝ ΚΑΤΑΛΗΨΗ

Libertatia, συλλογικότητα για τον ελευθεριακό κομμουνισμό

Hafenstraße’96 – Gedenken & Anklagen

Aufruf zur Demo Gedenken und Anklagen am 20.01. 2018 in Lübeck, über Hamburg gibt es eine Gemeinsame Anreise.

In der Nacht zum 18. Januar 1996 starben zehn Menschen. 38 wurden teils schwer verletzt und überlebten nur durch Glück. Es war kein Zufall, dass es diese Menschen traf. Sie kamen aus Zaire, Togo, Angola und dem Libanon und es waren Neonazis, die in jenem Haus ein Feuer entfachten, das Geflüchteten eine Unterkunft bot.

Heute, 22 Jahre später, sind die Täter noch immer nicht verurteilt. Dieser Brandanschlag, eingebettet in ein Klima, in dem die Angst vor „zu vielen“ Geflüchteten geschürt wurde, gilt heute bundesweit als Symbol für rassistische Gewalt. Doch der Brand in der Hafenstraße reiht sich ein in eine lange Liste von Gewalttaten: Seit den frühen 90er Jahren brannten in Stuttgart, Hoyerswerder, Schwerin, Rostock, Greifswald, Cottbus, Wismar, Boizenburg, Anklam, Hamburg, Aschaffenburg, Garbsen, Zielitz, Immenhausen, Duisburg, München, Mölln, Grimmen und Ludwigshafen Asylunterkünfte. Diese Liste lässt sich fortführen und sie endet nicht mit dem Jahr 2000. So wurden vor knapp einem Jahr Lübecker Neonazis verurteilt, weil sie hier eine Geflüchtetenunterkunft angegriffen haben.

Noch immer schüren und nutzen politische Kräfte diese Angst und ziehen daraus ihren Erfolg. Die AfD, eine offen rassistische, antisemitische und sexistische Partei sitzt in den Parlamenten, die sog. „Identitäre Bewegung“ zeigt sich öffentlich völkisch und gewalttätig. Stammtischparolen, die sie vor wenigen Jahren nur im engsten Kreis geäußert haben, sind salonfähig geworden. International sieht es nicht anders aus: Trump hat seine Anhänger*innen im Ku-Klux-Klan wie in der „Mitte“ der amerikanischen Gesellschaft. Erdogan macht in der Türkei Jagd auf Kurd*innen. Nationalistische Organisationen gewinnen an Aufschwung.

Der Hass, den sie verbreiten, tötet auch heute Menschen. Vergangenes Jahr dokumentierte die „Chronik flüchtlingsfeindlicher Anschläge“ 3.729 rassistische Gewalttaten. Rassismus ist seit langem Alltag in Deutschland. Doch auch nach 22 Jahren nehmen wir das nicht hin! Gemeinsam gehen wir gegen Rassismus auf die Straße, kämpfen laut und bunt für einen politischen Richtungswechsel und gedenken den Betroffenen des Brandanschlags in der Hafenstraße, sowie allen Betroffenen rechter Gewalt!

Mit dieser Demonstration zeigen wir:

In Lübeck gibt es keinen Platz für Rassismus und rechte Hetze!
Wir bleiben solidarisch mit allen Geflüchteten und heißen sie willkommen!
Wir fordern das bedingungslose Recht auf Asyl, sichere Fluchtwege und menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten!
Es ist der Rassismus, der getötet hat und heute noch tötet!

Am 20. Januar 2018 machen wir uns stark für eine antirassistische und weltoffene Gesellschaft!

Gemeinsame Anreise über Hamburg zur Hafenstrasse96 – Gedenken und Anklagen – Demo. Um 11.45 am Reisezentrum / Hamburg-HBF – kommt mit!

05.01.2018: Rote Abend – Oury Jalloh: Kein Vergeben, kein Vergessen!

Am 7. Januar 2005 verbrennt Oury Jalloh, an Händen und Füßen gefesselt, in einer Polizeizelle in Dessau-Roßlau. Nach zwölf Jahren wird das Verfahren in dem Fall eingestellt, obwohl selbst die Staatsanwaltschaft gegen namentlich bekannte Polizisten ermittelte. Doch offenbar haben die staatlichen Stellen kein Interesse an einer Aufklärung des Todes und es muss davon ausgegangen werden, dass hier ein rassistisch motivierter Mord vertuscht wird. Aufgrund der eindeutigen Beweislage erstattete am 7.12.2017 die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ Anzeige wegen Mordes bei der Generalbundesanwaltschaft.

Mit Filmbeiträgen aus den letzten Jahren und einem kurzen Input zur aktuellen Entwicklung, wollen wir die Geschehnisse einordnen. Da von deutschen Behörden ohne politischen Druck keine Aufklärung zu erwarten ist, halten wir es für umso wichtiger am 07. Januar 2018 zur Gedenkdemonstration an Oury Jalloh nach Dessau zu fahren. Daher wird es auch Infos zur Demo und der Anreise geben. Der Rote Abend

Freitag – 05. Januar 2018 – ab 19 Uhr geöffnet, 20 Uhr Beginn – Rote Flora – Achidi-John-Platz 1

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 117 ist da

Ti­tel­the­ma der 117. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: ANGEKOMMEN! DIE EXTREME RECHTE IST IM BUNDESTAG. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem: Das NS-Hardcore Imperium, Schweiz: Messerangriff durch Unterstützer der „Hammerskins“, Überwachen, Kriminalisieren, Abschrecken – Staatlicher Umgang mit den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg 2017, Rechte reden lassen? – Nein,nein (!), das ist keine Frage der Meinungsfreiheit, V-Leute setzten sich für „Satansmörder“ Möbus in den USA ein, Faschisten von heute? – Interview mit Volker Weiß.

Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, Schanzenbuchhandlung ) oder direkt beim AIB

26.12.2017: „United We Stand And Celebrate at JVA Billwerder!“

26.12.2017 S-Bahn Billwerder-Moorfleet 14:00 – 16:00

Wir machen unsere „Autonome Kaffeefahrt“ am 2.Feiertag zum Knast, um den Gefangenen auch jetzt unsere Solidarität zu bringen, musikalische Plätzchen, Obst und Nüsse. Von der feinen Sorte!
Wegen Winter, kalt und dreckig, dieses mal nur 2 Stunden, aber mit Power durch die Mauer! Kommt mit, bringt mit, nehmt mit!

Free them all! NoG20!

unitedwestand.blackblogs.org

Heute Kundgebung zum Gedenken an Ramazan Avci

Am 21.12.1985 wurde Ramazan Avci zusammen mit seinem Bruder und einem Freund am S-Bahnhof Landwehr angegriffen. Der Bruder und der Freund konnten gerade noch fliehen, Ramazan Avci wurde auf die Straße gehetzt wo ihn ein Auto erfasste und er anschließend mit Fußtritten, Axtknüppeln und Basballschlägern malträtiert wurde so das er am 24.12.1985 im Krankenhaus verstarb.

Kundgebung zum Gedenken an Ramazan Avci. Ramazan-Avci-Platz S-Bahn Landwehr 18h

Hamburg-Veddel: Nazi und Totschläger für Explosion verantwortlich!

In Hamburg und im Hamburger Umland gibt es eine lange Tradition von Nazi-Terror und rechter Gewalt. Im August 1980 verübten Mitglieder der terroristischen Nazigruppe „Deutsche Aktionsgruppen“ einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsheim. Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân hatten keine Chance zu entkommen und starben an den Brandverletzungen. In Norderstedt wurde der 26-jährige Tevfik Gürel am 22. Juni 1982 von Nazis erschlagen. Am 17.10. 1982 verstarb der Werder-Bremen-Fan Adrian Maleika nachdem er auf dem Weg zu einem Pokalspiel von rechten Mitgliedern des HSV-Fanclubs „Die Löwen“ angegriffen wurde. Am 24. Juli 1985 wurde Mehmet Kaymakcı auf offener Straße von Neonazis in Langenhorn beim Kiwittsmoor erschlagen. Am 21.12.1985 wurde Ramazan Avci zusammen mit seinem Bruder und einem Freund am S-Bahnhof Landwehr angegriffen. Der Bruder und der Freund konnten gerade noch fliehen, Ramazan Avci wurde auf die Straße gehetzt wo ihn ein Auto erfasste und er anschließend mit Fußtritten, Axtknüppeln und Basballschlägern malträtiert wurde so das er am 24.12.1985 im Krankenhaus verstarb . Am 18. März 1992 wurde der Kapitän Gustav Schneeclaus am Buxtehuder Busbahnhof von Stefan Silar und Stephan Kronbügel erschlagen. In der Nacht auf den 23. November 1992 wurden die 10-jährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayşe Yilmaz und die 51-jährige Bahide Arslan bei einem Brandanschlag von Nazis in Mölln ermordet. Am 07.12.1993 wurde der 19-jährige Kolong Jamba alias Bakary Singateh im Zug von Hamburg nach Buchholz erstochen. In der Nacht zum 18. Januar 1996 starben zehn Menschen, 70 Kilometer von Hamburg durch einen Brandanschlag auf ein Haus in der Hafenstraße in Lübeck – Bis heute sind die Täter noch immer nicht verurteilt. Am 27. Juni 2001 wird Süleyman Taşköprü vom NSU-Netzwerk in der Schützenstraße ermordet.

Hamburg und das Umland ist aber nicht nur immer wieder Tatort sondern auch Ideengeber für die Bundesweite Nazi-Szene.

So entwickelte Michael Kühnen in Hamburg das neue Auftreten von militanten Neonazis in Deutschland und konnte mit der 1977 gegründeten „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS) zum führenden Kopf der Nazi-Szene werden. Eine von mehreren Nachfolgeorganisationen waren „Nationale Liste“ und die unterwanderte „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP), die ihre Bundesgeschäftsstelle in Halstenbek (Kreis Pinneberg) bei Hamburg hatte. Aus der „Nationalen Liste“ rund um Thomas Wulff und Christian Worch gründete sich der „Hamburger Sturm“ einer der mitverantwortlichen für die gleichnamige Zeitung war Torben Klebe. Das Vorbild für die vom „Hamburger Sturm“ propagierten Kleingruppen war der bewaffnete Arm von „Blood & Honour“ – Combat 18. Es wurde nicht nur die Combat 18 – Idee in Hamburg propagiert, auch die für die 90er zentrale Struktur der Nazi-Szene „Anti-Antifa“ wurde vom aktiven Nazi Christian Worch aus Hamburg erdacht.

Am Sonntag den 17. Dezember 2017 gab es auf dem Bahnhof Veddel eine Explosion. Am Dienstag wurde Stephan Kronbügel, der Mörder von Gustav Schneeclaus festgenommen und in U-Haft genommen. Es liegt nahe, dass es sich um einen rassistischen Anschlag gehandelt hat. Beispiele für „Nagel“-Bombenanschläge durch Nazis sind die Anschläge in Düsseldorf-Wehrhahn, und der Keupstraße in Köln, die rassistischen Anschläge von Nazis in Freital und der verhinderte Anschlag in Rellingen.

Warum die Explosion, wobei mind. eine Person verletzt wurde, von der Polizei nicht als Terroranschlag und rassistische Tat gewertet werden bleibt ein Rätsel – hat aber Kontinuität! So wurden Stefan Silar und Stephan Kronbügel, die Mörder von Gustav Schneeclaus nicht wegen Mord sondern nur wegen Todschlags verurteilt. Auch bei den Mördern von Ramazan Avci, die aus dem Umfeld der „Aktionsfront Nationale Sozialisten“ und FAP stammten, wurde kein politisches Motiv gesehen.

Kundgebung und Demo: Nichts gelernt?! Rechten Terror und Rassismus bekämpfen! – Freitag 22. Dezember 2017 16:30 Uhr – S-Bahnhof Veddel (Wilhelmsburger Platz)

Hic bir şey öǧrenmedik mi? Irkҫı ve saǧ terör ile mücadele! Gösteri ve Demo Cuma, 22 Aralık 2017 Saat 16:30 Veddel Tren Istasyonu – (Wilhelmsburger Platz)

Kurz Aufruf:
Nichts gelernt?! Rechten Terror und Rassismus bekämpfen!

Der Sprengsatz auf der Veddel wurde wohl von Stephan Kronbügel gelegt, er warfrüher aktiver Neonazi und und ist einer der Mörder von GustavSchneeclaus. Der Kapitän Schneeclaus wurde 1992 von Neonazis totgeschlagen, weil dieser Hitler den größten Verbrecher nannte. Die Veddel und Wilhelmsburg sind migrantisch und alternativ geprägte Stadtteile. Wir verstehen diesen Anschlag daher als rechten Terror.

Wir fordern rechten Terror als solchen auch zu benennen!

Kundgebung und Demo Freitag 22. Dezember 2017 16:30 Uhr S-Bahnhof Veddel
(Wilhelmsburger Platz)

Es ist immer ein Angriff auf uns alle!

Carlos Vive! Informations- und Gedenkveranstaltung

Am 11. November 2007 wurde in Madrid der 16-jährige Carlos Javier Palomino, der mit einer Gruppe von Antifaschist*innen auf dem Weg zu einer Demonstration gegen die rechte Partei „Democracia Nacional“ war, getötet. Sein Mörder, ein 24-jähriger Berufssoldat des spanischen Militärs, erstach Carlos in der U-Bahn-Station „Legazpi“ durch einen gezielten Messerstich direkt ins Herz. Er verletzte noch zwei weitere Antifaschisten schwer, bevor er schließlich flüchtete. Trotz des eindeutigen politischen Hintergrunds des Täters wurde der Vorfall in den spanischen Medien weitgehend entpolitisiert.

Am Samstag, den 9. Dezember 2017, wird ein Freund und Genosse von Carlos über die Zeit nach dem Mord, die politische und juristische Aufarbeitung, die jährlichen Gedenkveranstaltungen und die Situation von Antifaschist*innen in Madrid heute berichten.

Samstag | 9. Dezember 2017 | 18 Uhr | Rote Flora | Achidi-John-Platz 1

Reclaim and Remember: Zum Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992

Der tödliche Brandanschlag von Mölln 1992

BİZ HER ZAMAN ORDA OLACAĞIZ.“ – „WIR WERDEN IMMER WIEDER DA SEIN“ – “We will always be there – again and again

Am 23. November 1992 setzten zwei Neonazis das Haus der Familie Arslan in Mölln in Brand. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder erlitten teils sehr schwere Verletzungen. Zuvor hatten dieselben Neonazis einen Brandanschlag auf ein weiteres Haus in Mölln verübt, in dem ebenfalls Menschen aus der Türkei lebten. Neun von ihnen waren dabei schwer verletzt worden.
Am 23. November 1992 setzten zwei Neonazis das Haus der Familie Arslan in Mölln in Brand. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder erlitten teils sehr schwere Verletzungen. Zuvor hatten dieselben Neonazis einen Brandanschlag auf ein weiteres Haus in Mölln verübt, in dem ebenfalls Menschen aus der Türkei lebten. Neun von ihnen waren dabei schwer verletzt worden.

Obwohl der rassistische Hintergrund der Taten sofort offensichtlich war, konzentrierten sich die ermittelnden Behörden zunächst auf die betroffene Familie Arslan. Zusätzlich zu ihrer Trauer wurde sie mit Verdächtigungen belastet: Die Opfer wurden zu Tätern gemacht. Institutioneller und gesellschaftlicher Rassismus und tödliche Gewalt haben Kontinuität – davon zeugen die Taten, die Ermittlungen und die gesellschaftlichen Reaktionen im Umgang mit den Opfern des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und ihrer Angehörigen sowie vielen weiteren Betroffenen rassistischer Gewalt und ihrer Lieben.

Die Möllner Rede im Exil
Seit 25 Jahren kämpft Familie Arslan gegen das Schweigen in der Stadt Mölln und die Ignoranz gegenüber ihrer Trauer und ihren Forderungen.

Vier Jahre war die Möllner Rede ein Bestandteil der offiziellen Gedenkveranstaltungen in Mölln. 2013 wurde die Rede, die immer eine kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und Neofaschismus darstellt, aus dem Gedenkprogramm der Stadt Mölln gestrichen. Es war nicht länger erwünscht, dass die Familie die Redner*innen selbst aussuchte. Seitdem befindet sich die Möllner Rede im Exil. Zum 25. Jahrestag wird sie in diesem Jahr gemeinsam mit der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş in Berlin organisiert.

Rassistische Kontinuitäten
Damals wie heute ist rassistische und rechte Gewalt an der Tagesordnung und die Erinnerung daran umkämpft: Die Morde in Mölln ereigneten sich in einer Zeit rassistischer Hetze insbesondere gegen Geflüchtete, die auch Teile von Politik und Medien mit zu verantworten hatten. Mölln reihte sich ein in die rassistischen Pogrome von Hoyerswerda und Rostock, die Mordanschläge von Solingen und Lampertsheim. Nur zwei Tage vor dem rassistischen Brandanschlag von Mölln ermordete in Berlin ein Neonazi den Antifaschisten Silvio Meier.

Unabhängige Initiativen und Journalist*innen zählen für die Zeit seit 1990 bis zu 184 Todesopfer rechter Gewalt – allein in Berlin sind es mehr als 10. Auch gibt es viele weitere Morde an People of Color und Migrant*innen, bei denen niemals ein Täter gefunden wurde. Einer von ihnen war der damals 22jährige Burak Bektaş, der am 5. April 2012 völlig unvermittelt von einem unbekannten weißen Täter erschossen wurde. Ibrahim Arslan hat einmal gesagt: „Bei solchen Taten muss so lange von einem rassistischen Motiv ausgegangen werden, bis die Polizei glaubhaft das Gegenteil bewiesen hat“.

Vor allem im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks der letzten Jahre – mit rassistischen Mobilisierungen wie Pegida, den Wahlerfolgen der AfD und Verschärfungen des Asylrechts – bewegen sich auch heute rassistische Stimmungen, Bedrohungen, Gewalt und Brandanschläge auf einem erschreckend hohen Niveau. Die Situation erinnert teilweise an jene zu Beginn der 90er Jahre.

Eine Konsequenz: Selbstbestimmtes Gedenken
Inzwischen haben sich viele Angehörige, Überlebende, Betroffene und Aktivist*innen zusammen getan und erheben ihre Stimme – laut und leise, wütend und traurig, hoffnungsvoll und kämpferisch. Die diesjährige Möllner Rede im Exil wird Esther Bejarano halten. Die 92jährige Musikerin überlebte als Jugendliche Auschwitz und ist zugleich Zeitzeugin nicht nur ihres eigenen jahrzehntelangen Kampfes gegen (Neo-) Nazismus.

+++ Hier noch ein kleiner Hinweis auf eine Aktion von Antifaschist*innen von 1992 als Reaktion auf den tödlichen Brandanschlag. +++

Donnerstag, 23. November 2017, 15 – 19 Uhr, Mölln, OFFENES GEDENKEN an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz vor dem Bahide – Arslan – Haus, Mühlenstraße 9, Mölln

25th ANNIVERSARY IN REMEMBRANCE OF THE RACIST ARSON ATTACKS IN MÖLLN 1992

IN MEMORY OF BAHIDE ARSLAN – AYŞE YILMAZ – YELIZ ARSLAN

Mölln’deki Irkçı Kundaklamanın 25. Yılı Anma Etkinliği

BAHİDE ARSLAN, AYŞE YILMAZ VE YELİZ ARSLAN’IN ANISINA

Pinneberg (12.11.): Auf jede Antwort noch mehr Fragen: Der NSU-Komplex

Vortrag mit Monchi (Feine Sahne Fischfilet) und Katharina König-Preuss (DIE LINKE /Thüringen) am Sonntag, 12. November 2017 – 17:00 Uhr, Jüdische Gemeinde Pinneberg, Clara-Bartram-Weg 14, 25421 Pinneberg

„Was hat der Staat damit zu tun? Wer steht hinter dem NSU? (…)“ heißt es im Lied „Nur Applaus“ von Feine Sahne Fischfilet, mit dem die Band den NSU-Komplex musikalisch thematisiert.
Seit 2011 beschäftig(t)en sich zwölf Untersuchungsausschüsse, diverse Gremien sowie der Mammut-Prozess in München mit dem NSU-Komplex. Darüber hinaus recherchieren diverse investigative Journalist*innen und antifaschistische Gruppen zahlreiche Details, welche zur Aufklärung beitragen. Mit NSU-Watch hat sich eine bundesweite Initiative aus antifaschistischen Gruppen und Einzelpersonen gebildet, die den NSU-Prozess sowie die diversen Untersuchungsausschüsse begleiten, protokollarisch abbilden und inhaltlich mit eigenen Rechercheergebnissen ergänzen.

Der NSU-Prozess steht nach ca. vier Jahren Verhandlung kurz vor seinem Ende: aller Voraussicht nach werden Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, André Eminger und die anderen Angeklagten verurteilt – offen ist allein, zu welcher Strafe.
Ungeklärt sind weiterhin die Fragen nach dem Unterstützungsnetzwerk des NSU, nach gesellschaftlicher Verantwortung, nach der Kenntnis und den Verwicklungen des Staates in den NSU-Komplex.
Monchi und Katharina werden in ihrem Vortrag mit anschließendem Gespräch den bisherigen Stand der Aufklärung des NSU-Komplexes darstellen und sich insbesondere den Fragen zu gesellschaftspolitischen Bedingungen, welche die Entwicklung von Neonazi-Strukturen begünstig(t)en – wie dem Rassismus, der sich als roter Faden durch den NSU-Komplex zieht – als auch den Verwicklungen des Verfassungsschutzes in den NSU-Komplex widmen, um davon ausgehend Analysen für antifaschistische Arbeit zu ziehen.
Monchi (Jan Gorkow) ist seit Jahren in antifaschistischen Bewegungen aktiv und Mitglied der Band „Feine Sahne Fischfilet“, die seit 2012 vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Neben Aktenvernichtungen zum NSU-Komplex war es dem Verfassungsschutz ein gescheitertes Herzensanliegen, die Konzerte von Feine Sahne Fischfilet zu verhindern.
Katharina König-Preuss ist im Jena der 90er Jahre aufgewachsen und beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der rechten Szene insbesondere in Thüringen. Seit 2012 sitzt sie für DIE LINKE im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss.
 
Sonntag, 12. November 2017 – 17:00 Uhr, Jüdische Gemeinde Pinneberg, Clara-Bartram-Weg 14, 25421 Pinneberg

NSU Watch »Aufklären & Einmischen« | »Aydınlatma ve Müdahale« nsu-watch.info



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